Prozess um Kater Emil geplatzt: Darum wird Urteil erst im nächsten Jahr erwartet
Kater Emil starb qualvoll in einer Schlagfalle. Jetzt ist das Berufungsverfahren gegen den angeklagten Jäger geplatzt – ein Nervenkrieg für die Besitzer und ein Appell an die Bundesregierung.

Das Berufungsverfahren rund um den grausam verendeten Kater Emil ist „geplatzt“, so zumindest formuliert es der Vorsitzende Richter Thilo Kurz am Montagmorgen. Eigentlich sollte ein Zeuge aussagen, den der angeklagte Jäger beim vergangenen Mal als Verdächtigen ins Spiel gebracht hatte.
Weil der Angeklagte aber wegen Herzproblemen für drei Monate krankgeschrieben ist und eine Verhandlung nicht länger als drei Wochen unterbrochen werden darf, ist erstmal Schluss. „Die Verhandlung wird zu gegebener Zeit neu angegangen, wenn der Angeklagte wieder gesund ist.“
Prozess um Kater Emil wegen Krankschreibung geplatzt - "Nervenkrieg geht weiter"
Enttäuschung bei den Besitzern, denen Kater Emil gehörte: „Wir hatten uns gefreut, mit der Sache abzuschließen, aber so kommt alles wieder hoch.“ Der ganze Nervenkrieg gehe wieder von vorn los.
Kritik kommt von der Tierschutzorganisation Peta, die neben dem Besitzer ebenfalls Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Heilbronn wegen Tiertötung und Tierquälerei gestellt hatte. Peter Höffken, Fachreferent fürs Thema Jagd, sagt: „Ich wünsche dem Angeklagten gute Besserung, wenn es ihm schlecht geht, aber leider kennen wir es aus früheren Fällen von Tierquälerei, dass solche Prozesse durch Krankheit verzögert werden.“
Peta sieht in dem Fall Emil einen Appell an die Bundesregierung
Der grausame Tod des Katers Emil, der im September 2021 in einer Falle in Eppingen verstarb, machte bundesweit Schlagzeilen. Der Fall Emil sei ein Appell an die Bundesregierung, ein Nutzungs- und Verkaufsverbot von Schlagfallen auf den Weg zu bringen, betonte Peter Höffken bereits nach der letzten Verhandlung. „Jedes Jahr sterben bundesweit tausende Katzen, Füchse und Marder unter unvorstellbaren Schmerzen in diesen Fallen – in acht von sechzehn Bundesländern sogar noch legal. Fälle wie der von Kater Emil geben diesen Tieren ein Gesicht.“
Der Angeklagte, der ehrenamtlich für die Kommune als Fallensteller tätig ist, wurde vergangenes Jahr vom Amtsgericht Heilbronn freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft legte Berufung ein, und so landete der Fall vor dem Landgericht Heilbronn. Die zentrale Frage bleibt: Hat er die Falle, in der Emil nach einem 15-minütigem Todeskampf verendete, auf seinem verwilderten Grundstück in Eppingen aufgestellt?
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