Keine Neiddebatte im Landkreis erwartet: Alle Schüler in Heilbronn können Tablets bekommen
Stadt Heilbronn und Dieter-Schwarz-Stiftung stellen Geld für die digitale Ausstattung zur Verfügung. So reagiert die Region darauf.

Einzelne Orte preschen bei der digitalen Ausstattung der Schüler voran: Sulzfeld gibt allen Kindern der Gemeinschaftsschule Tablets. Heilbronn geht einen Schritt weiter und setzt überregional Maßstäbe: Zusammen mit der Dieter-Schwarz-Stiftung steht ein zweistelliger Millionen-Betrag zur Verfügung, damit alle Kinder an Grund- und weiterführenden Schulen der Stadt persönliche Endgeräte bekommen. Die ersten Tablets und Notebooks sollen in diesem Jahr verteilt werden.
Kommunale Vertreter bleiben gelassen. Klaus Holaschke erwartet nicht, dass Eltern auf die Rathäuser im Landkreis zugehen und mit Blick auf Heilbronn eine bessere Ausstattung verlangen. "Ich kann keine Neiddebatte wahrnehmen", sagt Eppingens Oberbürgermeister, der Erster Vizepräsident des Gemeindetags Baden-Württemberg ist.
Tablets für alle Heilbronner Schulen: Die Stadt und die Dieter-Schwarz-Stiftung teilen sich die Finanzierung
So äußert sich auch Björn Steinbach. "Ich sehe es sehr entspannt", sagt der Bürgermeister von Obersulm, der sich im Kreisverband Heilbronn des Gemeindetags engagiert. Mit Zuschüssen von Bund und Land und eigenem Geld haben Städte und Gemeinden für Schulen Tablets und Notebooks gekauft. Klaus Holaschke sieht an anderer Stelle einen "Flaschenhals", wie er es nennt: Schulen müssen ans schnelle Internet angeschlossen werden.
In Heilbronn teilen sich Stadt und eine private Stiftung die Finanzierung, auch die IT im Hintergrund wird so bezahlt. Nicht alle Kommunen haben so großzügige Förderer. In Eppingen habe es jedoch Elterninititiativen gegeben, die die Finanzierung von iPads in Klassenstärke gestemmt hätten, so Klaus Holaschke. Er sagt auch: Jeder Euro, der im Raum Heilbronn in die Bildung investiert werde, komme der Bildungsregion zugute. "Irgendwann profitiert jeder davon."
Noch unklar ist, wie es mit der weiteren Finanzierung durch Bund und Land aussieht. Klar ist, dass Geräte ersetzt werden müssen. Laut Klaus Holaschke setzen sich die Spitzenverbände dafür, dass bei der digitalen Ausstattung klar geregelt wird, wer welche Finanzierung übernimmt. Eppingen hat, so wie beispielsweise auch Neckarsulm, eigene IT-Experten eingestellt, die sich nur um die Schulen kümmern. Üblicherweise übernehmen Lehrer die Wartung der IT, an kleinen Grundschulen gibt es dafür nicht einmal Anrechnungsstunden.
Mancherorts haben alle Kinder Tablets oder Notebooks, anderswo nur ein Teil der Schüler: Björn Steinbach wünscht sich, dass das Land ein klares Konzept auflegt. Ihm fehlen bislang Vorgaben, was Kinder in welchem Alter in Sachen IT überhaupt lernen müssen. Hinzu kommt für ihn ein weiterer Punkt: Die Lehrer müssten hinter den IT-Forderungen stehen. "Sie müssen geschult sein, Spaß haben und die Kinder begeistern."
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