Treibhausgas-Emissionen bei Solvay in Bad Wimpfen: Staatsanwaltschaft ermittelt
Massiv erhöhte Treibhausgas-Emissionen beim Chemieunternehmen Solvay in Bad Wimpfen sorgen für Streit in der Landespolitik. Nun hat auch die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen aufgenommen.
Wie die Staatsanwaltschaft Stuttgart auf Nachfrage der Heilbronner Stimme bestätigte, ermittelt die Behörde gegen Unbekannt wegen des Vorwurfs der Luftverunreinigung. Der Bad Wimpfener Chemiekonzern Solvay steht in dem Fall bereits seit Wochen in der Kritik. Im Falle einer Verurteilung drohen Geldstrafen oder bis zu fünf Jahre Haft. Zuerst hatte das Magazin Der Spiegel berichtet. Im Raum steht auch ein möglicher Verstoß gegen die Aufsichtspflicht. Das wäre eine mögliche Ordnungswidrigkeit.
Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt nach Anzeigen gegen Solvay in Bad Wimpfen
Die Staatsanwaltschaft Heilbronn hatte den Fall an die Kollegen in der Landeshauptstadt übergeben. Auslöser waren zwei Anzeigen, eine von der Deutschen Umwelthilfe (DUH), eine weitere von einer Privatperson. Eine Studie der Goethe-Universität Frankfurt hatte den Fall ins Rollen gebracht.
Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass der Chemiekonzern Solvay in Bad Wimpfen deutlich größere Mengen des gefährlichsten Treibhausgases Schwefelhexafluorid (SF6) ausgestoßen hat als die 56 Kilogramm, die das Unternehmen mit Hauptsitz in Belgien angab. Die Rede war von 30 Tonnen.
Umgang mit Fall Solvay in Bad Wimpfen: Streit in der Landespolitik
Die CDU im Landtag hat Umweltministerin Thekla Walker (Grüne) wegen ihres Umgangs mit dem Fall scharf kritisiert und ihr mangelnde Transparenz vorgeworfen. Bei einer Sondersitzung des Umweltausschusses am Dienstag verteidigte Walker ihr Vorgehen, räumte aber auch Versäumnisse ein.
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