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Heilbronner Räte begrüßen die Verstärkung im Streetwork

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Die Stadt Heilbronn wird im Bereich Streetwork aufstocken. Die neue projektbezogene Stelle bei der Caritas wird zur Hälfte kommunal finanziert. Streetworker sollen künftig auch in die Stadtteile gehen.

Die Streetworker in Heilbronn werden verstärkt, und zwar um eine 0,8-Stelle. Eine Aufstockung war schon im Mai 2022 Thema im Gemeinderat gewesen. Damals hatte Stefan Schneider, zu der Zeit noch Geschäftsführer der Caritas Heilbronn-Hohenlohe, gesagt, dass mit bis zu zwei Stellen eine deutliche Verbesserung möglich sei. So umfangreich ist die Verstärkung nicht ausgefallen. "Es ging aber auch nicht direkt um zwei Vollzeitstellen", sagt Kathrin Finkbeiner, Fachleitung soziale Hilfen der Caritas Heilbronn-Hohenlohe auf Anfrage der Heilbronner Stimme.



Kathrin Finkbeiner von der Caritas findet die Aussichten positiv

"Die gestiegenen Personalkosten im sozialen Bereich sorgen dafür, dass wir mit dem Geld keine 0,6 sondern eine 0,4-Stelle seit Mai finanzieren können, aber das ist ok." Die 25.000 Euro hierfür kommen von der Stadt. Eine weitere 0,4- Stelle hat die Caritas über die Aktion Mensch beantragt. "Die Chancen stehen gut", sagt Finkbeiner. "Ich gehe davon aus, dass das klappt." Es sei toll, dass die Stadt dem Träger die Möglichkeit gebe, in die Projektförderung zu gehen. "Das sind Aussichten, die sehr positiv sind."

Auch die Gemeinderäte finden das Konzept gut

Auch die Gemeinderäte begrüßten das Konzept. "Wir halten Kontaktangebote in der ganzen Stadt für sehr wichtig", sagte Steven Häusinger (Grüne). Die Auswirkungen der Corona-Zeit seien noch nicht überwunden, Streetwork sei wichtig und verlange Einfühlungsvermögen. "Das ist keine einfache Arbeit und erfordert viel Energie."

Susanne Schnepf (CDU) fand, integrative Arbeit sei nötig, auch damit junge Menschen auf der Straße den Einstieg in die Arbeitswelt fänden. Sie begrüßte, dass die Quartierszentren eingebunden werden, mahnte aber: "Hier dürfen keinesfalls Drogentreffpunkte entstehen." Schnepf bedauerte, dass im ersten Jahr der auf drei Jahre angelegten Konzeption nur geplant werde. "Die Manpower gehört auf die Straße." Bedarfsbezogen ist die neue Streetworkerin allerdings auch in den ersten Monaten im ganzen Stadtgebiet im Einsatz. "Auf Zuruf und bei aktuellem Anlass", sagt Kathrin Finkbeiner von der Caritas auf Anfrage.

Die Bedarfsanalyse steht am Anfang

Außerdem stehen zunächst die Bedarfsanalyse, die Bildung eines Arbeitskreises und die Zusammenarbeit mit den Quartierszentren auf der Agenda. Sylvia Dörr (FDP) fand: "Es ist wichtig, dass sich das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger verbessert." Objektiv ist es allerdings so, dass sich die Lage zumindest vor dem Rathaus nach Einschätzung des Gremiums "Miteinander in der City" aktuell entspannt hat, so Streetworkerin Jasmin Trefz abseits der Sitzung. "Am Marktplatz ist es derzeit extrem ruhig, das liegt auch an der Polizeipräsenz." Die Szene habe sich eher Richtung Harmonie verlagert.

Während Professor Reinhard Hackenberg (SPD) es richtig fand, dass "die Quartierszentren nicht nur für die ältere Generation da sind", legte Herbert Burkhardt (FWV) den Fokus auf die geteilte Finanzierung. Sie sei essenziell.

Streetworker sind Ansprechpartner auf Augenhöhe

"Es ist wichtig, dorthin zu gehen, wo die Probleme sind", sagte Marion Rathgeber-Roth (Unabhängige für Heilbronn) über die Strukturen, die die Caritas anvisiert. Die Jugendlichen meldeten sich eher nicht bei bestimmten Anlaufstellen. Mit den Streetworkern hätten sie Ansprechpartner auf Augenhöhe. "Sie kommen natürlich anders daher als der Ordnungsdienst." Das Einsatzgebiet auf den ganzen Stadtbereich auszuweiten, sei ein guter Schritt.

Ziele des Projekts

Zielgruppe des auf drei Jahre ausgelegten Projekts, das die Caritas Heilbronn-Hohenlohe erarbeitet hat, sind Jugendliche und junge Erwachsene, die ihren Lebensmittelpunkt auf der Straße haben. Der Plan: Das Einsatzgebiet der Streetworker wird auf den gesamten Stadtbereich erweitert, Quartierszentren sind als Anlaufstelle erwünscht. Die Vorstellungen der Jugendlichen spielen dabei aber eine wichtige Rolle, da sie potenzielle Angebote auch annehmen sollen, sagt Kathrin Finkbeiner von der Caritas.

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