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Entfernungspauschale
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Pendler in der Region ächzen unter den Preisen an der Tankstelle

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Steigende Spritpreise führen zu Diskussionen rund um die Kilometerpauschale. Firmen in der Region bezahlen unterschiedlich hohe Preise, wenn Arbeitnehmer ihr Privatauto zur Verfügung stellen.

Die Entfernungspauschale gilt nicht nur für Autofahrer. Über deren Höhe wird diskutiert. Rückwirkend wurde sie auf 38 Cent angehoben.
Foto: Uwe Moser/stock.adobe.com
Die Entfernungspauschale gilt nicht nur für Autofahrer. Über deren Höhe wird diskutiert. Rückwirkend wurde sie auf 38 Cent angehoben. Foto: Uwe Moser/stock.adobe.com  Foto: Uwe Moser

Durch die hohen Kraftstoffpreise wird der Ruf lauter, die Entfernungspauschale zu erhöhen. Der Beitrag wurde rückwirkend zum 1. Januar 2022 von 35 auf 38 Cent pro gefahrenen Kilometer angehoben. Dies gilt für all jene, die weiter als 21 Kilometer vom Arbeitsplatz entfernt wohnen. Wie sinnvoll ist die Pauschale?

Professor Dr. Ekkehart Reimer ist Direktor des Instituts für Finanz- und Steuerrecht der Universität Heidelberg. Der Gesetzgeber könne frei entscheiden, ob er eine Entfernungspauschale ausbezahlt oder nicht, erklärt der 54-jährige Jurist. Er müsse sich für die Berechnung nicht an dem Verkehrsmittel orientieren, das am teuersten ist. Reimer rechnet vor, dass beispielsweise ein VW Sharan Kosten von etwa zehn Euro für 100 Kilometer verursache. "Für einen Kilometer sind das zwischen zehn und zwölf Cent." Das Teure an einem Auto sei überdies die Anschaffung und der Verschleiß, die Kosten für den Sprit rangierten auf einem hinteren Platz.

 


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Weite Wege werden in Kauf genommen

"Man kann nicht sagen, nur weil sich die Spritkosten verdoppelt haben, muss sich auch die Entfernungspauschale verdoppeln", sagt Reimer. Deutschland sei zudem nicht so verstädtet wie andere Länder. Man nehme weitere Wege zur Arbeit in Kauf. "Deswegen ist die Entfernungspauschale weniger eine Gerechtigkeitskomponente, sondern hat mehr mit Regionalplanung zu tun. Man möchte der Landflucht entgegenwirken."

Der ADAC erklärt, dass die Entfernungspauschale keine Subvention des Pkw darstellt, sondern verkehrsmittelunabhängig jene Menschen entlastet, die lange Arbeitswege zurücklegen müssen. Der Automobilclub fordert, die Pendlerpauschale bereits ab dem ersten Kilometer anzuheben, damit auch diejenigen entlastet werden, die weniger als 21 Kilometer pendeln müssen, erklärt Sprecher Andreas Hölzl.

 


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Aufgrund der dramatisch steigenden Energiekosten sei es richtig gewesen, die Pauschale anzuheben. Sie gelte nicht nur für Autofahrer, sondern auch für Pendler, die mit anderen Verkehrsmitteln zum Arbeitsplatz fahren, erklärt Hölzl. "Ob die Pauschale die Kosten deckt, hängt davon ab, wie man unterwegs ist. Wer mit dem Fahrrad fährt, hat natürlich andere Kosten als jemand, der mit einem Auto zur Arbeit fahren muss", teilt Hözl schriftlich mit.

 


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Zwischen 30 und 50 Cent

Neben der Fahrt zum Arbeitsplatz stellen Arbeitnehmer ihr privates Fahrzeug auch für berufliche Fahrten zur Verfügung. Die gefahrenen Kilometer rechnen sie mit dem Arbeitgeber ab. Firmen in der Region handhaben das unterschiedlich, wie eine zufällige Umfrage von stimme.de ergibt. Würth in Künzelsau erstattet 30 Cent pro Kilometer. Ebenso viel zahlen Lidl und Kaufland in Neckarsulm. Bei der Kreissparkasse Heilbronn sind es zwischen 45 und 50 Cent, heißt es aus den Presseabteilungen der Unternehmen.

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