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Kriminalstatistik des Polizeipräsidiums Heilbronn: Tötungsdelikte 2024 auf Rekordniveau

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Die Kriminalzahlen in der Stadt Heilbronn sind auffällig angestiegen. Immer öfter verwenden Täter Messer. Besondere Gefahr droht aber Polizisten bei Einsätzen.


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Im vergangenen Jahr ist es im Bereich des Polizeipräsidiums Heilbronn 52 Mal zu Straftaten gegen das Leben gekommen. Das ist mit weitem Abstand ein Rekordwert im Vergleich zu den Jahren zuvor. Die Zahlen stammen aus der jährlich ausgewerteten Kriminalstatistik des Polizeipräsidiums Heilbronn (PKS). Auffällig: Vor allem im Stadtgebiet von Heilbronn sind die Zahlen drastisch angestiegen – von acht (2023) auf 27 Fälle im vergangenen Jahr, wie Frank Belz, Sprecher des Polizeipräsidiums Heilbronn, auf Nachfrage erklärt.

Das heißt: Im Schnitt kam es im vergangenen Jahr alle zwei Wochen zu einem Angriff gegen das Leben. „Eine solch hohe Steigerung der Fälle im Stadtkreis Heilbronn gab es in den letzten zehn Jahren nicht“, sagt der 53-Jährige. Alle anderen Landkreise seien etwa auf Vorjahresniveau geblieben. Die Tendenz im ersten Halbjahr 2025 sei rückläufig, so Belz.

Anstieg brutaler Straftaten in Heilbronn im vergangenen Jahr

Es sind brutale Straftaten wie die im Dezember 2024. Zwei türkische Brüder, 33 und 29 Jahre alt, sollen ihren Schwager in dessen Wohnung mit Messer und Schlüssel so schwer verletzt haben, dass die Staatsanwaltschaft von gemeinschaftlich versuchtem Mord ausgeht. Es soll um die Familienehre gegangen sein.

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Ebenfalls wegen der vermeintlich verletzten Familienehre sollen sieben junge Männer im September des vergangenen Jahres versucht haben, in einer Wohnung in Heilbronn Vater und Sohn der darin lebenden Familie zu ermorden. Beide Verfahren werden derzeit am Heilbronner Landgericht verhandelt.

Zahl der Straftaten gegen das Leben steigt: Angriffe auch in Heilbronner Innenstadt 

Belz vom Polizeipräsidium erklärt weiter, dass bei 26 der 27 Fälle im Stadtgebiet die Tatverdächtigen zwischen 20 und 75 Jahre alt gewesen seien. Bei manchen Angriffen gegen das Leben ist nicht nur ein Täter tatverdächtig. So gab es bei den 27 Fällen 30 Tatverdächtige – neun hatten die deutsche, 21 Tatverdächtige hatten nicht die deutsche Staatsbürgerschaft, teilt der Polizei-Sprecher auf Nachfrage mit.

In 15 Fällen verwendeten die Täter ein Messer oder einen messerähnlichen Gegenstand, wie beispielsweise einen Schraubenzieher. Oder sie setzten zusätzlich andere Gegenstände, wie einen Baseballschläger ein. „14 der 27 Taten ereigneten sich im unmittelbaren Innenstadtbereich, nicht nur in der Messerverbotszone.“

Nach Raserunfall ermittelt Polizei wegen versuchten Mordes

Zu den Straftaten gegen das Leben zählen auch drei Verfahren wegen Schwangerschaftsabbrüchen. Zwei davon waren aus dem Jahr 2019 und seien 2024 rechtskräftig geworden, erklärt Belz. Auch gegen einen tatverdächtigen Syrer, der in Wüstenrot einen SL-Mercedes gestohlen und bei der Verfolgungsjagd auf Polizisten zugerast sein soll, ermittelt die Polizei wegen versuchten Mordes.

„Es wird schneller zugestochen“: Polizei über schwere Straftaten in Heilbronn besorgt

Bei der Vorstellung der PKS Ende März wies Polizeipräsident Frank Spitzmüller darauf hin, dass Messer bei Straftaten mittlerweile eine tragende Rolle spielten. „Es wird schneller zugestochen.“ Der 53-Jährige bezeichnet diese Entwicklung als besorgniserregend – auch für Polizisten, für die solche Einsätze gefährlich und unberechenbar seien. Für die öffentliche Sicherheit stellten Messer eine besondere Herausforderung dar.

Heilbronner Polizei hat besonders Messerdelikte im Blick – zielgerichtete Kontrollen

Das Phänomen Messerangriff wurde im Jahr 2022 neu in die PKS aufgenommen, erklärt Belz. Darunter fallen Delikte, bei denen der Täter einen Messerangriff nur androht oder ihn tatsächlich ausführt. Im vergangenen Jahr ereigneten sich im Bereich des Polizeipräsidiums Heilbronn 170 Messerangriffe. 87 Menschen wurden verletzt, 75 davon leicht, zehn schwer. Zwei Menschen starben nach einem Angriff mit einem Messer. 126 tatverdächtige Messerangreifer seien zuvor schon einmal kriminalpolizeilich aufgefallen, erklärt Belz.

Die Polizei habe den Deliktsbereich Messerangriffe besonders im Blick. Maßnahmen, wie die Messerverbotszone in Heilbronn und zielgerichtete Kontrollen durch die Polizei, sollen das Sicherheitsempfinden der Menschen stärken.




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