423 Notrufe
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Feuerwerk entzündet Klassenzimmer in Heilbronn – die Einsätze in der Silvesternacht

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Ein Feuerwerkskörper entfacht einen Brand in einer Heilbronner Schule. In der Innenstadt knallen die Böller trotz Verbotszone. So lief die Silvesternacht aus Sicht der Einsatzkräfte.


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Bunt und laut hat Heilbronn das neue Jahr in der Silvesternacht begrüßt. Während über den Dächern der Stadt die Feuerwerksraketen zündeten, waren in den Straßen darunter vor allem Gruppen von jungen Männern mit allerhand pyrotechnischem Equipment unterwegs. Trotz Böllerverbotszone krachte und knallte es immer wieder. Die Polizei war vor Ort, um die Lage unter Kontrolle zu halten. Und auch anderswo kam es immer wieder zu Einsätzen von Rettungskräften. Eine erste Bilanz aus dem Heilbronner Präsidium zeigt: Das war los in der Silvesternacht in und um Heilbronn.

423 Notrufe in Silvesternacht: Heilbronner Polizei und Feuerwehr im Dauereinsatz

„Von einem ruhigen Jahreswechsel kann aufgrund der Vielzahl von Einsätzen der Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten im gesamten Bereich des Polizeipräsidiums Heilbronn nicht gesprochen werden“, erklärt Polizeisprecher Frank Belz auf Nachfrage der Heilbronner Stimme. Aber: Zu größeren Ausschreitungen und schwerwiegenden Einsätzen sei es im Verlauf der Nacht nicht gekommen. 


Insgesamt wurden im gesamten Einsatzbereich der Polizei Heilbronn – und dieser erstreckt sich unter anderem bis in den Neckar-Odenwald-Kreis – bis zum Neujahrsmorgen 423 Einsätze gemeldet. Häufig musste die Feuerwehr wegen kleineren Bränden ausrücken. Insgesamt 23 Mal wurde der Notruf deshalb im gesamten Bereich gewählt. Oftmals handelte es sich um Mülltonen oder Hecken, die Feuer gefangen hatten. Insgesamt musste die Feuerwehr Heilbronn im Stadtgebiet nach eigenen Angaben 22 Mal ausrücken. Im Landkreis wurden insgesamt 37 Einsätze gezählt. Zum vorerst letzten Einsatz der Heilbronner Feuerwehr war es am Morgen um 5:38 Uhr gekommen, wie aus einem Instagram-Post hervorgeht. 

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Feuerwerk entzündet Klassenzimmer: Brände in Heilbronner Silvesternacht

„Größere Brände gab es zudem in Heilbronn, Brackenheim, Lauffen und Bad Mergentheim“, teilte Polizeisprecher Belz mit. In ein Klassenzimmer der Staufenbergschule in Heilbronn-Sontheim wurden etwa Feuerwerkskörper geworfen. Dadurch wurden mehrere Möbel in Brand gesetzt. Zuvor sei in der Nacht von Unbekannten die Scheibe eingeworfen worden. Hierbei entstand ein Sachschaden in Höhe von circa 5.000 Euro. Die Polizei sucht nun nach den Tätern, die sich zuvor auf dem Schulhof aufgehalten haben könnten.

Ebenfalls in Sontheim sorgte ein Balkonbrand für einen Einsatz der Feuerwehr. Dort war ein Feuer im siebten Stock eines Hochhauses ausgebrochen. „Die Einsatzkräfte konnten die Flammen noch vor dem Bersten der Scheiben löschen. Somit blieb die Wohnung verschont“, heißt es in dem Bericht der Heilbronner Feuerwehr. Die Bewohner waren nicht anwesend. Der entstandene Sachschaden wird auf 7.000 Euro geschätzt.

Hecken und Gartenmöbel in Brand: Feuerwehr in Silvesternacht gefordert

Der Brand einer Hecke hat zudem einen Feuerwehreinsatz in Obersulm-Eschenau ausgelöst. Wie die Feuerwehr Obersulm mitteilt, ging der Alarm gegen 21.15 Uhr ein. Eine Rauchentwicklung an einem Wohngebäude sei gemeldet worden. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte stand eine Thuja-Hecke bereits in Vollbrand. Das Feuer konnte zügig unter Kontrolle gebracht und gelöscht werden. Verletzt wurde niemand.

 Foto: privat

Vermutlich durch Feuerwerkskörper gerieten auch Terrassenmöbel an einem Gebäude in der Breslauer Straße in Dürrenzimmern in Brand. Das Feuer wurde gegen 23:15 Uhr gemeldeten. Die Eigentümer waren nicht zu Hause, wie die Polizei mitteilte. Das Haus sei durch eindringenden Rauch zunächst unbewohnbar. Der Sachschaden wird auf über 50.000 Euro geschätzt.

Verbotszone in Heilbronn: Polizei wegen Böllern in Innenstadt im Einsatz

Neben den Bränden sorgten auch zahlreiche Böller für Sachbeschädigungen im Gebiet der Heilbronner Polizei. Zudem kam es im Laufe der Nacht vermehrt zu Körperverletzungen und Verkehrsdelikten. „Viele Ereignisse gingen glücklicherweise glimpflich aus, sodass es nur zu wenigen leicht verletzten Personen in der Silvesternacht kam“, erklärte der Polizei-Pressesprecher.

Die Lage in der Heilbronner Innenstadt schätzte er zudem als „verhältnismäßig human“ ein. Es sei zu keinen größeren Ausschreitungen gekommen, die ein härteres Eingreifen der Polizei erforderten. In der Innenstadt von Heilbronn hielten sich gegen Mitternacht circa 150 Personen am Marktplatz und weitere circa 250 Personen im Bereich der Kaiserstraße/Kilianskirche auf, wie aus einer Pressemeldung der Polizei hervorgeht. Aufgrund der hohen Personenanzahl verstärkte die Polizei ihre Präsenzkräfte mit Unterstützung von Kräften des Polizeipräsidiums Einsatz. Laut Polizeisprecher Belz haben sich einige Personen nicht an das Böllerverbot gehalten. Augenzeugenberichten zufolge wurden diese – zum Teil maskierten jungen Männer – von den Einsatzkräften aus der Menge gezogen und verwarnt. Zu Anzeigen sei es laut Belz allerdings nicht gekommen, ebenfalls wurden keine verletzten Personen gemeldet.

Im gesamten Präsidiumsbereich müssen allerdings nach der Silvesternacht auch Ordnungswidrigkeiten im Zusammenhang mit dem Führen von Schreckschusspistolen bearbeitet werden.

Einbrecher nutzen Silvesternacht in Neckargartach

Auch Diebe schlugen in der Silvesternacht zu. In Neckargartach kam es zu einem Einbruch in eine Wohnung eines Mehrfamilienhauses in der Sachsenäckerstraße. Bemerkt wurde dies am frühen Donnerstagmorgen gegen 0:30 Uhr. Durch das gewaltsame Öffnen einer Tür an der Rückseite des Gebäudes gelangten der oder die Einbrecher ins Innere und brachen anschließend noch die Wohnungstür auf. Gestohlen wurde Bargeld und Schmuck. Der entstandene Sachschaden am Haus beträgt circa 1.500 Euro. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet Zeugen, die insbesondere in der Zeit von 18:30 Uhr bis 19:30 Uhr im dortigen Bereich verdächtige Personen gesehen haben, sich unter der Telefonnummer 07131 204060 bei Polizeirevier in Böckingen zu melden.




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