Stadtentwicklung in Heilbronn: Qualität statt Obergrenze für Döner-Läden
Der Vorschlag, eine Selbstverpflichtung für Döner-Läden einzuführen, würde zur Qualitätssteigerung führen. Auch die Ansiedlung der Imbissbetriebe bei der Handwerkskammer hat Charme, meint unser Autor.
Die teils heftig geführte Diskussion um eine Döner-Obergrenze in der Heilbronner Innenstadt hat nicht dazu geführt, dass sich der Markt für das türkische Fladenbrot zwischen Wollhaus, Allee, Sülmerstraße und K3 seither reguliert hätte. Ganz im Gegenteil. Seit dem Höhepunkt des Streits im Kommunalwahlkampf 2024, bei dem sich die SPD-Verwaltungsspitze unter anderem mit einem Gutachten gegen den Vorstoß der CDU-Ratsfraktion wehrte, ist die Zahl der Imbissbetriebe eher noch gewachsen.
Dabei ist nicht der Döner das Problem, es ist generell die Qualität des Angebots, im Heilbronner Stadtzentrum.
„Aufbruch Innenstadt“ ist auch zu Beginn des Jahres 2026 nicht in Sicht
Nachdem sich die ambitionierten Wollhaus-Pläne offenbar nicht verwirklichen lassen und das Modehaus Palm weiterhin leer steht, droht sich Monotonie breit zu machen. Der Aufbruch Innenstadt, im Mai 2025 ambitioniert gestartet, ist auch zu Beginn des Jahres 2026 nicht in Sicht. Und was Imbissbetriebe und Mittagstische betrifft: Auch hier täte ein Aufbruch Innenstadt gut, mit mehr Vielfalt und mit mehr Qualität.
Hier ist der Vorschlag des Sprechers des Verbands der Dönerproduzenten richtungsweisend. Die Einführung einer Selbstverpflichtung der Dönerbetriebe und die Ergänzung des Ausbildungsangebots der Handwerkskammer durch den Metzger mit der Fachrichtung Döner.
Das würde zwar keine Obergrenze bedeuten, aber den Wildwuchs unter den Anbietern beschneiden. Und es würde dabei helfen, eine Untergrenze festzuschreiben – die Untergrenze bei der Qualität.
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Kommentare
Günther Knapp am 15.01.2026 15:53 Uhr
Die Hackfleischspieße (Döner Kebab, wenn die Leitsätze eingehalten werden) werden, beziehen die Imbissbetriebe im Regelfall tiefgekühlt von Lieferanten. Diese Spieße haben mit ursprünglichem Döner Kebab und auch mit vergleichbaren Gyros-Spießen aus Fleischscheiben vom Lamm und Rind nichts mehr zu tun. Die Kundschaft will diese billigen Produkte, weshalb diese Imbissbetriebe in Massen in der Stadt zu finden sind. Ob es jedoch für eine Stadt wünschenswert ist überwiegend Döner-Kebab für Stadtbesucher anzubieten ist kaum nachvollziehbar?