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Böller-Exzesse in Heilbronn: Stadträte fordern politische Aufarbeitung

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Die Heilbronner Silvesternacht hallt nach. Berichte über Böller-Exzesse am Marktplatz und in der Kaiserstraße sorgen für Diskussionen. Mehrere Stadträte fordern eine politische Aufarbeitung und machen konkrete Vorschläge. 


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423 Einsätze der Polizei im Heilbronner Präsidiumsbereich, jede Menge Pyrotechnik, teilweise chaotische Zustände rund um den Marktplatz – ein ruhiger Silvesterabend sieht anders aus. Vor allem Gruppen jüngerer Männer schossen entlang der Kaiserstraße Böller und Raketen auch in die Menschenmenge, obwohl die Stadt erstmals in der Innenstadt ein Böllerverbot für laute Kracher ausgesprochen hatte.

Polizeisprecher Frank Belz sprach von rund 400 dort versammelten Personen. „Grundsätzlich ist ein Böllerverbot polizeitaktisch schwer durchsetzbar“, sagt der Sprecher des Präsidiums. Bürger, die die Situation vor Ort erlebten, zeigten sich entsetzt und forderten ein energischeres Eingreifen der Polizei. Kritik kommt auch von Heilbronner Stadträten.                  

Heilbronner Stadtrat Lobmüller: „In der entscheidenden Nacht offenbar kapituliert“

Alexander Lobmüller nahm die Vorgänge zum Anlass, eine Anfrage an Oberbürgermeister Harry Mergel zu stellen. Darin fordert der CDU-Stadtrat eine „transparente Aufarbeitung der Ereignisse“. Konkret will er wissen, welche Personengruppen überwiegend an den Gefährdungen beteiligt waren, warum keine Anzeigen aufgenommen wurden und wie viele Mitarbeiter das Ordnungsamt im Bereich Kaiserstraße/Marktplatz eingesetzt hatte.


„Die Stadt hat Regeln erlassen, aber in der entscheidenden Nacht offenbar kapituliert“, kritisiert Lobmüller. Er befürchte, dass die Vorfälle von Seiten der Stadt wieder relativiert werden würden: „Wer jetzt nicht konsequent handelt, nimmt die nächste Eskalation billigend in Kauf.“

Das sieht Tanja Sagasser-Beil ähnlich. „Die Vorfälle in der Kaiserstraße sind inakzeptabel. Wir dürfen diesen öffentlichen Raum nicht Chaoten überlassen“, betont die SPD-Stadträtin. Bestehende Verbote müssten durchgesetzt und gegebenenfalls ausgeweitet werden, sagt sie. Künftig solle darüber diskutiert werden, ob Heilbronn nicht ein zentrales Feuerwerk anbietet. „Das würde auch die Einsatzkräfte entlasten“, so Sagasser-Beil.      


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SPD-Vorschlag: Zentrales Feuerwerk in Heilbronn  

Für Holger Kimmerle entwickelten sich Silvesterfeiern in eine falsche Richtung. „Immer stärkere, für Missbrauch offene Pyrotechnik führt zu Angst, Verletzungen und hohen Folgekosten für die Allgemeinheit“, beklagt der Fraktionsvorsitzende der Heilbronner Grünen, der einen neue Feierkultur fordert: „Statt Eskalation brauchen wir Formen wie Licht- und Drohnenshows, die begeistern, ohne Menschen zu gefährden“. 

„Ein Böllerverbot funktioniert nicht, das kann man sich sparen“, kritisiert Raphael Benner. Der AfD-Fraktionsvorsitzende fordert künftig bei Verstößen klarere Konsequenzen durch Polizei und Ordnungsdienst. Die Idee, einen zentralen Platz für Feuerwerksfreunde einzurichten, fände er gut. Benner könnte sich auch ein Verkaufsverbot von Böllern vorstellen. „Die Heilbronner Vorfälle müssen auf jeden Fall aufgearbeitet werden“, fordert der AfD-Stadtrat. Auch er hat dazu eine Anfrage an den Heilbronner Oberbürgermeister in Arbeit.            




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