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OB Mergel bei Heilbronner Bürgerempfang – „Stadt ist niemals fertig“

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Bildung, Zusammenhalt und Humanität stehen im Mittelpunkt des Heilbronner Bürgerempfangs – mit Reden von Harry Mergel und Tagesschau-Sprecher Constantin Schreiber.


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Rund 2000 Besucher versammelten sich am Montag in der Harmonie zum Heilbronner Bürgerempfang. Mit Tagesschau-Sprecher Constantin Schreiber als besonderem Gast und restlos ausverkauften Tickets, die schon nach wenigen Tagen vergriffen waren, war die Veranstaltung wie jedes Jahr ein Publikumsmagnet.

Und so nahm Heilbronns Oberbürgermeister Harry Mergel auch dieses Jahr in seiner Rede die Zuschauer mit zu  den Entwicklungen ihrer Stadt. „Sie ist niemals fertig, sondern eine permanente Herausforderung“, betonte er in seiner Ansprache.


Oberbürgermeister richtet sich bei Bürgerempfang mit Rede an Heilbronner Bürger 

Klar sei aber: Um Heilbronn als Wirtschaftsstandort zu sichern, sei es essenziell, die Entwicklung zur Wissensstadt voranzutreiben. Dabei verwies Mergel auf wegweisende Projekte wie die digitale Bildungsinitiative, bei der 20.000 Schüler und Lehrer Tablets bekommen – eine Kooperation von Stadt Heilbronn und Dieter-Schwarz-Stiftung. Oder auf die Eidgenössische Technische Hochschule aus Zürich (ETH Zürich), die mit einer Außenstelle langfristig nach Heilbronn kommt.

Natürlich durften auch die Erweiterungspläne beim Großprojekt Bildungscampus nicht unerwähnt bleiben. Der OB betonte im Zuge dessen einmal mehr, wie wichtig es sei, dass die Innenstadt mit dem Campus zusammenwachse.

Rund 2000 Zuschauer sind in die Harmonie zum Heilbronner Bürgerempfang gekommen.
Rund 2000 Zuschauer sind in die Harmonie zum Heilbronner Bürgerempfang gekommen.  Foto: Berger, Mario

Rollschuhbahn, Soleo und Eishalle müssen wegen der neuen Pläne zwar weichen, doch Mergel versprach, keine Einrichtung werde abgerissen, ohne dass es einen Ersatz an anderer Stelle gebe. Bislang vernachlässigte Bereiche wie die Umgebung des K3 Richtung Turmstraße könnten dann auch weiterentwickelt werden. Nicht nur den Campus wolle man näher an die Innenstadt bringen, sondern auch den Neckar mehr integrieren.

OB Mergel bei Bürgerempfang: „Charakter einer Stadt zeigt sich im Umgang mit Schwächeren“

Im Mittelpunkt seiner Rede stand jedoch der Zusammenhalt. „Der Charakter einer Stadt zeigt sich im Umgang mit den Schwächeren“, mahnte Mergel. Einsamkeit sei ein wachsendes Problem, und er warnte vor der Ausgrenzung von Menschen mit Migrationshintergrund und davor, sie zu den Feindbildern oder Sündenböcken der Stadt zu machen. „Humanität und Respekt voreinander sind die Grundlagen für ein gutes Zusammenleben.“

Er erinnerte an die beeindruckende Demonstration im Januar, bei der 10.000 Menschen in Heilbronn ein Zeichen gegen die AfD und Rechtsextremismus setzten. „Eines der emotionalsten Ereignisse“ für den OB selbst. Die Bigband der Hochschule Heilbronn und die Jazzlin Swing Tanzschule sorgten für die musikalische Umrahmung des Vormittags.

Tagesschau-Sprecher Constantin Schreiber bei Bürgerempfang in Heilbronn

Ein besonderer Moment des Bürgerempfangs war der Auftritt von Constantin Schreiber. Der Tagesschau-Sprecher begeisterte mit einer Lesung aus seinem Spiegel-Bestseller „Glück im Unglück“. Für Schreiber, der erstmals in Heilbronn zu Gast war, war der direkte Kontakt mit dem Publikum eine willkommene Abwechslung. „Es ist schön, in Gesichter zu sprechen und nicht nur in eine Kameralinse zu blicken“, gestand der 45-Jährige schmunzelnd.

Schreiber widmete sich in seiner Lesung einem Thema, das ihn seit Jahren beschäftigt: der Umgang mit schlechten Nachrichten. Als Nachrichtensprecher sei er täglich mit schwierigen Themen konfrontiert, die man nicht einfach wegschalten könne.

Constantin Schreiber erinnert sich an Tagesschau-Änderung zurück

Besonders prägend sei für ihn die Tagesschau-Sendung am 26. Februar 2021 gewesen – kurz nach Beginn des Ukraine-Krieges. Bilder von flüchtenden Menschen aus der Ukraine, Kinder auf Müllbergen in Syrien, und zusätzlich die Berichterstattung über einen Kinderschänderring.  

„Am Ende dieser Sendung den Zuschauern einen schönen Abend zu wünschen, erschien mir zynisch“, erinnerte er sich. Er selbst sei fix und fertig danach gewesen. Seine Entscheidung, stattdessen „einen guten Abend“ zu wünschen, war „eine kleine Revolution in der Welt der Tagesschau“, wie er mit einem Augenzwinkern erzählte.

Und sie zog weitere Kreise: Seitdem sei es den Sprechern erlaubt, entweder einen schönen, guten oder angenehmen Abend zu wünschen – angepasst an die Nachrichtenlage und deren Stimmung.

Jener Abend am 26. Februar 2021 inspirierte Schreiber dazu, sich intensiv mit der Frage zu beschäftigen, wie man trotz negativer Schlagzeilen das persönliche Glück finden kann.

Seine Botschaft: „Das eigene Glück zu aktivieren, hat jeder selbst in der Hand.“ Neben genetischen Faktoren erfordere dies auch bewusste Arbeit – sei es durch Dankbarkeit, Freundlichkeit oder kleine Gesten im Alltag. Selbst wenn diese nicht immer wie geplant gelingen, sei es entscheidend, dranzubleiben.




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