Kreissparkasse Heilbronn neues Beratungscenter: So soll das Quartier aussehen
Die Kreissparkasse Heilbronn baut ein neues Beratungscenter. Das Projekt wird die südliche Allee verändern. Jetzt gibt es erste Visualisierungen des Sparkassen-Quartiers.
Die Kreissparkasse Heilbronn plant ein neues Beratungscenter und will damit ihr Areal in der Innenstadt deutlich erweitern. Insgesamt 2600 Quadratmeter umfasst das Sparkassen-Grundstück. Hauptadresse des Kreditinstituts wird künftig die Allee sein. Ein neuer Gebäudekomplex wird sich von dort bis zum Max-Beermann-Platz erstrecken.
Die Planungen gehen allerdings schon darüber hinaus. Denn auch die Bestandsgebäude auf der anderen Seite der Wollhausstraße sollen in den nächsten Jahren neu gestaltet werden. Die Pläne dafür hat der Vorstand der KSK jetzt erstmals erläutert.
Kreissparkasse Heilbronn entscheidet sich bei Neubau für innovative Idee
27 Architekturbüros waren eingeladen, 22 haben ihre Ideen abgegeben, im Mai tagte das Preisgericht. Die VON M Architekten aus Stuttgart machten mit einer innovativen Idee, die Raum für Grünzüge und modernes Design lässt, das Rennen.
Begleitet wird das Vorhaben vom Architekturbüro Kohler Grohe aus Heilbronn und Stuttgart. Auch Ideen der KSK-Mitarbeiter fließen in das Projekt ein. Absolut einstimmig sei die Entscheidung in der Jury gefallen, betont KSK-Vorstandsmitglied Marco Muschal.
Planung der Kreissparkasse Heilbronn: Hier wird es Veränderungen geben
Nach dem Abriss der alten Kinos an der Allee Ende des Jahres soll 2027 der erste Bauabschnitt beginnen. Das geplante Gebäude wird sich mit zwei Hochpunkten, verbunden durch einen flacheren Gebäudeteil, entlang des Synagogenwegs bis zum Beermann-Platz erstrecken.
Dabei soll die schmale Gasse aufgewertet und keinesfalls zur dunklen Schlucht werden. Der Entwurf sieht vor, die Baugrenze nicht ganz auszureizen. Man wolle im Dialog, nicht in Konkurrenz zum angrenzenden Bestand bauen, betont der KSK-Vorstand.
Neues Hochhaus für Kreissparkasse Heilbronn: So soll das Beratungscenter aussehen
Direkt an der Allee entsteht ein Hochhaus, das sich in der Höhe mit neun Stockwerken an dem benachbarten Gebäude der Heilbronner Stimme orientiert. Von dort werden künftig Kunden das Beratungscenter betreten: „Eine tolle Adressausbildung zur Allee“, sagt Muschal. An der Allee entsteht eine klassische Filiale, wie alle geplanten Gebäude in Holzbauständerweise, mit klimafreundlichen Fassaden und Dachbegrünung.

Viel Grün und viel Licht zeigt das Modell schon jetzt. „Wir streben eine DGNB-Gold-Zertifizierung an“, sagt Muschal. Der Nachhaltigkeitsgedanke ist ebenso Grundlage des Vorhabens wie die erklärte Absicht, einen Beitrag zur Innenstadtentwicklung zu leisten.
Neubau von Kreissparkasse Heilbronn: Platz der Erinnerung soll Synagogenweg aufwerten
In dem mittleren, flacheren Teil wird in direkter Verbindung zum Synagogenweg auch ein offener Ort der Erinnerung entstehen. Schließlich baut die Sparkasse an historischer Stelle: Hier stand die Alte Synagoge, die in der Pogromnacht 1938 durch Brandstiftung zerstört und zwei Jahre später abgerissen wurde. „Wir möchten dem Platz Rechnung tragen“, erklärt Muschal. Zur Gestaltung sei man bereits mit der jüdischen Gemeinde der Stadt in Gesprächen.
Angrenzend an den Max-Beermann-Platz wird sich auf dem heutigen Schotterparkplatz ein weiteres Hochhaus mit fünf Geschossen an den zweigeschossigen Mittelteil anschließen, auch dort sind Beratungsräume und moderne Arbeitsplätze geplant. Zudem wird es von der Gymnasiumstraße aus eine Zufahrt in eine neue Tiefgarage geben. Insgesamt entstehen neben 40 Beratungsräumen 330 Arbeitsplätze für 410 Mitarbeiter im ersten Abschnitt.
Neugestaltung an Wollhausstraße und Allee – das plant die Heilbronner Kreissparkasse
Der Platz selbst soll sich perspektivisch über die Wollhausstraße hinaus erstrecken: Wo aktuell noch das alte Gebäude der KSK an die Urbanstraße grenzt, soll eine Grünfläche entstehen. Bei der Verkehrsregelung wäre dann auch die Stadt gefragt, das Projekt der KSK soll im Februar im Gemeinderat präsentiert werden.

Allerdings ist der zweite Teil, zu dem Abriss und Neubau des bestehenden Quartiers gehören, erst nach Abschluss des ersten Bauabschnitts geplant. Man arbeite am Modell weiter, heißt es, der Verwaltungsrat hat zunächst dem ersten Abschnitt zugestimmt. Der Siegerentwurf sieht vor, nur das Hochhaus, in dem einst das Landratsamt untergebracht war, zu sanieren und zu erhalten.
Gebaut werden sollen im Bereich des Parkplatzes der Sparkasse eine neue Pyramide und ein neues Betriebsrestaurant. Außerdem ist ein Klimagarten geplant. Vom Beermann-Platz bis zum Parkweg könnte so ein grüner Weg mit Aufenthaltsqualität entstehen.
Kreissparkasse Heilbronn plant Areal neu – zehn Jahre Baustelle
Die Bebauung des gesamten Areals soll zehn Jahre dauern, der erste Abschnitt an der Allee, in dem auf 6500 Quadratmetern Vetriebseinheiten in einem „Haus des Kunden“ gebündelt werden, soll 2029 fertig sein. Erst dann würden die alten Gebäude weichen müssen.
Der dortige Ostbau ist 23 Jahre alt, der Nordbau stammt aus den 60er-Jahren. Beides sei nicht mehr auf dem aktuellen technischen Stand: „Wir haben einen Innovationsstau“, erklärt Muschal. Deshalb habe sich die Sparkasse für eine Gesamtlösung entschieden. „Die Gebäude sind nicht einzeln zu betrachten.“
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