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Razzia gegen illegalen Tabakhandel in Heilbronn – „da passiert zu wenig“

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Die Razzia mit teils vermummten Kräften von Zoll und Polizei gegen illegalen Tabakhandel sorgte in Heilbronn für Aufsehen. Händlern, die Zigaretten und Co. auf legalem Wege vertreiben, reicht das aber nicht. 


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Dieser Großeinsatz sorgte für Aufsehen: Teils vermummte Kräfte von Zoll und Polizei durchsuchten mehrere Läden in Heilbronn. Es geht um gefälschte Zigaretten, also illegalen Tabak-Handel. Die Einsatzkräfte waren zum Beispiel in einem Geschäft in der Straße „Am Wollhaus“ zugange. Gefälschte Tabakerzeugnisse im Visier der Ermittler – wie finden das legale Tabakhändler?    

Razzia gegen illegalen Tabak-Handel in Heilbronn – enorme Verluste für Staat

„Es schadet uns, es schadet den Konsumenten“, sagt Maximilian Carle. Er ist Geschäftsführer von Tabakwaren Dietz in Leingarten. Der Großhändler beliefert Tabakgeschäfte sowie Automaten. „Nicht-kontrollierte Ware könnte schädlicher sein. Wer weiß, was da reingestopft ist", sagt Carle. Schaden entsteht noch an anderer Stelle. „Für den Staat bedeutet es enorme Einnahmeverluste“, sagt Carle.

Ein Zigarettenautomat vor dem Gelände von Tabak Dietz in Leingarten.
Ein Zigarettenautomat vor dem Gelände von Tabak Dietz in Leingarten.  Foto: Wieland, Tobias

Nach WDR-Angaben wurden in Deutschland im Jahr 2024 nach Zoll-Schätzungen 1,6 Milliarden illegale Zigaretten verkauft. Laut des Berichts entstand dem Staat dadurch ein Schaden von etwa 368 Millionen Euro. Denn illegal produzierte und vertriebene Kippen werden nicht versteuert. 

Steuern auf Zigaretten – nicht aber auf illegale Tabakwaren

„Das macht uns das Leben schwer“, sagt Carle beim Gedanken an illegale Konkurrenz. Dabei geht es nicht nur um herkömmliche Zigaretten, sondern auch um E-Shishas. Eine Schachtel Zigaretten kostet je nach Packungsinhalt um die zehn Euro. „Den Großteil machen Mehrwert- und Tabaksteuer aus“, sagt Carle. „Die Handelsmarge macht den geringsten Teil aus.“ Gerade in Inflationszeiten befürchtet er, „dass geschmuggelte Produkte noch interessanter werden“.  

Carle begrüßt daher Razzien wie kürzlich in Heilbronn – und wünscht sich mehr. „Da passiert ein bisschen zu wenig. Der Staat sollte schon daran interessiert sein, verstärkt gegen den illegalen Handel vorzugehen.“ 

Inhaberin von Tabak Sasse zu illegalem Handel: „rigoros durchgreifen“

Annemarie Sasse sieht das genauso. Ihr gehört das Geschäft Tabak Sasse in der Heilbronner Innenstadt. „Man sollte härter dagegen vorgehen und rigoros durchgreifen.“ Sie vermutet, dass das Problem noch größer ist und sich nicht auf vereinzelte Läden beschränkt. „Endlich passiert etwas“, sagt Sasse, die darauf setzt, dass „besser überwacht wird“. Schließlich gebe es auch in ihrem Laden Testkäufe zur Einhaltung des Jugendschutzes etwa.   

Bei Tabak Sasse in Heilbronn gibt es seit vielen Jahrzehnten Zigaretten und mehr.
Bei Tabak Sasse in Heilbronn gibt es seit vielen Jahrzehnten Zigaretten und mehr.  Foto: Wieland, Tobias

Die 71-Jährige hat Tabak Sasse, das Geschäft existiert unter diesem Namen seit 1943, im Jahr 2001 übernommen. „Im Moment ist es schwierig für unsere Branche, aber das zieht sich ja überall durch.“ Zu der von Händlern immer wieder geäußerten Kritik an der Heilbronner Innenstadt, es war sogar von einem desolaten Zustand die Rede, stimmt sie zu. „Da können Sie jeden Händler fragen.“   




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