Zahl der Lehrer in Heilbronn und Hohenlohe gerade so ausreichend
249 neue Lehrer vereidigt: Die Schulämter in Heilbronn und Künzelsau sehen den Pflichtunterricht zum Start gewährleistet. Anders sieht das die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft. Sie warnt vor Unterrichtsausfall und nennt 21 Punkte, die die Lage verbessern sollen.
Nicht nur für knapp 1,2 Millionen Kinder und Jugendliche an 4006 allgemeinbildenden Schulen im Land und knapp 400.000 Lernende an Beruflichen Schulen beginnt am Montag das neue Schuljahr. Auch für die Lehrkräfte an den knapp 4500 Schulen stehen die Zeichen auf Neubeginn. Am Freitag wurden in Heilbronn und Künzelsau insgesamt 249 neue Lehrkräfte vereidigt.
Im Schulamtsbezirk Heilbronn beginnen 141 junge Lehrer ihr Berufsleben, im Zuständigkeitsgebiet des Schulamtes Künzelsau sind es 108 neue Lehrer, davon kommen 45 an Schulen im Hohenlohekreis, die übrigen in die Kreise Main-Tauber und Hall.
Die Leitungen beider Schulämter berichten, dass der Pflichtunterricht zum Schuljahresbeginn meist gewährleistet sei. Wo noch Personal fehle, werde nach Lösungen gesucht. Das gilt auch für Leitungsstellen an kleineren Grundschulen. In Hohenlohe habe es für alle Lösungen gegeben, in Heilbronn sind ein halbes Dutzend Schulleiterstellen an kleineren Schulstandorten noch unbesetzt, erklärt Markus Wenz, Leiter des Staatlichen Schulamtes Heilbronn.
Krankheitsvertretungen bei Lehrern gibt es
Sowohl Markus Wenz (Heilbronn) wie auch Bettina Hey, Leiterin des Schulamtes Künzelsau, hoffen aber, bis zum Ende des Einstellungskorridors Ende September weitere Einstellungsverträge schließen zu können.
Im vergangenen Jahr wurden in diesem Korridor weitere 159 Stellen (Heilbronn) und 117 (Künzelsau) besetzt. In Heilbronn erhalten 103 Personen befristete Verträge als Krankheitsvertretung, in Hohenlohe sind es 157.
Ganztagesbetrieb und eine höhere Zahl von Kinden an den Schulen mit höherem Förderbedarf stellen das System vor Herausforderungen, betont Bettina Hey und verweist auf das Programm "Rückenwind", das hier ansetzen soll. Die jungen Lehrer fordert sie auf, bei ihren Bekannten dafür zu werben.
Mit Daten Qualität verbessern
Ein Schwerpunkt im neuen Schuljahr, so Bettina Hey, werde die datengestützte Qualitätsentwicklung an Schulen sein. Dabei gehe es darum, die Wirksamkeit des Unterrichts zu verbessern für mehr Bildungsgerechtigkeit und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Dazu gebe es Evaluationen und Tests. Der Unterricht solle stärker nach wissenschaftlichen Erkenntnissen ausgelegt werden. Dazu fänden verbindliche Gespräche zwischen Schulämtern und Schulleitungen statt. Die Qualität des Unterrichts zu erhöhen, das ist auch Anliegen der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft. Deren Kreisvorsitzende in Künzelsau, Jana Kolberg, kritisiert, dass sich die Eltern und Schüler schon ab dem ersten Schultag auf Unterrichtsausfall einstellen müssten.
Die GEW erwarte mehr Kreativität, um die Schulen im Land dauerhaft krisenfest zu machen und legt 21 Vorschläge zur Lehrkräftegewinnung vor. "Es ist für die Lehrkräfte an den 4500 Schulen frustrierend, dass sie auch im nächsten Schuljahr jonglieren müssen, um den Pflichtunterricht einigermaßen sicherzustellen", bedauert Kolberg.
Ideen für neue Lehrer
Zusätzliche Studienplätze, Erhöhung der Altersermäßigung, mehr Qualifizierungen für Quereinsteiger müssten schnell umgesetzt werden. Stipendien für Lehramtsstudierende, wenn die sich für Schulen in ländlichen Regionen bewerben, könnten zudem dem sichtbaren Stadt-Land-Gefälle entgegenwirken. Kritik übt Jana Kolberg auch an der mangelnden IT-Unterstützung: "Während überall über KI diskutiert wird, verstauben in den Schulen die Notebooks".
Kommentare öffnen



Stimme.de
Kommentare