In der Region: Wohnraum für Geflüchtete wird knapp

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Die Zuweisungen richten sich zunehmend nach den Möglichkeiten vor Ort. Heilbronn nutzt einen Klinik-Altbau.

Junge Flüchtlinge aus der Ukraine warten an der Hauptpforte der Landeserstaufnahmeeinrichtung, um hereingelassen zu werden.
Junge Flüchtlinge aus der Ukraine warten an der Hauptpforte der Landeserstaufnahmeeinrichtung, um hereingelassen zu werden.  Foto: Felix Kästle/dpa/Archivbild

Kommunen klagen, bei der Unterbringung von Flüchtlingen auf sich gestellt zu sein und den Andrang nicht mehr bewältigen zu können. Überall fehle Wohnraum, heißt es. Zuletzt gab es in Wüstenrot einen empörten Aufschrei in Teilen der Bevölkerung, als in einem früheren Seniorenheim bis zu 70 Flüchtlinge untergebracht werden sollten. Auch in Pfedelbach soll ein Altersheim umgenutzt werden. Doch ist es überall so eng? Ein Blick in die Region.


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Zuweisungen

Das Land Baden-Württemberg weist den Landkreisen jeden Monat geflüchtete Menschen zu, die zunächst in Sammelunterkünften untergebracht werden, welche die Landkreise zur Verfügung stellen müssen. Nach zwei Jahren kommen die Menschen in die Anschlussunterbringung, die in der Zuständigkeit der Städte und Gemeinden ist. Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine können bereits nach sechs Monaten in die Anschlussunterbringung.

Verteilschlüssel wird aufgeweicht

Geregelt werden sollte die Unterbringung nach einem festen Verteilschlüssel. Doch dieses Prinzip wurde in jüngster Vergangenheit immer wieder aufgeweicht und den verfügbaren Möglichkeiten vor Ort angepasst. So hat der Hohenlohekreis bis dato nur 77 Ukrainer an sechs der 16 Kommunen zugewiesen. Relevant dafür seien die Flächenfallmeldungen im Vergleich zur Einwohnerzahl. Der Hohenlohekreis rechnet mit 20 weiteren Ukrainern pro Monat. Bei den normalen Asylbewerbern - also den Nicht-Ukrainern - stelle man sich auf etwa 35 je Monat ein, so ein Sprecher des Landratsamts. Die Zahl der Asylbewerber sei stark gestiegen. 413 wohnen derzeit in Sammelunterkünften. Bis Jahresende sollen insgesamt 950 Plätze bereitstehen.

Umbauten und Container

Die 111 Ukrainer leben im ehemaligen Krankenhaus in Künzelsau und in einem danebenliegenden Gebäude. Sollten es mehr werden, steht die umgebaute Gewerbehalle in Schwabbach bereit. Die zwei neuen Containeranlagen in Kupferzell und Niedernhall sind nur mit Asylbewerbern belegt; im ehemaligen Seniorenzentrum in Pfedelbach werden gegenwärtig weitere Plätze für sie geschaffen.

Bisher wurden in der Stadt Heilbronn 1813 Geflüchtete aus der Ukraine erfasst. "Die Tendenz ist weiterhin steigend, aber sehr langsam", berichtet Rathaus-Sprecherin Claudia Küpper. Da mit weiterem Zuzug gerechnet werde, richtet die Stadt derzeit einen Gebäudetrakt im Altbau des Klinikums am Gesundbrunnen als Unterkunft für Geflüchtete aus der Ukraine her.


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Klinik-Areal wird genutzt

Bis zu 90 Personen sollen dort perspektivisch unterkommen. In den nächsten Wochen werden hierfür Räume in einem leerstehenden Gebäudeteil hergerichtet. Im Landkreis Heilbronn sind aktuell knapp 3800 angemeldete Personen aus der Ukraine untergebracht. "Eine Tendenz können wir nicht abgeben, wir rechnen jedoch weiterhin mit hohen Zugangszahlen", sagt Pressesprecherin Lea Mosthaf. Derzeit habe der Landkreis 33 kreiseigene Unterkünfte in der Region verteilt, die für die vorläufige Unterbringung von Flüchtlingen genutzt werden.

Rund 90 freie Plätze stehen laut Lea Mosthaft aktuell noch zur Verfügung "bei einem monatlichen durchschnittlichen Zugangsgeschehen von 280 geflüchteten Personen. Die Möglichkeiten und Angebote werden jedoch immer weniger und wir müssen jede sich bietende Unterbringungsmöglichkeit in Betracht ziehen." Daher, so die Sprecherin, sei der Landkreis weiterhin auf der Suche nach Objekten: "Wir hoffen auf Angebote aus der Bevölkerung, um eine Belegung von Gemeinde- und Sporthallen zu vermeiden." 


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