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Trollinger Marathon: Freude und Knieschmerzen folgen dicht aufeinander

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Die Erlenbacher Läufer sind zufrieden mit ihrem Abschneiden, aber am Tag danach plagen einen Teilnehmer Knieschmerzen. Das sagt der Neckarsulmer Orthopäde Boris Brand dazu.

Den Trolli gemeistert: Sebastian Hammer, Bianca Mühlbeyer und Marcel Senghas (von links) sind glücklich nach ihrem Halbmarathon.
Den Trolli gemeistert: Sebastian Hammer, Bianca Mühlbeyer und Marcel Senghas (von links) sind glücklich nach ihrem Halbmarathon.  Foto: privat

Der Trollinger Halbmarathon war der große Test vor dem Ziel Berlin-Marathon Ende September für die Läufer aus Erlenbach. 27 Frauen und Männer stark war das Team von Trainer Johannes Kaisers. Alle sind ins Ziel gekommen, auch wenn ihnen das warme Wetter teils sehr zu schaffen machte.

Nach dem Trollinger Marathon in Heilbronn: Läuferin Bianca Mühlbeyer ist überglücklich

Eine von ihnen ist Bianca Mühlbeyer. Sie hatte im Vorfeld mit Problemen in der Wade zu kämpfen, war sich bis wenige Wochen vor dem Trolli nicht sicher, ob sie die Herausforderung bewältigen würden. Deshalb ist sie jetzt umso glücklicher: „Noch vor drei Wochen hätte ich nicht gedacht, dass ich durchhalten würde“, sagt sie einen Tag nach dem Trolli. Nun sei sie happy: „Der Lauf war ein magisches Erlebnis. Ich lief nach Gefühl, hielt ein konstantes Tempo und kam glücklich und mit einem lachenden Gesicht ins Ziel.“ Die 51-Jährige ist „stolz auf ihre Leistung“, wie sie sagt. „Berlin kann kommen.“

Läufer Marcel Senghas erreicht seine Zielzeit

Auch Marcel Senghas strahlt auf dem Zielfoto, er blickt am Tag danach dennoch etwas nüchterner auf den Erfolg: „Ich spüre heute noch ein wenig die 21,1 Kilometer in den Beinen, leichter Muskelkater“, schreibt er. „Aber das ist normal.“ Mit seiner Zielzeit von 1:52:12 ist er sehr zufrieden, die habe er so auch angestrebt, sagt der 49-Jährige aus Erlenbach, der seit vielen Jahren mit der Laufgruppe trainiert, aber noch nie bei einem Marathon am Start war. 

Sebastian Hammer hat mit Knieproblemen zu tun

Eigentlich zufrieden mit seinem Lauf ist auch Sebastian Hammer, auch wenn er sein Ziel, unter zwei Stunden zu bleiben, knapp verfehlt hat. Seine Zeit lag bei 2:03:22. „Mit Hitze komme ich nicht gut zurecht“, sagt der 43-Jährige. Die echten Probleme für ihn begannen am Tag danach. Montags wachte er mit Schmerzen am linken Knie auf, humpelt seitdem leicht. Schon zwei Wochen vor dem Halbmarathon hatte Hammer ähnliche Beschwerden, bekam sie jedoch mit Kühlen, Massage, Schonen und Eis in den Griff. Nun sind die Schmerzen zurück, Sebastian Hammer ist verunsichert.

Dr. Boris Brand untersucht Sebastian Hammer. Der 43-Jährige hat seit dem Trollinger Halbmarathon Knieprobleme.
Dr. Boris Brand untersucht Sebastian Hammer. Der 43-Jährige hat seit dem Trollinger Halbmarathon Knieprobleme.  Foto: Blass, Valerie

Nach einer Untersuchung beim Neckarsulmer Orthopäden Dr. Boris Brand ist klar: Die Ursache für die Schmerzen ist eine Überlastung. Die erhöhten Trainingsreize mit längeren Strecken, mehr Tempo und dem Laufen auf Asphalt haben gemeinsam mit leichten O-Beinen dazu geführt, dass der Innenmeniskus Probleme macht. „Das ist gewissermaßen beginnender Verschleiß“, sagt Brand.

Die Beschwerden seien klassisch für ambitionierte Läufer, die intensiv auf ein bestimmtes Ziel hin trainierten. Die Bänder seien aber stabil. Brand verordnet Einlagen, um die leichte Fehlstellung der Beinachsen zu korrigieren und rät zu regenerativem Training, um die Durchblutung zu fördern. Rad fahren, schwimmen, auch ein kurzer lockerer Lauf. Stabilitätsübungen für die Beinachsen seien grundsätzlich gut, erklärt Brand auf Nachfrage von Hammer. „Aber eine wirkliche Therapie ist das nicht.“ Der Rat des Arztes: „Es ruhig angehen die nächsten Tage.“ Damit und mit den Einlagen könnten die Probleme schon bald wieder behoben sein.

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