Silvester-Vorfälle in Heilbronn: Raketen gegen Fenster am Marktplatz gefeuert
Raketen flogen gegen Scheiben und Menschen, mehrere Geschäfte weisen noch Spuren auf: Ein Imbissbetreiber berichtet von einer chaotischen Silvesternacht am Heilbronner Marktplatz.
Am Heilbronner Marktplatz sind auch am Neujahrstag noch Spuren der Silvesternacht zu sehen. An mehreren Schaufensterscheiben von Geschäften finden sich Flecken an den Fensterscheiben. Bei anderen Läden konnten Händler keine Angaben machen – viele hatten am 31. Dezember entweder ganz geschlossen oder nur bis zum Mittag beziehungsweise frühen Abend geöffnet und bekamen das Geschehen rund um Mitternacht nicht mit.
Silvester am Heilbronner Marktplatz: Raketen gegen Scheiben gefeuert
Am Restaurant Mauritius waren Windschutzscheiben im Außenbereich teilweise stark beschädigt, eine Scheibe musste nach Angaben vor Ort sogar vollständig entfernt werden. Im Hinterhof ist zudem eine Scheibe so stark beschädigt, dass sie mit einem Karton provisorisch abgedeckt wurde. Ob der Schaden aus der Silvesternacht stammt, ist unklar. Auch an weiteren Geschäften rund um den Marktplatz sind noch Spuren zu sehen.
Wie angespannt die Lage in der Silvesternacht war, schildert der Inhaber des Merkez Grill Restaurants in der Kaiserstraße 28. Sein Geschäft hatte über Neujahr geöffnet. Zwar habe er sich über das Böllerverbot gefreut, dennoch sei es „drunter und drüber“ gegangen. „Bis ein Uhr nachts haben die geballert.“ Hauptsächlich seien es Jugendliche gewesen.
Ab etwa 23.30 Uhr habe man die Gäste nicht mehr regulär hinausgelassen. „Wir haben gesagt: nur noch zum Notausgang“, berichtet er. Der Grund: „Es wurden gegen unsere Fenster und Kunden Raketen gefeuert. Der Marktplatz war wie ein Kriegsplatz“, sagt der Inhaber, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. „Das war nicht normal.“
Schon letztes Silvester flog Rakete durch Heilbronner Restaurant
Schon im vergangenen Jahr sei es ähnlich gewesen. Eine Rakete sei sogar quer durch den Raum geflogen. „Gott sei Dank stand letztes Jahr keiner im Weg.“ Für ihn ist klar: „Raketen gehören in die Luft gefeuert und nicht auf Menschen oder Fenster.“ Am Neujahrsmorgen habe man bereits die Scheiben geputzt.

Positiv bewertet er die verstärkte Präsenz der Polizei. „Es hat sich trotzdem viel verbessert durch die vermehrten Kontrollen.“ Früher habe man „ein- bis zweimal die Woche die Polizei holen müssen“, inzwischen sei das „nur noch einmal im Monat“. Auch die Videokameras am Marktplatz wirkten abschreckend. „Privatsphäre hin oder her.“
Trotz aller Kritik zeigt der Inhaber Verständnis für die Stadt. „Man schimpft viel, aber die Stadt gibt sich Mühe, und es ist ja schon besser geworden.“ Unverständlich bleibe für ihn jedoch, „dass die Leute jetzt an Silvester so ausgetickt sind“.
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