Heilbronner Hundesteuer-Pläne: Vereine fordern Anreize statt pauschaler Erhöhung
Eher Einnahmequelle als Eindämmungsinstrument: Die Begründung der Stadt Heilbronn für die höhere Hundesteuer wird von Vereinen bezweifelt. Zudem lässt der verpflichtende Hundeführerschein in Baden-Württemberg weiter auf sich warten.
Eher achselzuckend als kämpferisch reagieren die Vertreterinnen zweier Hundevereine in der Stadt auf die geplante Erhöhung der Hundesteuer durch die Verwaltung. „Was willst du machen?“, fragt Kerstin Fechti rhetorisch. Die Sportbeauftragte der Ortsgruppe Heilbronn im Deutschen Schäferhundeverein ärgert die willkürlich wirkende Hunde-Besteuerung in Deutschland. Jede Kommune kann die Hundesteuer selbst festlegen. Daraus resultiert ein fiskalischer Flickenteppich. „Es wäre grundsätzlich wünschenswert, dass die Steuer überall angeglichen wird“, sagt Fechti.
Eher ein leerer Kühlschrank, als dass am Hund gespart würde
Jasmin Wiesinger-Löbich sieht die Situation ähnlich. „Die Hundesteuer ist eine Luxussteuer und eine leichte Einnahmequelle für die Stadt, weil die Mittel nicht zweckgebunden sind“, sagt die Vorsitzende des Allgemeinen Hundevereins Heilbronn (AHV) mit Sitz in Horkheim. Die Begründung für die Erhöhung seitens der Verwaltung, nämlich „die Eindämmung und Reduzierung der Anzahl der Hundehaltungen im Stadtgebiet“, hält sie für einen Trugschluss. „Eher hat der Besitzer nichts zu Essen mehr im Kühlschrank, als dass er an seinem Hund sparen würde“, sagt Wiesinger-Löbich.
Die Hundesteuer macht schließlich nur einen kleinen Teil der Kosten für die bellenden Vierbeiner aus. In den vergangenen Jahren sind die Preise für Hundefutter erheblich gestiegen. Teils astronomisch teuer wird es, wenn Krankheiten oder Verletzungen beim Tierarzt behandelt werden müssen.
Hundeführerschein ist in einigen Bundesländern verpflichtend
Statt einer pauschalen Steuererhöhung, würde sich Wiesinger-Löbich Anreize für die Hundebesitzer wünschen: „Wer beispielsweise eine Begleithundeprüfung absolviert, könnte von der Steuer befreit werden.“ Kerstin Fechti vom Schäferhundeverein würde eine solche oder ähnliche Regelung ebenfalls befürworten: „Das würde die Gefahr von Beißvorfällen reduzieren und käme zudem den örtlichen Vereinen zugute.“

Während in anderen Bundesländern wie Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein der sogenannte Hundeführerschein für Hundehalter verpflichtend abzulegen ist, bleibt der „Sachkundenachweis Hund“, wie der Hundeführerschein im Amtsdeutsch heißt, in Baden-Württemberg freiwillig. Im grün-schwarzen Koalitionsvertrag war zwar der verpflichtende Hundeführerschein vereinbart worden, wurde aber bislang nicht umgesetzt. Da der Landtag am 8. März neu gewählt wird, bleibt die Umsetzung fraglich.
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