Wohnen zwischen K3 und Bollwerksturm: Heilbronn sucht Ideen für neue Häuser
Die Stadt sucht Ideen, wie der Bildungscampus Süd auf dem Gelände von Soleo und Rollsporthalle aussehen könnte. Was kaum jemand mitbekommt: Ideen sind auch für das Areal zwischen Bollwerksturm und K3 erwünscht.
Eine Gebäudereihe zwischen K3 und Bollwerksturm gilt für viele als Schandfleck in der Innenstadt. Bemalte Fassade, stellenweise Risse im Putz, eine Mülltonne auf dem Gehweg der Sülmermühlstraße.
Der Gemeinderat der Stadt Heilbronn sucht aktuell Vorschläge, wie dieser Bereich neu bebaut werden könnte. Entschieden ist längst nichts, Abrisse stehen aus heutiger Sicht genauso wenig an wie es Pläne für neue Häuser gibt. Auch wie Eigentümer reagieren, ist unklar.
Städtebaulicher Wettbewerb für Heilbronner Innenstadt: Experten entwickeln Ideen für Bildungscampus Süd
Aber der Weg ist gesteckt: Wenn sich Experten in den nächsten Monaten Gedanken machen über das Aussehen des Bildungscampus’ Süd auf dem Areal von Soleo, Eisstadion und Rollsporthalle, dann gehören auch diese bewohnten Häuser dazu. Der sogenannte städtebauliche Wettbewerb läuft. Selbst wenn der abgeschlossen ist, sind die nächsten Schritte noch offen.
Ein Rundgang vor Ort gibt Einblicke in die Gegend: Schirme schützen die Balkone vor Sonne, an manchen Wohnungen sind Rollos heruntergelassen, aus Briefkästen quillt stellenweise Werbung. Vor den Eingängen steht unter anderem ein Kinderrad, auch ein Erwachsenenrad mit Kindersitz ist hier draußen gesichert.
Eine Mieterin eilt in die Innenstadt. Dass Pläne für dieses Areal gesucht werden, man sich Gedanken über neue Häuser macht: „Das ist gut zu wissen“, sagt sie sichtlich irritiert.
„Kauft das hier Dieter Schwarz?“ Das große Rätselraten in der Heilbronner Innenstadt beginnt
Ein Discounter in dem Bereich ist eine wichtige Anlaufstelle. Während die Gaststätte Sülmermühle Geschichte ist, nur noch ein Schild an einer Fassade an sie erinnert, räumt ein Mitarbeiter eines Cafés Stühle und Tische ins Freie. In einem Sportstudio schwitzt ein Kunde.
Der dortige Mitarbeiter will sich nicht wirklich dazu äußern. Aber gehört hat auch er nichts, dass für dieses Areal Ideen entwickelt werden. „Wir sind doch hier drin“, sagt er. Ein Abriss, „der wäre natürlich schade“, ergänzt er. Und fragt: „Kauft das hier Dieter Schwarz?“

Wer genau hier investiert, ist unklar. Die Dieter-Schwarz-Stiftung will mit dem Bildungscampus Süd den Brückenschlag in die Innenstadt schaffen. Auf Wohnraum setzt unterdessen Martin Krauss, Geschäftsführer vom gegenüberliegenden Elektronik-Geschäft. Die Immobilie ist nicht Teil der Pläne. Wohnungen für Studenten: „Damit kommt Leben in die Stadt“, überlegt er.
Martin Krauss setzt zudem darauf, dass mit neuen Plänen für den Bereich andere Ideen verschwinden – konkret die Sommerzone in einem verkehrsberuhigten Bereich. Parkplätze brauche er, sagt er. „Die sind das A und O.“
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