Silvesternacht in Heilbronn: Polizei wertet Bilder der Kameraüberwachung aus
Trotz Böllerverbots haben sich in der Silvesternacht viele Menschen in der Heilbronner Innenstadt getroffen. Augenzeugen waren entsetzt, Stadt und Polizei sprachen von einer eher ruhigen Nacht.
In der Silvesternacht haben sich viele Menschen in der Heilbronner Innenstadt getroffen und Feuerwerk abgebrannt. Die meist männlichen Jugendlichen haben ihr Feuerwerk und Böller dabei zwischen die Beine von Passanten geworfen und das Ganze mit dem Handy gefilmt.
Außerdem beschädigten Raketen die Scheiben mehrerer Geschäfte am Marktplatz – all das, obwohl in Heilbronn ein Böllerverbot verhängt worden war. Einige Passanten zeigten sich entsetzt und verließen die Kaiserstraße angesichts der Knallerei.

Polizei will Silvesternacht in Heilbronn aufarbeiten – auch mit Kamerabildern
Die Einschätzung der Polizei war zurückhaltender. Die Beamten rückten zwar in Schutzmontur an und zogen einzelne Männer raus, die meist maskiert waren. Die Betroffenen hätten die Anweisungen der Polizei jedoch befolgt und den Ort verlassen, erklärt Frank Belz, Sprecher des Heilbronner Polizeipräsidiums. „Es kam zu keinerlei Widerstandhandlungen oder Beleidigungen gegenüber den Einsatzkräften.“ Es seien auch keine Straftaten angezeigt oder Verletzungen von Personen angezeigt worden.
Zum Böllerverbot erklärt der Polizeisprecher, dass dieses „polizeitaktisch schwerlich durchsetzbar“ gewesen sei. „Insbesondere dann, wenn sich eine Vielzahl von Menschen in Feierlaune in der Innenstadt als ausgewiesene Verbotszone bewegt.“ Ziel der Stadt sei es vor allem gewesen, Lärm zu reduzieren. Verstöße gegen das Böllerverbot – eine Ordnungswidrigkeit – müssten „rechtssicher einer Person zugerechnet werden können, insbesondere sofern im Einzelfall polizeiliche Zwangsmaßnahmen zur Durchsetzung notwendig erscheinen“, so Belz.
An dieser Einschätzung hat sich in den vergangenen Tagen nichts geändert, erklärt Belz auf Anfrage. Derzeit sei das Polizeirevier Heilbronn mit der Aufarbeitung der Silvesternacht beschäftigt. „Wir können daher noch keine verbindliche Aussage treffen.“ Dabei würden auch die Kamerabilder der Videoüberwachung am Marktplatz eine Rolle spielen. Die Auswertung dauere noch bis Ende dieser Woche an. Seit vergangenem September gibt es in Heilbronn eine Videoüberwachung am Marktplatz. Der Platz gilt als Kriminalitätsschwerpunkt.
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Kommentare
Stefan am 07.01.2026 17:11 Uhr
Kapitulation vor dem Mob.