Standort für neue Hauptfeuerwache: Drei von vier Vorschlägen sind praktisch erledigt
Die Stadt Heilbronn wird erhebliche Investitionen stemmen müssen. Der Gemeinderat entscheidet noch im Jahr 2026. Feuerwehrkommandant Fabian Müller spricht sich klar für einen Standort aus.
Nach fast 70 Jahren in der Beethovenstraße wird aufgrund des Platzmangels für die Heilbronner Hauptfeuerwache ein neuer Standort gesucht. Offiziell liegen vier Vorschläge auf dem Tisch. De facto sind aber drei davon inzwischen Makulatur. Die Entscheidung wird der Gemeinderat noch in diesem Jahr im Rahmen einer Klausurtagung treffen.
Heilbronner Hauptfeuerwache: Gutachten bewertet Saarbrückener Straße als ungeeignet
Fabian Müller hat als Kommandant der Berufsfeuerwehr einen klaren Favoriten: das Areal um das Freibad Gesundbrunnen zwischen Neckartalstraße und Römerstraße. Auf der Liste steht zudem die Saarbrückener Straße, also die B39 in Richtung Frankenbach. In einem im Februar vorgestellten Gutachten kommt die Lülf+Sicherheitsberatung GmbH jedoch zu dem Ergebnis, dass dieser Standort „für die Berufsfeuerwehr nicht geeignet“ sei.

Zwei weitere Optionen liegen unmittelbar nebeneinander. Die Theresienwiese und die Theresienstraße im Bereich des Frankenstadions. Letztere dürfte allerdings ebenfalls aus dem Rennen sein, denn durch den bevorstehenden Umzug des Fußball-Regionalligisten SGV Freiberg nach Heilbronn wird die Fläche künftig zumindest zum Teil für Trainingsplätze benötigt. Die Theresienwiese dürfte bei Heimspielen im höherklassigen Fußball dann in voller Größe auch als Parkplatz benötigt werden und dient ja ohnehin noch als Veranstaltungsplatz. Schwer vorstellbar, dass dort noch eine nun auch nicht gerade minimalistisch daherkommende Hauptfeuerwache entstehen soll.
Neue Heilbronner Hauptfeuerwache: Stuttgart und Mannheim dienen als Inspiration
In Zusammenarbeit mit dem Gebäudemanagement der Stadt hat die Feuerwehr bereits wichtige Vorarbeiten wie etwa zum Raumbedarf geleistet. Als Inspiration diente unter anderem die 2024 in Betrieb genommene Feuerwache in Stuttgart-Möhringen. Die hat rund 60 Millionen Euro gekostet und damit 10 Millionen mehr als ursprünglich geplant. Zudem wurde statt zwei rund vier Jahre gebaut. Auch die 2017 fertiggestellte Hauptfeuerwache in Mannheim stand auf dem Besuchsprogramm. Die hatte damals knapp 50 Millionen Euro gekostet.
Dass die neue Feuerwache in Heilbronn ebenfalls viel Geld kosten wird, ist Kommandant Müller bewusst; „Sie wird aber wieder 70 bis 100 Jahre halten. Das muss leistbar sein.“ Entscheidend nicht zuletzt für die Mitarbeiter sei eine klare Perspektive, dann lasse sich die Übergangszeit bis zum Umzug leichter bewältigen.
Beethovenstraße soll zum Teil für die Freiwillige Feuerwehr erhalten bleiben
Der bisherige Standort in der Beethovenstraße soll dabei nicht komplett aufgegeben werden. Das Gebäude der Integrierten Leitstelle, die mit in einen Neubau umziehen würde, könnte die Freiwillige Feuerwehr weiterhin nutzen. Für das restliche Gelände ließen sich problemlos neue Nutzungsmöglichkeiten finden. „Ich wünsche mir von der Politik eine schnelle Entscheidung zur Standortfrage. Jeder Tag früher ist Gold wert“, sagt Müller.
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