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Heilbronn plant neue Feuerwehr-Hauptwache: Welche Standorte zur Auswahl stehen 

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Der Gemeinderat billigt den Feuerwehrbedarfsplan mit 21 Einzelmaßnahmen. Der Bau einer neuen Hauptwache für die Berufsfeuerwehr wird ein Millionen-Projekt. Die Standortfrage soll noch dieses Jahr geklärt werden. 


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Ein Satz lässt besonders aufhorchen: „Am gemeinsamen Standort der Berufsfeuerwehr, der Leitstelle und der Einheit Innenstadt bestehen umfangreiche bauliche, funktionale und kapazitive Defizite.“ Zu diesem ernüchternden Ergebnis kommt ein Gutachten der Lülf+Sicherheitsberatung GmbH. Die Firma aus dem nordrhein-westfälischen Viersen war von der Stadt Heilbronn damit beauftragt worden, den Feuerwehrbedarfsplan fortzuführen. 21 Einzelmaßnahmen haben die Gefahrenabwehrberater aufgelistet, um diese Defizite zu beseitigen.

Freiwillige Feuerwehr könnte in der Heilbronner Beethovenstraße bleiben 

„Wir werden einen langen Atem brauchen, um all diese Maßnahmen umzusetzen“, sagte Oberbürgermeister Harry Mergel bei der Gemeinderatssitzung am Donnerstag. Und sehr viel Geld, lässt sich gleich hinzufügen. Denn bereits die erste und wichtigste Maßnahme wird viele Millionen verschlingen: der Neubau einer Hauptwache für die Berufsfeuerwehr.

Seit 1959 steht die in der Heilbronner Beethovenstraße. „Das Gebäude platzt aus allen Nähten“, hatte Feuerwehrkommandant Fabian Müller bereits im April 2024 im Stimme-Interview betont und einen Neubau bis zum Jahr 2035 als realistisches Szenario genannt. Vier mögliche Standorte wurden im Rahmen des Gutachtens geprüft. Zur Disposition stehen die Saarbrückener Straße (B39) in Richtung Frankenbach, das Areal um das Freibad Gesundbrunnen zwischen Neckartalstraße und Römerstraße, sowie die Theresienstraße (am Frankenstadion) beziehungsweise die Theresienwiese. Die Hauptfeuerwache in der Beethovenstraße könnte als reiner Standort der Freiwilligen Feuerwehr erhalten bleiben. 

„Noch ist keine Entscheidung für einen neuen Standort gefallen“, heißt es in der offiziellen Erklärung der Stadt zu dem Thema. Eine Festlegung soll aber noch im Laufe des Jahres nach einer Klausurtagung des Gemeinderats erfolgen. Im Gutachten wird ein Standort in der Saarbrücker Straße allerdings bereits als „für die Berufsfeuerwehr nicht geeignet“ bezeichnet.

Nach mehr als 60 Jahren in der Beethovenstraße muss die Stadt einen Standort für die Berufsfeuerwehr finden. Das Foto zeigt das Richtfest Ende der 1950er Jahre.
Nach mehr als 60 Jahren in der Beethovenstraße muss die Stadt einen Standort für die Berufsfeuerwehr finden. Das Foto zeigt das Richtfest Ende der 1950er Jahre.  Foto: HSt-Archiv

Einige Einsatzstellen werden aktuell nicht in den vorgegebenen Zeiten erreicht 

Ein entscheidender Aspekt bei der Wahl des richtigen Standorts ist die Frage, ob von dort aus die Einsatzstellen in den vorgegebenen Zeit-Korridoren erreicht werden können. In dieser Hinsicht bestehen aktuell ebenfalls Defizite. Der Stadtteil Frankenbach sowie das Industriegebiet Böllinger Höfe und der nördliche Teil des Industriegebiets am Neckar können laut des Gutachtens in den vorgegebenen zehn Minuten nicht erreicht werden.

In Sachen Personal, Fahrzeuge und Technik steht die Feuerwehr insgesamt gut da. Mittelfristig sollen allerdings die Standorte der Freiwilligen Feuerwehren Frankenbach und Neckargartach sowie Horkheim und Sontheim jeweils in einem Neubau zusammengefasst werden. Mittelfristig bedeutet dabei, dass in den nächsten Jahren das Projekt wenigstens eingeleitet werden sollte. Frankenbach und Neckargartach sollen am Ortsrand von Frankenbach nördlich der Frankenbacher Straße zusammengelegt werden. Für Sontheim und Horkheim ist ein neuer, gemeinsamer Standort im Bereich Schozach-Süd bei Sontheim östlich der Neckartalstraße und westlich der Lauffener Straße ins Auge gefasst worden.

„Wir haben eine attraktive und leistungsfähige Feuerwehr“, betonte Mergel. Diesen Status gelte es für die Zukunft zu erhalten. Der Gemeinderat genehmigte die Fortschreibung des Feuerwehrbedarfsplanes einstimmig.




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