Pflichtprogramm kann an Schulen in Heilbronn und Hohenlohe meist stattfinden
Die Schulämter in Heilbronn und Künzelsau unternehmen große Anstrengungen, weitere Lehrer zu gewinnen. Im vergangenen Jahr hat eine große Zahl an Lehrkräften noch im September erst unterschrieben.

Erste Schultage gibt es auch für Lehrer: Im Bereich des Staatlichen Schulamtes Künzelsau werden am Montag 108 neue Lehrer ihren ersten Schultag haben, 26 davon starten im Hohenlohekreis, die anderen in Schwäbisch Hall und Main-Tauber. Im Bereich des Staatlichen Schulamtes Heilbronn beginnt für 141 neue Lehrkräfte ein neuer Lebensabschnitt. Im Bereich Heilbronn kommen 103 Personen mit befristeten Verträgen als Krankheitsstellvertretung dazu, in Hohenlohe 157. Doch mit Schulbeginn am Montag ist der Einstellungsprozess auch in diesem Jahr nicht zu Ende.
Teilzeitkräfte arbeiten mehr
Mit den bislang umgesetzten Neueinstellungen und weiteren Personalmaßnahmen könne der Pflichtunterricht in den Schulamtsbezirken Künzelsau und Heilbronn zum jetzigen Zeitpunkt an den meisten Schulen abgedeckt werden, erklären sowohl Bettina Hey (Künzelsau) als auch Markus Wenz (Heilbronn). Dazu hätten auch Teilzeitkräfte ihre Deputate aufgestockt.
Es wird weiter gesucht
Und es würden weitere Anstrengungen unternommen, zusätzliche Lehrkräfte zu gewinnen, da es bekanntlich im Laufe des Schuljahres immer wieder zu Ausfällen wegen Mutterschutz und Elternzeit oder längeren Krankheitsphasen kommt. Besonders angespannt ist die Personalsituation im Raum Heilbronn an einigen Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren. Vereinzelt, so Markus Wenz, müsse Unterricht gekürzt werden.
Quereinsteiger gefunden
Bettina Hey weist auf die Empfehlung der sogenannten ständigen wissenschaftlichen Kommission der Kultusministerkonferenz hin, die es ermöglicht, für Grundschulen und die Sekundarstufe I Personen ohne Lehramtsstudium einzustellen. Die sogenannten Direkteinsteiger seien ein wichtiger Baustein. Im Schulamtsbezirk Künzelsau hätten sich neun Personen erfolgreich beworben.
Verträge werden entfristet
Auch die Möglichkeit zur sogenannten "Entfristung" von Personen, die bereits über mehrere Jahre in befristeten Verträgen gearbeitet haben, wurde in fünf Fällen genutzt. Im neuen Schuljahr besuchen 36 524 Schüler, die sich auf 2535 Klassen verteilen, eine Grund-, Haupt-, Werkreal-, Real- oder Gemeinschaftsschule oder ein Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ) im Bereich des Stadt- und Landkreises Heilbronn. Das Angebot an Vorbereitungsklassen und inklusiven Bildungsangeboten wächst weiter. Das gilt auch für den Schulamtsbezirk Künzelsau. Dazu werden dort in den Grund-, Haupt-, Werkreal-, Real-, Gemeinschaftsschulen 32 737 Schüler in 1584 Klassen unterrichtet.
Qualität soll steigen
Ein pädagogischer Schwerpunkt an allen Schulen wird die datengestützte Qualitätsentwicklung sein. Ziel ist die Erhöhung der Bildungsgerechtigkeit und die Verbesserung der Schul- und Unterrichtsqualität. Bettina Hey erklärt: "Dies wird erreicht durch die objektive Erfassung der Handlungsbedarfe in Form von Erhebungen und Evaluationen, durch eine stärkere Ausrichtung an wissenschaftlichen Erkenntnissen und durch eine bessere Verzahnung der Maßnahmen und Programme." Zwischen Schulaufsicht und Schulen werden deshalb ab diesem Schuljahr verbindlich Statusgespräche geführt, die in Ziel- und Leistungsvereinbarungen münden. Ein erneuter Schwerpunkt wird im Schuljahr 2023/24 sein, die Folgen der Corona-Pandemie aufzuarbeiten. Das gelte sowohl für die pandemiebedingten Lernrückstände wie für die Aufarbeitung der sozial-emotionalen Folgen. Dazu wird das Förderprogramm "Lernen mit Rückenwind" fortgesetzt.
Vorbereitungsklassen nötig
Geflüchtete Kinder werden entweder in der Regelklasse, in einer Vorbereitungsklasse (VKL) oder in einer Mischform unterrichtet werden. Der Unterricht in einer Vorbereitungsklasse dient vorwiegend dem grundsätzlichen Erlernen der deutschen Sprache, des Fachwortschatzes sowie schulischer Techniken und Arbeitsweisen. Er bereitet auf den Unterricht und die Integration in die Regelklassen an den Schulen vor und ist mit diesem eng verzahnt. In der organisatorischen Umsetzung verfügen Schulen über große Flexibilität, betont das Schulamt.
Angesichts veränderter gesellschaftlicher Anforderungen und Lebenswelten von Eltern sowie veränderter schulischer Konzepte wird das Handlungsfeld "Ganztägige Betreuung und Bildung von Kindern und Jugendlichen" eine wichtige Aufgabe sein.
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