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Neues Max-Planck-Zentrum verbindet Medizin-Forschung aus Heilbronn und Seoul

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Zellen mit Magneten steuern und Tumore gezielt bekämpfen: Ein neues Max-Planck-Zentrum verbindet Forschung aus Heilbronn und Seoul. Dahinter steckt ein vielversprechender Ansatz für die Medizin der Zukunft.


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Weltweit einzigartige Projekte tun sich zusammen, und heraus kann Spitzenforschung in der Medizin werden. Diesen Eindruck vermittelt Joachim Spatz, Geschäftsführender Direktor am Max-Planck-Institut für medizinische Forschung in Heidelberg, wenn er über eine neue Kooperation spricht. Die Wissenschaftler kennen sich zwar schon länger, im August wird das Max-Planck-Center offiziell: Hier arbeiten Experten des Max-Planck-Instituts für medizinische Forschung in Heidelberg mit den in Heilbronn angesiedelten Abteilungen, dem Max-Planck-Institut für Neurobiologie des Verhaltens in Bonn und dem Institute for Basic Science (IBS) an der Yonsei University in Seoul zusammen.

Max-Planck-Abteilungen in Heilbronn werden mit Seoul kooperieren: Das steckt dahinter

Ziel des Zentrums ist es laut einer Pressemitteilung, „zelluläre Prozesse tief im Inneren menschlichen Gewebes sichtbar zu machen und gezielt zu beeinflussen – ohne das Gewebe dabei zu schädigen“. Worum es genau geht, erklärt Joachim Spatz so: Die Südkoreaner können winzige Teilchen herstellen und mit Magneten bewegen. Man könne sie im Körper bewegen, so das Ziel, ohne dabei „harte Röntgenstrahlung“ einsetzen zu müssen, sagt Joachim Spatz.

Die Max-Planck-Wissenschaftler können laut Joachim Spatz synthetische Immunzellen entwickeln. Die würden beispielsweise dann benötigt, wenn der eigene Körper nicht mehr genügend eigene Immunzellen herstellen kann.

Die langfristige Hoffnung sei, dass diese synthetischen Zellen in die Blutbahn injiziert werden. Im Körper können sie lange bleiben, beispielsweise Tumorzellen finden und diese bekämpfen, so der Geschäftsführende Direktor im Gespräch mit stimme.de.

Feierstunde in Seoul zur Gründung des neuen Max-Planck-Centers (von links): der Präsident der Yonsei University Dong-Sup Yoon, daneben Jinwoo Cheon, Direktor des IBS Center for Nanomedicine und Direktor des neuen Max Planck–Yonsei IBS Centers, Joachim Spatz, Direktor des Max Planck Instituts für medizinische Forschung und Do Young Noh, Direktor IBS Headquarters. Copyright: IBS – Yonsei University
Feierstunde in Seoul zur Gründung des neuen Max-Planck-Centers (von links): der Präsident der Yonsei University Dong-Sup Yoon, daneben Jinwoo Cheon, Direktor des IBS Center for Nanomedicine und Direktor des neuen Max Planck–Yonsei IBS Centers, Joachim Spatz, Direktor des Max Planck Instituts für medizinische Forschung und Do Young Noh, Direktor IBS Headquarters. Copyright: IBS – Yonsei University  Foto: Copyright: IBS – Yonsei University

Forschung in Heilbronn und Seoul: Magnete lotsen Immunzellen durch den Körper

Schneller könnte es mit den Magneten der Südkoreaner gehen. Mit ihnen könnten diese Zellen auf direktem Weg zu einem Tumor gelotst werden, sagt Joachim Spatz. Denkbar ist für ihn ebenfalls, dass die Zellen gezielt aktiviert oder abgeschaltet werden.

In einer Pressemitteilung zur neuen Kooperation heißt es: Die drei Partnerinstitutionen würden mit dem neuen Zentrum ein zukunftsweisendes Feld der biomedizinischen Grundlagenforschung erschließen. Technologien sollen entwickelt werden, „mit denen sie Zellen und zelluläre Prozesse unterhalb dicker Gewebeschichten und in komplexen Umgebungen von außen untersuchen und steuern können“. Klassische Verfahren, etwa mit Licht, stießen hier an physikalische Grenzen. Regelmäßig reisen Forscher aus Südkorea nach Heilbronn und Wissenschaftler von dort nach Seoul.

Max-Planck-Wissenschaftler untersuchen mithilfe magnetischer Nanopartikel, wie physikalische Kräfte das Wachstum neuer Blutgefäße beeinflussen. In dieser mikroskopischen Aufnahme sind winzige Blutgefäßsprösslinge (rot mit blauen Zellkernen) zu sehen, die aus dreidimensionalen Gewebemodellen mit kugelförmiger Struktur herauswachsen. Copyright: MPI für medizinische Forschung
Max-Planck-Wissenschaftler untersuchen mithilfe magnetischer Nanopartikel, wie physikalische Kräfte das Wachstum neuer Blutgefäße beeinflussen. In dieser mikroskopischen Aufnahme sind winzige Blutgefäßsprösslinge (rot mit blauen Zellkernen) zu sehen, die aus dreidimensionalen Gewebemodellen mit kugelförmiger Struktur herauswachsen. Copyright: MPI für medizinische Forschung  Foto: Copyright: MPI für medizinische Forschung

Das Max-Planck-Institut für medizinische Forschung aus Heidelberg will Anfang 2026 ihre Räume in Heilbronn beziehen. Dass das Institut kommt, ist auf die finanzielle Unterstützung der Dieter-Schwarz-Stiftung zurückzuführen. Ein erster Sitz wird im Zukunftspark Wohlgelegen sein, so Joachim Spatz. Die finale Unterkunft auf dem Bildungscampus stehe derzeit nicht fest. Die Stiftung investiert gerade in den Bildungscampus, vergrößert ihn deutlich.




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