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Vorfälle mit Macheten im Raum Heilbronn: Was aktuelle Fallzahlen aussagen – und was nicht

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Vorfälle, in denen Macheten im Spiel sind, scheinen sich zuletzt zu häufen. Wie ist die Lage in Heilbronn und der Region? Die Polizei hat Antworten – und erklärt die Rechtslage.


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Beunruhigende Taten scheinen sich aktuell zu häufen. Im Mittelpunkt: Macheten. Schlagzeilen machte zuletzt ein Fall in Essen, bei dem ein Mann mutmaßlich mehrere Brände gelegt und Menschen mit einer Machete bedroht haben soll. Auch im Raum Heilbronn wurden in der Vergangenheit Personen erwischt, die eine Machete mitgeführt haben. Wie ist die Rechtslage – und wie die genaue Situation mit Fällen aus der Region? 

Macheten-Vorfälle in Heilbronn: So hoch sind die Fallzahlen laut Polizei

Die Heilbronner Stimme hat bei der Polizei Heilbronn nachgefragt, die für das Stadtgebiet und Landkreise in der  Region zuständig ist. Bislang verzeichne die Polizei für das Jahr 2024 insgesamt 39 Fälle, bei denen eine Machete eine Rolle spielte oder mitgeführt wurde. Fälle gab es etwa im Mai auf einem Lidl-Parkplatz in Heilbronn, im Juni in Heilbronn am Buga-Gelände und im Juni in Güglingen. Für das Jahr 2023 konnte die Polizei insgesamt sieben Fälle registrieren.

"Tatsächlich", so die Polizei, sei "eine signifikante Steigerung erkennbar." Aber: Wie viele Macheten in Heilbronn und der Region nicht nur mitgeführt und entdeckt, sondern auch als Waffen eingesetzt worden sind, kann die Polizei nicht beantworten. Es handele sich "um ganz unterschiedliche Fälle". Die 39 Fälle bedeuten nicht, dass es 39 Gefährdungen gab. 

Laut Angaben der Polizei habe es sich "ausschließlich" um Männer gehandelt, bei denen zwischen 2023 und 2024 im Heilbronner Raum Macheten entdeckt wurden. Die Staatsangehörigkeit sei "überwiegend deutsch" gewesen, "in Einzelfällen" besaßen die Personen eine nichtdeutsche Staatsangehörigkeit.

Deutlich mehr Macheten-Fälle im Raum Heilbronn: Das sagt die Polizei

Woran könnte es liegen, dass 2024 deutlich mehr Macheten in Heilbronn und der Region mitgeführt und entdeckt worden sind als noch im Jahr 2023? Hierfür gebe es keine eindeutige Erklärung, sagt die Polizei.

Und das hat einen speziellen Grund: Die Umstände, in denen Personen Macheten mitgeführt haben und diese von der Polizei entdeckt worden sind, seien völlig verschieden gewesen. "Von Verstößen gegen das Waffengesetz bis zu Suizidversuchen ist da alles dabei", teilt die Polizei mit.

Macheten in der Öffentlichkeit: So ist die Rechtslage

Darf man überhaupt eine Machete dabei haben? Die Heilbronner Polizei verweist auf Paragraph 42a Waffengesetz. Hier sind die rechtlichen Vorgaben geregelt. In Abschnitt 1 heißt es, dass Messer mit einer feststehenden Klinge über 12 Zentimetern nicht in der Öffentlichkeit geführt werden dürfen. "Hierunter fallen auch Macheten, obwohl sie laut Gesetz nicht als Waffen gelten", so die Polizei.

Es gibt allerdings Ausnahmen, die ebenfalls im Gesetz nachzulesen sind: Macheten dürfen nur dann in der Öffentlichkeit mitgeführt werden, wenn sie für Foto-, Film- oder Fernsehaufnahmen oder Theateraufführungen verwendet werden. Der Transport ist ebenfalls erlaubt, solange die Machete in einem verschlossenen Behältnis gelagert ist. Auch bei einem berechtigten Interesse, beispielsweise zur Berufsausübung, ist das Mitführen erlaubt.

Zusammengefasst: Der Besitz einer Machete ist erlaubt, das Mitführen in der Öffentlichkeit nur in Ausnahmen. Eine kurze Recherche ergibt, dass man Macheten in diversen Online-Shops und in Baumärkten erwerben kann. 

Macheten-Vorfälle aus Baden-Württemberg machen bundesweit Schlagzeilen

Auch in Baden-Württemberg machten Vorkommnisse mit Macheten in diesem Jahr Schlagzeilen. Im April dieses Jahres erschoss die Polizei einen Mann, der einen Hörsaal der Universität Mannheim mit einer Machete betreten hatte. 50 Menschen befanden sich zu diesem Zeitpunkt im Raum. Im April dieses Jahresschmuggelte ein Mann eine Machete auf das Stuttgarter Frühlingsfest und hantierte mit dieser herum.

Dass Vorfälle mit Macheten in den letzten Jahren bundesweit merklich zugenommen haben und das Sicherheitsempfinden beeinträchtigen, ist kaum von der Hand zu weisen. Könnten Gesetzesverschärfungen helfen? Die "Heilbronner Stimme" hat das Innenministerium Baden-Württemberg angefragt, wie es sich hierzu positioniert. Eine Antwort steht derzeit noch aus.




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