Erziehungsberatung bei Caritas und Diakonie in Heilbronn wird aufgestockt
Der Gemeinderat will die Finanzierung der Beratungsstellen von Caritas und Diakonie auf neue Beine zu stellen und reagiert damit auf die hohe Nachfrage nach der Beratung. Mit diesem Schritt werden sich voraussichtlich die Wartezeiten verkürzen.

Karl Friedrich Bretz, Geschäftsführer der Diakonie Heilbronn, ist zufrieden. Denn das Thema Weiterentwicklung der Erziehungsberatung, das in der jüngsten Gemeinderatssitzung nach Vorberatung in Verwaltungs- und Jugendhilfeausschuss ohne Diskussion und einstimmig beschlossen wurde, hat für sein Team große Relevanz. Der Gemeinderat will die Finanzierung der Beratungsstellen von Caritas und Diakonie auf neue Beine zu stellen. Für die beiden Träger bedeutet das fürs laufende Geschäft eine Aufstockung um 1,4 auf 2,4 Stellen, auch wenn das aus der Vorlage der Verwaltung auf den ersten Blick nicht ersichtlich ist.
Hier ist von den seitherigen 1,2 Stellenanteilen der Diakonie und 1,04 Stellenanteilen der Caritas die Rede. De facto war es aber bislang so, dass die Stellen zwar im städtischen Plan standen, aber nur in reduziertem Umfang von der Verwaltung finanziert wurden. Weniger als die Hälfte der Ausgaben der kommunalen Pflichtaufgabe wurden gefördert, sagt Bretz, 60 Prozent stockte die Diakonie zunächst über Kirchensteuern und Spenden auf.
Bisher war Beratungsstelle unterbesetzt
Zuletzt hatten sowohl Caritas als auch Diakonie nur noch je eine 50-Prozent-Stelle besetzt. "Wir konnten die Eigenmittel nicht mehr aufbringen und mussten 60 bis 70 Prozent freilassen, um Geld zu sparen", so der Geschäftsführer.
Durch die angeglichene Finanzierung können die freien Prozente nun wieder gefüllt werden. Das sei auch dringend nötig. "Die Nachfrage bei der Erziehungsberatung ist aufs Doppelte gestiegen", so Bretz. "Die Anmeldezahlen bei uns gehen durch die Decke." Auch viele Schulen wünschten sich eine Erweiterung des Angebots. "Schule ist ja wie ein gesellschaftlicher Seismograph," sagt der Geschäftsführer. Ein positiver Effekt werde schnell spürbar sein. "Die Wartezeiten werden kürzer."
Wer bietet in Heilbronn wo und was an
Mit Schule und Schulsozialarbeit arbeitet die Erziehungsberatung eng zusammen. Insgesamt gibt es mit Caritas, Diakonie und städtischer Beratungsstelle drei Angebote dieser Art in der Stadt. Die Erziehungsberatung der Caritas ist im Caritas-Zentrum Heilbronn, an vier Schulen in der Stadt und an vier Außenstellen im Landkreis vertreten. Die psychologische Beratungsstelle der Diakonie finden Ratsuchende in der Stadt, an fünf Schulen in Heilbronn und vier Außensprechstunden im Landkreis. Das kommunale Angebot ist zentral am Sitz der Beratungsstelle sowie an vier Schulen vor Ort. Die neue Finanzierungsart betrifft aber nur Beratungen in der Stadt Heilbronn, sagt Bretz über das Angebot der Träger.
Zudem gibt es inzwischen an 13 Schulstandorten psychologische Sprechstunden. Auch sie sollen Teil der Weiterentwicklung sein. Die nun aufgestockten Stellen bei Diakonie und Caritas werden hier auch in Einzelfällen die Schulen unterstützen.
Zudem erstellen die drei Beratungsstellen künftig gemeinsam den Jahresbericht. "Für uns ist es wichtig, dass die Stadt Zeichen für den Erhalt der Dienste setzt und an die Familien denkt. Das ist ein Signal dafür, dass Familien nicht alleine gelassen werden", zieht Karl Friedrich Bretz Bilanz.
Beratungsangebot
Zur psychologischen Familien- und Lebensberatung der Caritas Heilbronn-Hohenlohe gehören Erziehung-, Ehe-, Familien und Lebensberatung mit zwölf Mitarbeitern.
Bei der Diakonie gibt es Erziehungsberatung, Paar- und Lebensberatung mit elf Mann, in der Stadt Heilbronn die Unterteilung in Erziehungsberatung mit Schwerpunkt Trennung und Scheidung sowie den heilpädagogischen Dienst plus Schwangeren- und Flüchtlingsberatung mit insgesamt 17 Mitarbeitern.
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