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So blicken Standbetreiber aufs erste Weihnachtsmarkt-Wochenende in Heilbronn

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Der Heilbronner Weihnachtsmarkt ist am Dienstag gestartet: Wie sich die Aussteller auf das erste Wochenende vorbereiten und was sie sich davon erwarten.

Von bit

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Ein Pärchen steht auf dem Kiliansplatz und singt Weihnachtslieder, Kinderaugen strahlen, wenn sie in das kleine Riesenrad in der Fleiner Straße steigen, vor dem Rathaus lockt der Duft von Glühwein und Baumstriezeln die Besucher an. Last Christmas von Wham! erklingt im Innenhof des Rathauses, während auf der Kunsteisbahn Jugendliche ihre Runden drehen. „Die Heilbronner lieben ihren Weihnachtsmarkt“, sagt Karl Traber, einer der Standbetreiber, und lacht. 

Der Süßwarenhändler ist zufrieden mit dem Dienstagabend, an dem der Heilbronner Käthchen Weihnachtsmarkt eröffnet wurde. Es sind trotz des Wetters viele Leute gekommen. Als hinderlich empfindet er dafür die Umstellung des Markts, viele Stände und Aufbauten stehen nicht mehr da, wo sie zuvor zu finden waren. Das mache es den Besuchern und den Ausstellern schwerer, zu finden und gefunden zu werden. Er selbst habe Glück und stehe bereits seit drei Jahren am selben Platz in der Fleiner Straße.

Käthchen Weihnachtsmarkt in Heilbronn: Fotos mit dem Nikolaus am Freitag möglich

„Die Menschen vor Ort nehmen uns gut an“, sagt Traber. Auch dem kommenden Wochenende sieht er positiv entgegen: Das Wetter soll nicht schlecht werden, deswegen ist er guter Dinge, dass die Besucherzahlen ebenfalls zufriedenstellend werden. Für das Wochenende hat er sich auch etwas Besonderes ausgedacht: den Erdbeerbecher. Erdbeeren mit flüssiger Schokolade übergossen wird es dann bei ihm geben, als Abwechslung zu den klassischen Schokofrüchten.


Ebenfalls etwas Besonderes im Gepäck hat Marco Geißler. Er ist dieses Jahr mit zwei Ständen am Weihnachtsmarkt vertreten. Am Freitag kommt der Nikolaus zu ihm an den Bubble-Waffel-Stand, dann ist die Bevölkerung eingeladen, Bilder zu machen. Den Darsteller zahlt er aus eigener Tasche, das Angebot ist für Besucher  kostenfrei. „Ich will einfach ein bisschen was zurückgeben“, sagt er. Denn von den Menschen vor Ort und von der Zusammenarbeit mit der Stadt ist er positiv überrascht: „Die Stadt lässt einen nicht im Regen stehen.“ Wenn man etwas brauche oder Anregungen habe, könne man sich immer an die Heilbronn Marketing GmbH wenden. Vieles wird dann umgesetzt. „Man muss eben mit den Leuten sprechen.“

Standbetreiber: Das Kaufverhalten hat sich verändert – auch in Heilbronn

Dem Wochenende schaut Marco Geißler aber nicht ganz so positiv entgegen: „Die Kaufkraft sinkt, alles wird teurer, wenn einer 100 Euro hat und schon zehn für einen Glühwein und eine Bratwurst ausgeben muss, ist das viel.“ Auch das Kaufverhalten habe sich seiner Ansicht nach verändert, das Geld sitze nicht mehr so locker. Er selbst versuche, seine Preise zu halten, seit Corona sind sie gleichgeblieben, sagt er. Der Dienstag sei im Vergleich zu letztem Jahr schlechter gewesen, dies führt er auch auf das Wetter zurück.

Doch nicht nur bei den Essens- und Getränkeständen ist die Stimmung überwiegend gut: Philippe Lazaro von Hüte Lazaro sieht dem Wochenende gelassen entgegen. Seit 24 Jahren stellt er auf dem Heilbronner Weihnachtsmarkt aus. Etwas besonderes habe er nicht vorbereitet, aber die Leute werden kommen, ist er überzeugt. Durch die Absperrungen und die Mühen der Stadt fühle er sich sehr sicher, für ihn stehe das in keinem Gegensatz zu einer schönen Weihnachtsmarktstimmung. „Bisher läuft es gut“, sagt auch Amelie Hilbich. Sie arbeitet beim Stand von Liebelei Bio (Eier-)liköre. Und wenn das Wetter am Wochenende gut wird, dann sehe sie keinen Grund, warum sich das ändern sollte. 

„Es wird gut werden“ – Weihnachtsmarkt-Händler in Heilbronn hofft auf Dezember

Bei ihm habe sich der Besucherstrom am Dienstag in Grenzen gehalten, sagt Enrico Böhm, aber es sei noch kein Fazit möglich. Er steht mit mehreren Ständen und einem Glühweinhaus im Innenhof des Rathauses. Bereits in der dritten Generation betreibe er das Unternehmen. „Die Leute sind gewohnt, dass hier nichts ist, vielleicht findet uns einfach niemand“, sagt er. Außerdem liegen keine Karten oder Prospekte mit dem Budenplan mehr aus. Für die ältere Generation sei das schlecht, aber er verstehe es, da dadurch viel Müll zusammenkam.

Trotz Nieselregen am Eröffnungstag des Heilbronner Käthchen Weihnachtsmarktes tummeln sich Besucher zwischen den Ständen. Das lässt die Standbetreiber auf das Wochenende hoffen.
Trotz Nieselregen am Eröffnungstag des Heilbronner Käthchen Weihnachtsmarktes tummeln sich Besucher zwischen den Ständen. Das lässt die Standbetreiber auf das Wochenende hoffen.  Foto: Seidel, Ralf

„Seit ich denken kann, bin ich auf Weihnachtsmärkten gewesen“, sagt Enrico Böhm. Er hofft vor allem auf den Dezember. Das ist der letzte Monat des Jahres, seine Erfahrung habe gezeigt, dass dann das Geld etwas lockerer sitzt. Auch dem kommenden Wochenende sieht er positiv entgegen. „Es wird gut werden“, ist er überzeugt, denn am Wochenende kommen auch viele von außerhalb nach Heilbronn.




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