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Terrorabwehr in Heilbronn: Stadt zahlt über 300.000 Euro für Weihnachtsmarkt-Sicherheit

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Die Stadt Heilbronn investiert mehr als 300.000 Euro in die Sicherheit des Käthchen Weihnachtsmarkts. Welche Strategie die Stadt Bad Wimpfen in Sachen Terrorabwehr verfolgt. 


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Die Terrorfahrt auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt im vorigen Jahr hat dazu geführt, dass die Ausrichter der diesjährigen Weihnachtsmärkte – meistens sind das die Kommunen – massiv in Sicherheit investiert haben. Für Heilbronn hat OB Harry Mergel jetzt eine aktualisierte Zahl genannt. Demnach kommen zu den 250.000 Euro Mietkosten für mechanische Zugangssperren noch 55.000 Euro Personalkosten für Security obendrauf.

Zugangssperren und Security: Maßnahmen in Heilbronn kosten 305.000 Euro 

Diese Zahlen hat der OB im Rahmen eines Besuchs des Innenministers Thomas Strobl (CDU) und des Heilbronner Polizeipräsidenten Frank Spitzmüller am Sonntag auf dem Heilbronner Käthchen Weihnachtsmarkt genannt. In Summe sind das 305.000 Euro. „Das können wir uns auf Dauer nicht leisten“, so der OB. Die Kommunen seien „im hohen Maße auf sich allein gestellt“, bemängelt Mergel. Dabei sei die Terrorprävention keine Sache der Kommunen.


Die angeordneten Maßnahmen müssten verhältnismäßig sein. So gilt als Maßstab für die Zufahrtssperre die angenommene Bedrohung durch einen 7,5-Tonner, obwohl ein Anschlag per Lkw in Deutschland bisher erst einmal, nämlich 2016 in Berlin, vorgekommen ist. 

Strobl bekräftigte, dass die Veranstalter, in diesem Fall also die Stadt Heilbronn, für die Sicherheit ihrer Veranstaltungen zuständig sind. Der Staat unterstütze sie durch offene und verdeckte Polizeiarbeit. Auch mit strengeren Regeln könne Politik mehr Sicherheit organisieren, etwa durch Waffenverbote. „Das wird auch kontrolliert“, versicherte Strobl. „Man kann mit gutem Gewissen zum Weihnachtsmarkt gehen“, so der CDU-Politiker aus Heilbronn. 

Der Heilbronner Polizeipräsident Frank Spitzmüller, OB Harry Mergel und Innenminister Thomas Strobl (von links) tauschen sich auf dem Käthchen Weihnachtsmarkt über Sicherheitsvorkehrungen aus.
Der Heilbronner Polizeipräsident Frank Spitzmüller, OB Harry Mergel und Innenminister Thomas Strobl (von links) tauschen sich auf dem Käthchen Weihnachtsmarkt über Sicherheitsvorkehrungen aus.  Foto: Kühl, Jörg

Deshalb geht Bad Wimpfen bei der Terrorabwehr einen anderen Weg als Heilbronn

Während Heilbronn die einklappbaren Spezialsperren eines Schweizer Herstellers für viel Geld miete, geht Bad Wimpfen einen anderen Weg. „Wir haben unsere Sperren (vom selben Hersteller, die Redaktion) für etwa 170.000 Euro gekauft“, berichtet Bürgermeister Andreas Zaffran. Bei der Vielzahl an größeren Veranstaltungen im Kalender der Stauferstadt sei das eine Investition, die sich rasch amortisiere.

Gekauft statt gemietet: Einklappbare Zufahrtssperren zum Altdeutschen Weihnachtsmarkt in Bad Wimpfen.
Gekauft statt gemietet: Einklappbare Zufahrtssperren zum Altdeutschen Weihnachtsmarkt in Bad Wimpfen.  Foto: Kühl, Jörg

Steffen Schoch, Geschäftsführer der Heilbronner Stadtmarketing-Gesellschaft, appelliert an die Politik, zu bundesweit einheitlichen Regelungen zu kommen, was die Sicherheit auf Großveranstaltungen angeht. Bisher gehe jede Kommune ihren eigenen Weg. Auch er findet, Terrorabwehr könne keine Aufgabe der Städte und Gemeinden sein. Die Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing (BCSD) werde sich entsprechend positionieren, kündigt Schoch an.


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