„Chancen für Heilbronn derzeit riesig“ – Architekt sieht großes City-Potenzial
Mehr Grün, Öffnung hin zum Neckar und mehr: Der Heilbronner Architekt Franz-Josef Mattes spricht über Gestaltungsmöglichkeiten, die die City attraktiver machen.
Sein Büro baut das neue Seniorenheim der Richard-Drautz-Stiftung in Böckingen, gestaltete das Frauenhaus „Open House“ in Heilbronn, das technische Rathaus und baute eine Anlage mit 44 geförderten Wohnungen in Weinsberg.
Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Architekt Franz-Josef Mattes ist seit vielen Jahrzehnten in der Region aktiv und ein kritischer und leidenschaftlicher Beobachter der Entwicklung, die Heilbronn nimmt. Auch, wenn der 66-Jährige eigentlich aus Neckarsulm stammt.

Heilbronner Architekt Mattes: Chancen für Innenstadt sind riesig
„Die Chancen für Heilbronn sind derzeit riesig.“ Mattes’ Credo ist, dass die Stadt mehr Immobilien erwirbt und möglichst mit künftiger Nutzungsvorgabe weiterverkauft, um damit den kommunalen Immobilienmarkt stärker zu beeinflussen.
Beispiel Modehaus Palm, das seit zwei Jahren leer steht. Beispiel Wollhaus. „Ich hätte es gut gefunden, wenn die Stadt da als Besitzerin die Finger drin hat.“ Kostengünstig Wohnraum zu schaffen, sei eine Aufgabe der Zukunft, damit sich „Studenten, weniger Verdienende und Rentner nicht im Weg stehen“.
In den Gassen sieht Mattes viel Potenzial. Er plädiert dafür, Sträßchen wie die Turmstraße, Zehent- oder Schulgasse attraktiver zu machen, parkende Autos von dort zu verbannen, und mit homogenem Bodenbelag für ein stimmiges Erscheinungsbild zu sorgen. Wettbewerbe für mehr Begrünung helfen dabei. „Damit Heilbronner auf die Stadtentwicklung stolz sind und gern in die City ziehen.“
Derzeit sei das Wenigste barrierefrei und energetisch auf dem aktuellen Stand. Gleichwohl gebe es Positiv-Beispiele. Das Stimme-Haus am Marktplatz etwa. Buntheit. Alt und Neu nebeneinander als spannende Kontrapunkte.

In der Heilbronner City gibt es einige Baulücken
Mehr Aufenthaltsqualität, Einkaufen als gesellschaftliches Erlebnis, das würde auch in Heilbronn funktionieren, etwa, wenn die Gassen besser bespielt werden. „Man muss die Stimmung dafür schaffen.“ Und, um mehr Wohnraum zu bekommen, sei Aufstockung, etwa an der Allee „ein riesen Thema“ für einige Hausbesitzer.
Auch die Gebäude, in denen sich die Cafés Schümli und Starbucks befinden, sieht er als Baulücken. „Sie sind zu niedrig.“ „Hier Wohnungen zu ergänzen, wäre jederzeit möglich.“
Gelände am Neckar kann „fast wie der englische Garten sein“
Einen Kulturhof zwischen K3 und Theater Heilbronn zu schaffen, würde den Bereich beim Berliner Platz aufwerten. Musikschule und Bücherei seien zu versteckt, das wuchtige Theater an der Allee müsse sich anders darstellen. „Vielleicht mit LED-Werbung.“ Städtebaulich sei es „wie eine Mauer“. Mehr Öffnung wäre gut, auch in Richtung Neckar. Das Gelände entlang des Flusses könne „fast wie der englische Garten sein“. Boote mit Weinverkostung und Baden im Neckar inklusive.
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