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Region Heilbronn-Franken bewirbt sich um Millionen-Förderung für Wasserstoffprojekte

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Zu den 19 Ideen von 26 Projektpartnern, die die Region für einen Förderantrag zusammengetragen hat, gehört eine klimaneutrale Busverbindung zwischen dem Unteren Kochertal und Heilbronn.

von Katharina Peter und Carsten Friese
Schnell und klimaneutral von Neuenstadt nach Heilbronn mit dem Bus fahren: Die Idee einer Stadtbahn auf Rädern ist Teil eines Förderantrags an das Land. Getestet wurde sie kürzlich mit einem Wasserstoffbus einer polnischen Firma.
Foto: privat
Schnell und klimaneutral von Neuenstadt nach Heilbronn mit dem Bus fahren: Die Idee einer Stadtbahn auf Rädern ist Teil eines Förderantrags an das Land. Getestet wurde sie kürzlich mit einem Wasserstoffbus einer polnischen Firma. Foto: privat  Foto: privat

Stadtbahn auf Rädern: Diese Idee, mittels Wasserstoff-Bussen den Verwaltungsraum Neuenstadt-Langenbrettach-Hardthausen besser und vor allem schneller an Heilbronn anzubinden, gibt es bereits seit einigen Jahren. Bei Förderanträgen kam sie bisher jedoch nie zum Zug. Jetzt ergreift der Landkreis Heilbronn eine neue Chance und beteiligt sich wie auch einige andere Partner am Förderantrag "H2-Impuls", der unter der Federführung der Wirtschaftsförderung Raum Heilbronn (WFG) eingereicht wurde. Damit bewerben sich 26 Partner um eine Millionen-Förderung aus dem Programm "Modellregion Grüner Wasserstoff" des baden-württembergischen Umweltministeriums.

Das Umweltministerium stellt bis zu 35 Millionen Euro bereit

Gefördert wird eine oder mehrere Regionen, die grünen Wasserstoff vor Ort erzeugen und verwenden, beispielsweise in Verkehr, Industrie und Gebäudewärme. Insgesamt stehen dafür laut Umweltministerium bis zu 35 Millionen Euro zur Verfügung. Eine Entscheidung wird noch im Sommer erwartet. Das Ziel ist, den ÖPNV zu einer echten Alternative zum Auto zu machen und damit viele Menschen zum Umstieg zu bewegen.

 


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Der grüne Wasserstoff, den die Linienbusse tanken würden, käme vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Lampoldshausen, wo er aus Windenergie vom Harthäuser Wald erzeugt wird, berichtet Projektpartner und Geschäftsführer der Omnibus-Verkehr Ruoff GmbH (OVR), Horst Windeisen. Der neu aufgestellte "Kocherschuttle" von Neuenstadt nach Heilbronn soll an neuralgischen Staupunkten wie zum Beispiel bei Amorbach eine eigene Busspur erhalten. In Heilbronn ist geplant, die Stadtbahngleise zu nutzen, um beschleunigt voranzukommen, erläutert Windeisen. Und: Die Haltestellen sollen in Stadtbahnqualität ausgebaut werden. Bei der Bustaktung ist auf der Shuttle-Linie 620 nach Angaben von Windeisen ein Halb-Stunden-Takt vorgesehen - immer zur vollen und halben Stunde. Elektronische Echtzeitinformationen an Haltestellen und "verlässliche Taktfahrpläne" sieht der Bus-Unternehmer als Pluspunkte des klimaneutralen Projektes.

Als Zeithorizont nennt er drei bis fünf Jahre. Busspuren und Umbauten an Haltestellen müsste man ja erst planen. "In Stufen" könnte man die neue Stadtbahn auf Rädern aufbauen. In der ersten Stufe geht er von drei Wasserstoffbussen im Einsatz aus. Im Gewerbe- und Industriepark Unteres Kochertal (GIK) in Neuenstadt soll für die Fahrzeuge eine Wasserstofftankstelle entstehen.


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Chancen der Region sind schwer einzuschätzen

Wie die Chancen für den Antrag "H2-Impuls" stehen, sei schwer zu sagen, erklärt WFG-Geschäftsführer Patrick Dufour auf Nachfrage. Schlecht seien sie aber nicht. Er wisse von zwei bis vier Regionen, die er auf Augenhöhe mit dem Raum Heilbronn einschätze. Am 17. Mai wurde der Antrag eingereicht, eine Rückmeldung gab es bisher nicht, sagt Dufour. Sollte es nicht klappen, bleibe man aber am Thema Wasserstoff dran. Es kämen auch wieder andere Förderprogramme. Zuletzt hat sich die Region Heilbronn-Franken etwa beim Förderwettbewerb Regiowin 2030 mit drei Vorhaben durchgesetzt, davon eines im Bereich Wasserstoff mit dem Titel "Hydrogen Hub". Am DLR-Standort Lampolds- hausen entsteht dabei eine Testinfrastruktur für Wasserstoffkomponenten wie Brennstoffzellen.

Unternehmen und Kommunen bringen viele Ideen ein

Unter den 26 Partnern für den Förderantrag "H2 Impuls" sind viele Unternehmen, die Stadt Heilbronn sowie das Landratsamt und Kommunen aus den Landkreisen Heilbronn und Schwäbisch Hall. Unter den 19 Projekten ist zum Beispiel eine Energiezentrale mit Brennstoffzelle und H2-Speicher für eine Kita, weitere Mobilitätsinitiativen mit Wasserstoffbussen, Projekte zur Reduktion der CO2-Produktion von Firmen durch Nutzung von H2.


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Soll Wasserstoff eine umweltfreundliche Alternative zu klassischen Treibstoffen auf Mineralölbasis sein, kommt es auf die Erzeugung an. Denn am günstigsten ist, Erdgas unter Hitze – meist ebenfalls aus Gas oder Kohle – in Wasserstoff und CO2 aufzuspalten. Die Ökobilanz dieses „grauen“ Wasserstoffs ist damit deutlich schlechter als von Erdgas. 

Grüner Wasserstoff wird in Elektrolyseuren erzeugt, die ihren Strom aus erneuerbaren Quellen beziehen. Auf dem Gelände des DLR-Triebwerktestzentrums im Harthäuser Wald erzeugt so ein Elektrolyseur im Rahmen des Projekts H2Orizon von Zeag und DLR an die 100 Tonnen Wasserstoff, der für Triebwerktests, aber auch für die grüne Mobilität verwendet werden kann.  

Mit dem Projekt „Zero Emission“, das vom Wirtschaftsministerium in Stuttgart mit 16 Millionen Euro gefördert wird, soll der gesamte DLR-Standort Lampoldshausen mit Wasserstofftechnologie CO2-neutral werden. Dazu ist der Betrieb eines weiteren, noch größeren Elektrolyseurs geplant.

 


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