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Erkältungssaison 
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SLK-Kinderklinik in Heilbronn: Zwar weniger RSV-Infektionen, aber Lage bleibt angespannt 

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Das Klinikum Stuttgart meldet weniger Kinder mit schweren Atemwegserkrankungen. Entspannt sich die Lage? An der SLK-Klinik in Heilbronn bewertet man die RSV-Situation anders. 


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Unmittelbar nach dem Ende der Corona-Pandemie herrschte während der Erkältungssaison in Kinderarztpraxen der Region und an der Heilbronner SLK-Kinderklinik große Not: Enorm viele kleine Patienten litten an unterschiedlichen Atemwegserkrankungen und mussten deshalb teilweise auch beatmet werden. Betten und Behandlungskapazitäten der Kinderklinik waren über Wochen knapp, das Personal stark belastet. 

Weniger Kinder mit RS-Virus am Klinikum Stuttgart – und in Heilbronn an der SLK-Klinik?

In der laufenden Erkältungssaison hat sich die Lage teilweise verändert. So meldete das Klinikum Stuttgart nun, dass deutlich weniger Kleinkinder als in den Vorjahren wegen Atemwegsinfektionen stationär aufgenommen werden mussten. Der Grund laut den Ärzten in Stuttgart: Erfolge bei der Vorsorge gegen das RS-Virus.

Seit 2024 empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) eine Impfung für alle Neugeborenen. „Wir haben in diesem Jahr bisher 70 Prozent weniger stationäre Kinder wegen RSV gehabt als man selbst in einem schwachen Jahr erwarten würde“, sagte Friedrich Reichert, Leiter der Kindernotaufnahme am Klinikum Stuttgart dem SWR.

SLK-Kinderklinik in Heilbronn: Fälle mit RS-Virus rückläufig, Lage bleibt angespannt

An der Heilbronner Kinderklinik kann man diese Entwicklung nur teilweise bestätigen. „Im Vergleich zur vergangenen Infektsaison, innerhalb derer extrem viele Kinder mit einer RS-Infektion in unserer Kinderklinik stationär aufgenommen werden mussten, beobachten wir dieses Jahr bis zum aktuellen Zeitpunkt einen deutlich spürbaren Rückgang“, teilt ein SLK-Sprecher auf Nachfrage mit. Trotzdem spiele das Respiratorische Synzytial-Virus, dafür steht die Abkürzung, immer noch eine große Rolle: „Es gibt immer wieder Kinder, die deshalb stationär aufgenommen werden müssen und teilweise sogar intensivpflichtig werden.“

Laut dem Bundesgesundheitsministerium können RSV-Infektionen als leichte Atemwegsinfektion oder als schwere Erkrankung der unteren Atemwege verlaufen. Vor allem Säuglinge, insbesondere Frühgeborene und Säuglinge mit bestimmten Grunderkrankungen, sowie Erwachsene ab 75 Jahren haben demnach „ein erhöhtes Risiko, schwer an RSV-Infektionen zu erkranken“. 

SLK-Kinderklinik: Erkältungswellen fallen unterschiedlich stark aus

Ob der Rückgang wirklich auf die Impfung zurückgeht, ist nach Einschätzung von SLK nicht seriös zu bewerten. Dafür müssten „aus unserer Sicht Zahlen über einen längeren Zeitraum hinweg miteinander verglichen werden“, teilt der Sprecher weiter mit. Auch in der Vergangenheit, vor der Impfung, habe es „immer wieder starke Schwankungen und somit verschieden starke Ausprägungen von RSV-Wellen“ gegeben.

Von einer generellen Entlastung in der laufenden Erkältungssaison könne man ohnehin nicht sprechen, denn viel mehr Kinder mit Influenza, also der echten Virusgrippe, hätten in der Klinik behandelt werden müssen. Und die Saison sei noch nicht vorbei.




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