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Steigende Zinsen, hohe Kosten: Für viele Häuslebauer wird es eng

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Die Preissteigerungen und die Entwicklung der Bauzinsen machen Bauherren zu schaffen. Die Nachfrage nach Wohnraum in der Region ist aber weiterhin da.

Von unserer Redaktion
Aus der Traum vom Eigenheim? Experten rechnen mit weiterem Anstieg des Bauzinses.
Aus der Traum vom Eigenheim? Experten rechnen mit weiterem Anstieg des Bauzinses.  Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

Wer ein Haus bauen oder sein Eigenheim sanieren möchte, hat zur Zeit keine guten Karten: Seit Jahresbeginn sind die Baukosten geradezu durch die Decke geschossen. Zusätzlich zu den Preisen für Material und Dienstleistungen kannte auch die Entwicklung bei den Bauzinsen nur eine Richtung: nach oben. Die Folgen für angehende Häuslebauer: Den Traum vom Eigenheim gefährden immer mehr Unsicherheitsfaktoren.


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Weniger Förderungen für Gebäudesanierungen

Dass das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz kurzfristig die Förderprogramme zur Gebäudesanierung eingedampft hat, sorgt für Kritik. "Es ist richtig, dass die Bundesregierung Sanierungen als zentrale Notwendigkeit sieht. Aber dann muss es dafür in der aktuellen Lage mehr und nicht weniger Förderung geben", sagt die baden-württembergische Bauministerin Nicole Razavi (CDU). Angesichts steigender Baukosten und Zinsen seien die gesenkten Fördersätze "völlig kontraproduktiv". Rein rechnerisch könnten dadurch mehr Menschen eine Förderung erhalten. "In der Praxis ist das eine Milchmädchenrechnung", so Razavi.

Um das Wohnungsproblem zu lösen, brauche es dringend mehr Sanierung und mehr Verlässlichkeit in der Förderung: "Ich befürchte, dass viele nun komplett von ihrem Vorhaben Abstand nehmen werden, weil es für sie schlicht zu teuer wird. Damit würden unterm Strich nicht mehr Gebäude und Wohnungen saniert, sondern weniger." Für den Wohnungsbau wie für den Klimaschutz wäre dies "ein Bärendienst".


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Neubau ohne Zuschüsse

Auch die Neubauförderung kritisiert Razavi: "Sie war ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu mehr Wohnraum. Ohne direkte Zuschüsse wird dieses Ziel noch schwieriger zu erreichen sein", fürchtet sie.

Der Bedarf an Wohnraum ist in der Region indes ungebrochen groß, weiß Oliver Steinmetz, Bereichsleiter Immobilien und Baufinanzierung bei der Kreissparkasse Heilbronn. Attraktive Arbeitgeber und Institutionen wie etwa der TUM-Campus hielten die Anziehungskraft hoch - "und diese Menschen brauchen schließlich ein Dach über dem Kopf", so Steinmetz.


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Mehr Rückzieher und Finanzspritzen

In jüngster Zeit hätten aber einige Kunden wieder einen Rückzieher vom Hausbau oder -kauf gemacht, weil ihnen die Kosten über den Kopf wuchsen. Auch bei bereits laufenden Vorhaben seien zunehmend Finanzspritzen nötig. "Die Zahl der Nachfinanzierungen ist in den vergangenen Monaten gestiegen", so der Experte. Beträge bis zu 105 000 Euro, die Kunden nun zusätzlich stemmen müssten, seien dabei keine Seltenheit: "Bei einer entsprechenden Tilgung und Zinssatz kommt hier nochmals eine Belastung von durchschnittlich 450 Euro im Monat auf die Menschen zu. Das will auch erst einmal abgesichert sein", sagt Steinmetz.

Dass die Nachfrage nach Wohnraum weiterhin da ist, bestätigt die VR Bank Heilbronn Schwäbisch Hall. "Kunden mit großem Eigenkapitalanteil halten an der Umsetzung ihrer geplanten Anschaffung beziehungsweise ihrem Bauvorhaben fest", sagt Siegfried Fischer, Bereichsleiter Immobilien und Wohnbau. Allerdings sei die Nachfrage nach Immobiliendarlehen in den letzten Wochen "etwas verhaltener". "Insbesondere Neubauvorhaben werden aufgrund der deutliche gestiegenen Material- und Baupreise sowie der höheren Finanzierungskosten auf den Prüfstand gestellt", so Fischer.


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