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Mahnwache von Rechten und Gegendemo in Heilbronn – Polizei überwacht

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Eine rechte Fackelmahnwache sorgt auf dem Heilbronner Wartberg erneut für Proteste und ein großes Polizeiaufgebot. Die Gegendemonstranten machen lautstark auf die Gefahr von Geschichtsrevisionismus aufmerksam.


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Erneut haben Rechte eine Mahnwache auf dem Wartberg abgehalten, dagegen hat es in der Stadt Heilbronn sowie vor Ort auf dem Wartberg Gegendemonstrationen gegeben. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort.

Laut Polizei blieb es bis Redaktionsschluss ruhig, einzelne Demonstranten hätten versucht, in die Weinberge in Richtung der Mahnwache zu gelangen. Sie seien zurückgebracht worden.

Rechte Fackelmahnwache am Heilbronner Wartberg: Das steckt dahinter

Anlass war der Jahrestag der Zerstörung Heilbronns 1944. Hinter der Fackelmahnwache stand in den Vorjahren stets der „Freundeskreis ein Herz für Deutschland“ mit Sitz in Pforzheim, auch dieses Mal stand der Name auf einem Plakat mit der Aufschrift „Alliierte Kriegsverbrechen“.


Auf seinem Weblog hat der Heilbronner Rechtsextreme Michael Dangel auf den Jahrestag hingewiesen, auch unter dort eingestellten Terminen. „Eine Kerze für den Frieden“ heißt es dort, mit „Gegen das Vergessen“ wird auf die Zerstörung der Stadt im Jahr 1944 verwiesen.

Am 4. Dezember 1944 hatte die British Air Force 1090 Tonnen Bomben über der Stadt abgeworfen. Der Blog des Heilbronners stellt einen Bezug her zum Vorgehen der israelischen Armee im Gazastreifen nach dem brutalen Überfall der Hamas auf Israel, ohne jedoch die Ermordung der Israeli und Entführung von Geiseln zu erwähnen: „Damals Heilbronn – heute Palästina“, heißt es auf der Internetseite.

Gegendemonstranten in der Heilbronner Innenstadt und auf dem Wartberg

Schon vor der Aktion auf dem Wartberg hatten sich gut 80 Menschen am Bollwerksturm zur Kundgebung vom Netzwerk gegen Rechts versammelt, um der Bombardierung Heilbronns zu gedenken. „Das Datum ist für die Region eine ganz besondere Warnung“, sagte die Organisatorin. „An diesem Tag gedenken wir den Opfern.“ Es sei ein Tag gegen Hass, Ausgrenzung und rechter Ideologien, „aber leider sehen das nicht alle so. Rechtsextreme wollen die Geschichte umdeuten.“ Es sei ihre Pflicht, dem entgegenzustehen. Mehrere Sprecher verschiedener Organisationen kamen zu Wort, betonten, wie wichtig es sei, gegen jede Form von Faschismus zu demonstrieren.

Ähnlich ein Redner auf dem Wartberg. „Aus Täter werden Opfer“, sagte ein Redner. Rechtsextreme wollten Geschichte umdeuten.


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Lärm auf dem Heilbronner Wartberg: Mit Musik und Rätschen gegen Fackeln

Dort wurde es auch laut. „Alerta, alerta, antifascista“ oder „Es gibt kein Recht auf Nazipropaganda“ riefen die Gegendemonstranten in Richtung der Teilnehmer einer Mahnwache, die zur Uhrzeit des Luftangriffs im Jahr 1944  Fackeln anzündeten. Musik dröhnte, mit Rätschen und Trillerpfeifen machten die Demonstranten Lärm. Laut Polizei nahmen 25 Personen an der Mahnwache teil, in zwei Bereichen für die Gegendemonstranten waren es zusammen etwa 100. 

Unter den Teilnehmern der Fackelmahnwache war auch die rechtsextreme Kleinpartei „Der dritte Weg“, darauf deuteten Jacken hin. Ein Redner sagte, dass Heilbronn Opfer des „alliierten Vernichtungswillen“ geworden sei. 




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