Echte Pferdemarkt-Stimmung fehlt am Heilbronner Wertwiesenpark
Vor allem das Wetter macht Besuchern und Ausstellern beim Heilbronner Pferdemarkt am Wertwiesenpark zu schaffen. Der Pferdemarkt-Sonntag sorgte für einen versöhnlichen Ausklang.
Der Wettergott meinte es wirklich nicht gut mit dem Heilbronner Pferdemarkt, der erstmals am neuen Standort entlang des Freibades Neckarhalde am Wertwiesenpark stattfand. Die Stadt und die Heilbronn-Marketing GmbH (HMG) hatten die Traditionsveranstaltung aus Sicherheitsgründen an den Rand der Stadt gelegt.
Das bewährte weitläufige Gelände rund um die Harmonie, entlang der Karlsstraße sowie in den seitlichen Gassen bis zur Oststraße und auf dem Friedensplatz hatte die Stadt abgelehnt, weil die Kosten für erhöhte Sicherheitsvorkehrungen auf 500.000 Euro geschätzt wurden. Entlang des Freibades Neckarhalde rechneten die Organisatoren mit weniger als 5000 Menschen, die sich gleichzeitig auf dem Platz aufhalten. Ein wichtiges Kriterium, das es erlaubt, ohne große Sicherheitsvorkehrungen auszukommen.
Dauerregen während Heilbronner Pferdemarkt – Besucher brauchen Schirme im Wertwiesenpark
Vor allem zum Pferdemarkt-Auftakt, der in diesem Jahr erstmals am Freitag stattfand, und auch am Samstag litt der Markt stark unter dem Dauerregen, der von morgens bis abends herrschte. Dennoch war zumindest das Interesse der Heilbronner da, die dann eben mit dem Regenschirm übers Gelände pilgerten, um zu schauen, was die 125 Stände zu bieten hatten.
Das war nur rund die Hälfte der Anbieter, die am alten Standort dabei sein konnten. Mehr gibt die Pferdemarktmeile am Freibad nicht her. Am Samstagnachmittag herrschte vor allem bei den Händlern viel Frust. „Meine Einstellung ist immer positiv, und man muss auch Veränderungen akzeptieren, aber wirtschaftlich kann ich hier die Umsätze nicht erreichen wie in der Innenstadt“, sagt Marco Giovannini. Der Händler aus Erlangen, der seit 30 Jahren in Heilbronn Putztücher und Hochleistungsreiniger anbietet, will im nächsten Jahr trotzdem wiederkommen.
Heilbronner Pferdemarkt 2026: Problem um Standort am Wertwiesenpark
„Es ist problematisch“, sagt Aal-Volker am Stand wenige Meter weiter in typisch norddeutschen Understatement. „Es funktioniert nur, wenn ich mit den Menschen agieren kann und das geht heute nicht“, bekennt der 60-jährige gebürtige Hamburger. Er macht die Kombination aus Wetter und Standort für die Situation verantwortlich. Auch Anja Remmele ist frustriert. „Wenn das so weitergeht, komme ich nicht mal auf das Standgeld“, sagt die Frau aus Bad Rappenau-Obergimpern, die auf dem Pferdemarkt ihren Dosenwurfstand aufgebaut hat.
Die Standgebühren wurden von viele Ausstellern kritisiert. Obwohl die HMG lediglich 60.000 Besucher an den drei Pferdemarkttagen erwartet, blieben die Gebühren in gleicher Höhe, wie in der Innenstadt, wo zu guten Zeiten 180.000 Besucher gekommen sind.
Händler amten am Pferdemarkt-Sonntag auf – „Habe gestern gebetet“
Der Sonntag entschädigt dann die Händler ein wenig, auch weil es weitgehend regenfrei bliebt. „Ich habe gestern Abend gebetet“, sagt Steffen Schoch augenzwinkernd. „Der Pferdemarkt spricht auch am neuen Standort die Besucher an“, ist der Geschäftsführer der Heilbronn Marketing GmbH am Sonntagnachmittag überzeugt.
Wie viele Besucher an den drei Tagen tatsächlich gekommen sind, will er nicht schätzen. Die prognostizierten 60.000 werden aber nicht erreicht. „Wir haben jedenfalls einiges eingekauft. Man muss die Händler doch unterstützen“, sagt Verena Gehrig lachend. Die Heilbronnerin ist mit ihren Freunden sogar Riesenrad gefahren. „Es war richtig süß, Heilbronn von oben zu sehen“, betont Heike Althaus.
Versöhnlicher Pferdemarkt-Ausklang: „Heilbronner sind treue Kunden“
Auch Aal-Volker gibt sich am Schlusstag versöhnlicher. „Es war nicht voll, aber wir konnten ein bisschen was aufholen“, so der 60-jährige Marktschreier. Den Standort hält er dennoch „für problematisch“. „Jetzt ist es ganz okay“, atmet auch Manfred Kern an seinem Gewürzstand durch. Der 69-Jährige aus Obersulm-Weiler zählt zu den Pferdemarkt-Urgesteinen. „Wir haben den Vorteil, dass wir hier unten ohne Konkurrenz sind“, bekennt er. Am alten Standort gab es mehrere Gewürzstände. „Die Heilbronner sind treue Kunden“, lobt Uschi Schröter an ihrem Imbissstand. „Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen“, zieht die Heilbronner Gastronomin Bilanz.
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