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Schemmelsbergtunnel gesperrt
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Verkehr weicht durch Weinsberg aus – Anwohnerin verärgert, Feuerwehr blockiert

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In Weinsberg herrscht wegen der Sperrung des Schemmelsbergtunnels viel Verkehr. Autos und Lkws quälen sich durch die Innenstadt – mit Folgen. Die Feuerwehr hatte jüngst Probleme, zu einem Einsatz zu kommen. 


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Iksel Berger hat einen guten Blick. Durch das Fenster ihres Friseursalons blickt sie auf die Heilbronner Straße in Weinsberg, die kurz darauf in die Hauptstraße übergeht. Weinsbergs Hauptverkehrsader ist keine Spielstraße, klar. Doch Berger ist empört, was gerade los ist. „Es ist sehr chaotisch, vor allem zur Rushhour. Entweder die Fahrzeuge stauen sich oder sie fahren mit mehr als der erlaubten 30 km/h.“  

Schemmelsbergtunnel gesperrt: Viel Verkehr durch Weinsberg – Feuerwehr behindert

Für die Friseurin und die Nachbarschaft ist klar, was der Grund für den zunehmenden Verkehr ist: nicht alle halten sich an die Verkehrsregeln am gesperrten Schemmelsbergtunnel. Sogar die neu aufgestellten Stoppschilder werden dort überfahren – und die Umleitung, die nicht durch Weinsberg führt, nicht beachtet. 

„Es fängt morgens um halb 7, 7 Uhr an bis zirka 9 Uhr. Dann wird es ruhiger. Von 16 bis 19 Uhr ist wieder richtig viel los“, berichtet Berger, die über dem Salon wohnt. Sie zeigt ein Video, auf dem sich ein Feuerwehrauto durch die Heilbronner Straße quält. Zu sehen ist ein Feuerwehrmann, der andere Verkehrsteilnehmer anweist, Platz zu schaffen. „Da war das Verkehrschaos nochmal dramatischer, weil der Rettungseinsatz nicht durchgekommen ist.“    

Verkehr durch Schemmelsbergtunnel-Sperrung: Feuerwehr kommt in Weinberg schwerer durch

Bei dem Einsatz handelte es sich um einen Kaminbrand in Ellhofen, zu dem die Weinsberger Wehr zur Unterstützung ausrückte – mit drei Fahrzeugen, wie Kommandant Heiko Frank berichtet. Er bestätigt, dass die Kameraden am Freitag schwerer durchgekommen sind. „Zu bestimmten Zeiten, gerade im Feierabendverkehr, kommt es zu erhöhtem Verkehrsaufkommen.“ Auch parkende Fahrzeuge, Liefer- oder Umzugswagen sorgen mitunter dafür, „dass der Verkehr nicht so schnell fließen kann“. Was dagegen hilft? „Die Feuerwehr muss sich dann durchkämpfen.“

Auch Frank weiß natürlich um den Verkehr wegen des Schemmelsbergtunnels, der Anfang Januar 2025 für ein Jahr gesperrt wurde. Die Situation in Heilbronner und Hauptstraße sieht er „im Moment noch nicht kritisch, weil es sich um bestimmte zeitliche Phasen handelt“. Bei anderen Einsätzen sei man besser durchgekommen. Dennoch: „Wir müssen die Augen offenhalten und, wenn es die Lage erfordert, mit dem Ordnungsamt kommunizieren, ob man etwas ändern kann.“ Der Kommandant ergänzt: „Wir stehen aber ohnehin im Austausch.“  

Feuerwehr-Neubau in Weinsberg soll bald fertig sein

Iksel Berger, die den Salon mit Denise Geiger betreibt, hat derweil auch Kontakt zu Behörden aufgenommen – und gehört, dass man nicht viel mehr tun könne, wenn sich Verkehrsteilnehmer nicht an die Umleitung halten. „Als Anwohner und Ladenbetreiber fühlt man sich da im Stich gelassen.“

Berger macht sich auch Sorgen, dass Kundschaft fernbleiben könnte. „Die Kunden brauchen viel länger bei der Anfahrt, sie kommen zu spät oder sind genervt – und wenn der Zeitplan verrutscht, sind wir genervt“, beschreibt sie das Dilemma. Aussicht auf Besserung erkennen die Friseurinnen gerade nicht. Zumal jetzt auch am Wochenende, anders als unter normalen Umständen, viel Verkehr herrsche. 

Zumindest für die Feuerwehr dürfte es die aber bald geben. Denn am Freitag rückten die Einsatzwagen vom Standort in der Leiblingstraße in Weinsbergs Westen über Heilbronner und Hauptstraße aus. Der Feuerwehr-Neubau, um den es Streit um Mehrkosten gibt, dürfte in den nächsten Wochen laut Heiko Frank fertig sein. Er liegt in den Spitzäckern, in Weinsbergs Osten. „Von dort sind Orte, für die wir zuständig sind, und die Autobahn besser zu erreichen.“  

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