Lumumba wieder auf Heilbronner Weihnachtsmarkt erhältlich
Das umstrittene Kakao-Getränk Lumumba ist erneut auf dem Heilbronner Weihnachtsmarkt erhältlich. Im Jahr zuvor hatte der Name für Aufregung gesorgt.
Im vergangenen Jahr sorgte das Heißgetränk Lumumba für Diskussionen. Auch in Heilbronn haben Standbetreiber auf dem Käthchen Weihnachtsmarkt den Kakao mit Schuss – wahlweise mit oder ohne Schlagsahne – unter diesem Namen angeboten und damit polarisiert. Denn der mutmaßliche Namensgeber Patrice Lumumba, ein kongolesischer Politiker, Freiheitskämpfer und erster Premierminister des unabhängigen Kongos, wurde 1961 von einem Erschießungskommando ermordet. Viele fanden die Namenswahl geschmacklos, andere zeigten angesichts der Aufregung Unverständnis.
In diesem Jahr kommt die Diskussion erneut auf. Auf dem Weihnachtsmarkt in Mainz wird es künftig keinen Lumumba mehr geben. Darauf haben sich laut aktuellen Medienberichten Stadt und Marktbeschicker geeinigt. In Heilbronn hingegen steht das Getränk erneut auf der Karte.

Lumumba erneut auf Heilbronner Weihnachtsmarkt zu finden
Am Dienstag hat der diesjährige Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz und Kiliansplatz eröffnet. Ein Gang entlang der Stände zeigt, von der Diskussion im vergangenen Jahr haben sich manche Schausteller nicht beeindrucken lassen. Lumumba ist bei einigen im Angebot zu lesen. Dazu äußern wollen sie sich nicht.
Im vergangenen Jahr hatte sich der Veranstalter des Weihnachtsmarkts klar gegen den Begriff positioniert und den Standbetreibern empfohlen, das Getränk in „Heiße Schokolade mit Rum“ umzubenennen. Das bestätigt die Heilbronner Marketing GmbH (HMG) auf Anfrage. Manche Verkäufer waren dieser Aufforderung nachgekommen, andere zeigten sich uneinsichtig. Damals sah die HMG davon ab, eine Kontrolle oder gar ein Verbot des Namens durchzusetzen. Einzelne Verkäufer versuchen der Kontroverse in diesem Jahr zu entgehen, indem sie den Namen in Lamamba oder Lomomba abgeändert haben.
Lumumba-Diskussion in Heilbronn: So halten es andere Weihnachtsmärkte
Am Freitag startet der Altdeutsche Weihnachtsmarkt in Bad Wimpfen, bei dem es im vergangenen Jahr ebenfalls Lumumba zu kaufen gab. „Wir schließen uns dieser Diskussion nicht an“, sagt Jasmin Scheuring, Erste Vorsitzende des ansässigen Handels- und Gewerbevereins. Bislang wisse sie von einem Stand, der das Getränk in diesem Jahr anbietet. Ob es weitere gibt, werde sich am Wochenende zeigen. “Wir machen keine Vorschriften“, stellt sie klar. Im vergangenen Jahr habe es lediglich eine Rückmeldung aus der Bevölkerung zu dem Thema gegeben.

Beim Weihnachtsmarkt in Öhringen, der ebenfalls am Freitag startet, ist die Lumumba-Diskussion kein Thema. Im letzten Jahr habe es niemanden gegeben, der Lumumba verkauft, gibt Anna-Maria Dietz, Amtsleiterin des Stadtmarketings, an. Auch in diesem Jahr ist bislang nichts dazu bekannt. Sollte doch ein Fall dieser Art aufkommen, werde das Team vom Stadtmarketing sich beraten, wie man damit umgeht und gegebenenfalls mit dem Verkäufer ins Gespräch gehen.
Kommentare öffnen


Stimme.de
Kommentare
Günther Knapp am 28.11.2025 12:53 Uhr
Überzogene Kritiken an Namensgebungen wie hier Lumumba und auch bezüglich angeblichem Rassismus kann auch "weltoffene Bürger" nur noch nerven. Es sind nur sehr wenige Menschen, die sich an Namensbezeichnungen stören die in keinem Fall beleidigend oder herabwürigend gegen einzelne Personen und Personenkreise gemeint sind. Ähnlich war es bei den Faschingskrapfen eines Heilbronner Bäckers. In meinem Bekanntenkreis gibt es sehr unterschiedliche Menschen, Herkunft und auch Hautfarbe. Wichtig ist bei Namensgebungen uns Aussagen, dass kein beleidigender Hintergrund vorhanden ist.
Leider gibt es Menschen, ich möcht sie nicht "Gutmenschen" nennen, die völlig überzogen andere erziehen wollen!