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Böllerwahnsinn
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Kriegsähnliche Zustände in der Kaiserstraße schocken Heilbronn

  
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Trotz Böllerverbots verwandeln zahlreiche junge Männer die Heilbronner Kaiserstraße und den Markplatz in ein Schlachtfeld. So hat die Polizei in das Geschehen eingegriffen: 

Böllerverbot mit Füßen getreten: Silvesternacht 2025/26 in der Heilbronner Kaiserstraße. Ein junger Mann startet eine Rakete aus der Hand.
Böllerverbot mit Füßen getreten: Silvesternacht 2025/26 in der Heilbronner Kaiserstraße. Ein junger Mann startet eine Rakete aus der Hand.  Foto: Kühl, Jörg
Zahlreiche Vermummte in der Nähe eines Mannschaftswagens der Polizei. Szene in der Kaiserstraße Heilbronn Silvester 2025/26.
Zahlreiche Vermummte in der Nähe eines Mannschaftswagens der Polizei. Szene in der Kaiserstraße Heilbronn Silvester 2025/26.  Foto: Seidel, Ralf
Explosion wenige Meter entfernt: Die Silvesternacht 2025/26 verlief stellenweise chaotisch und aggressiv.
Explosion wenige Meter entfernt: Die Silvesternacht 2025/26 verlief stellenweise chaotisch und aggressiv.  Foto: Kühl, Jörg

Das neue Jahr 2026 ist mit viel Geballere gestartet. In Heilbronn herrschte trotz zentralen Böllerverbots stellenweise Ausnahmezustand. Besonders in der Kaiserstraße hatten sich allerlei, meist junge, männliche Fans pyrotechnischer Effekte versammelt. Etwa eine halbe Stunde lang herrschten dort kriegsähnliche Verhältnisse. Die Polizei war in Schutzmontur vor Ort und zog einzelne Jugendliche, die oft maskiert waren, aus der Menge. Böller wurden direkt zwischen die Beine von Zuschauern geschleudert, die das Spektakel mit Handys filmten.

Die Tram musste in der Kaiserstraße mehrmals scharf abbremsen, weil Böller und andere Pyrotechnik auf die Schienen geworfen wurden.
Die Tram musste in der Kaiserstraße mehrmals scharf abbremsen, weil Böller und andere Pyrotechnik auf die Schienen geworfen wurden.  Foto: Seidel, Ralf
Die Polizei war mit geschützten Kräften vor Ort und zog einzelne, oft vermummte junge Männer aus der Menge.
Die Polizei war mit geschützten Kräften vor Ort und zog einzelne, oft vermummte junge Männer aus der Menge.  Foto: Kühl, Jörg

So geschockt äußern sich Passanten zur rücksichtslosen Silvesterballerei in Heilbronn 

Auszubildende Aly, die mit zwei Freunden vom Bahnhof Richtung Kaiserstraße unterwegs war, zeigte sich abseits des Hotspots geschockt. „Ich hatte Angst, meine Gliedmaßen zu verlieren“, so die 20-Jährige. „Geisteskrass“, so bezeichnete ihre 18-jährige Freundin das Geschehen. Ein mittelaltes Paar entfernte sich schnellen Schrittes von der Kaiserstraße: „Zu gefährlich hier“, rief der Mann im Vorbeigehen. Ein Vater, der mit seiner Familie über den Kiliansplatz schlenderte, bewertete die Knallerei gelassener. „Es kommt darauf an, wo man sich aufhält“, so der Mann. Im vorigen Jahr sei das Geballere schlimmer gewesen, fand er.

Trotz Böllerverbots kam es in der Kaiserstraße zu Tausenden von Knallen. Pyrotechnik zündete auch in unmittelbarer Nähe von Menschen.
Trotz Böllerverbots kam es in der Kaiserstraße zu Tausenden von Knallen. Pyrotechnik zündete auch in unmittelbarer Nähe von Menschen.  Foto: Seidel, Ralf

Welche Strafe droht, wer beim Böllern trotz Verbots erwischt wird

An Silvester und Neujahr gelten in Heilbronn verschärfte Vorschriften. Die Stadt hatte in bestimmten Bereichen durch eine Allgemeinverfügung ein Böllerverbot verhängt. Die Überwachung und Kontrolle des Verbots gehörte an Silvester zu den Aufgaben der Polizei und des kommunalen Ordnungsdienstes. Dabei wurde die Parole ausgegeben: Wer trotz Verbots böllert und erwischt wird, muss mit einer Geldbuße rechnen. Die Geschehnisse in der Kaiserstraße und anderen Orten offenbaren, dass das Böllerverbot in diesen Bereichen eklatant missachtet wurde. Die Aufarbeitung der Geschehnisse wird die Behörden noch beschäftigen.




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