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Regenwetter beim Heilbronner Pferdemarkt: Marktschreier sorgen trotzdem für Stimmung

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Neuer Standort im Wertwiesenpark, immer wieder Nieselregen: Der Heilbronner Pferdemarkt 2026 steht unter keinem guten Stern. Marktschreier wie Kuchen-Kati und Wattwurm-Micha versuchen dennoch, die Laune hochzuhalten.


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Vom Dauerregen am Pferdemarkt-Samstag in Heilbronn lässt sich Marktschreier Micha die Stimmung kein bisschen vermiesen. „Heute ist Gute-Laune-Tag. Es ist der dritte Todestag meiner Schwiegermutter“, ruft der Händler aus seinem Verkaufswagen. Beim Heilbronner Pferdemarkt ist sein Wattwurm-Lkw im hinteren Bereich, beim Vergnügungspark und nahe des Eingangs zum Wertwiesenpark platziert. 

Mit seinen Wortspielen und unterhaltsamen Publikumsansprachen bringt er seine Wurstvielfalt unter die Leute. Auch wenn aufgrund des nasskalten Wetters weniger Besucher zum erstmals zwischen dem Freibad Neckarhalde und dem Wertwiesenpark stattfindenden Pferdemarkt gekommen sind: Immer wieder bleiben die Menschen vor dem Wattwurm-Wagen stehen und interessieren sich für das Angebot.

Heilbronner Pferdemarkt 2026: Finanzieller Erfolg für Marktschreier fraglich

Mit Sprüchen wie „Willst du kräftig nach Schinken stinken, musst du schnell zum Wattwurm hinken“ oder dem Versprechen, dass bei dem Genuss seiner kräftigen Wurst-Spezialitäten gleich noch das heimische Schlafzimmer-Verbot garantiert ist, sorgt Marktschreier Micha bei seinen potenziellen Kunden für Lacher.


„Ob sich dieses Wochenende finanziell lohnt, muss man abwarten“, sagt der Marktschreier. Die Zwischenbilanz bei den Pferdemarkt-Händlern fällt nach der ersten Hälfte der Marktzeit durchwachsen aus. Beim diesjährigen Pferdemarkt sind die sechs Marktschreier übers Gelände verteilt. Bissige Dialoge und der verbale Wettstreit zwischen den Händlern, die ansonsten für Vergnügen bei den Besuchern sorgen, bleiben aus. Wattwurm-Micha erklärt: „Ich muss die Leute, die hier vorbeilaufen, gezielt ansprechen.“ Die meisten Angesprochenen bleiben auch stehen, lassen sich auf die amüsanten Sprüche ein und probieren vom Angebot.

Marktschreierin Kuchen-Kati: „Alter Pferdemarkt-Standort war besser“

„Das Heilbronner Publikum ist sensationell“, erklärt Marktschreier Wattwurm-Micha. „Die Gags kommen gut an.“ Wie beispielsweise bei Sevin und Karin Schuhmacher. Beide haben Würste beim Wattwurm gekauft – und gleich eine Tüte voller kräftig gewürzter Köstlichkeiten mitgenommen.

Kuchen-Kati verkauft auf dem Heilbronner Pferdemarkt eine prall gefüllte Süßigkeiten-Tüte an Julia Gärtner.
Kuchen-Kati verkauft auf dem Heilbronner Pferdemarkt eine prall gefüllte Süßigkeiten-Tüte an Julia Gärtner.  Foto: Daniel Hagmann

Nicht weit vom Eingang des Pferdemarkts nahe der Neckarhalde haben Keks-Ronny und Kuchen-Kati ihren Süßigkeiten-Wagen aufgestellt. Für sie als Marktschreierin funktioniert der neue Standort nicht besonders, sagt Kuchen-Kati: „In der Stadt war es viel besser. Da kam deutlich mehr Laufkundschaft, die wir ansprechen und mit unseren Sprüchen vom Angebot überzeugen konnten.“

Heilbronner Pferdemarkt: Marktschreier machen gute Stimmung trotz tristen Wetters

Pferdemarkt-Besucherin Julia Gärtner schaut nur kurz zum Süßigkeiten-Stand – und schon kommt sie mit Kuchen-Kati kurzweilig ins Gespräch. Die Marktschreierin demonstriert ihr Angebot witzig und unterhaltsam – und kurze Zeit später hat Gärtner eine prall gefüllte Tüte mit Schokolade, Kekse, Kuchen und Kräckern in der Hand. „Wenn wir merken, dass Interesse da ist, sprechen wir die Leute an“, sagt Kuchen-Kati. Man merkt aber der Marktschreierin an, dass die Mischung aus entlegenerem Standort, weniger Besucher und schlechtem Wetter auch ihr ein wenig aufs Gemüt drückt. 

Wattwurm-Micha preist auf dem Heilbronner Pferdemarkt seine Wurstspezialitäten mit flotten Sprüchen an.
Wattwurm-Micha preist auf dem Heilbronner Pferdemarkt seine Wurstspezialitäten mit flotten Sprüchen an.  Foto: Daniel Hagmann

Wattwurm-Micha nimmt die Verhältnisse wie sie kommen. „In den vergangenen Jahrzehnten hab’ ich schon alles Mögliche erlebt.“ Auch bei widrigen Rahmenbedingungen versucht er für Stimmung und Absatz zu sorgen. „Die Leute sind ja da. Man muss halt auch auf sie zugehen“, sagt er. Schon kommt die nächste Pferdemarkt-Besuchergruppe des Weges. Wattwurm-Micha ist gut gelaunt: „Und es geht weiter auf der Hühnerleiter.“ 




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