Ermittler nehmen mutmaßliche Corona-Betrüger aus Lauffen fest

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Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft Heilbronn werfen einer Frau und drei Männern Abrechnungsbetrug mit Teststationen im großen Stil vor. Ein Schwerpunkt der Ermittlungen ist Lauffen.

Ein Mann lässt einen Corona-Schnelltest machen.
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Ein Mann lässt einen Corona-Schnelltest machen. Foto: dpa  Foto: Hauke-Christian Dittrich

Monatelange Ermittlungen der Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft Heilbronn haben zum Erfolg geführt: Eine Frau und zwei Männer sind wegen mutmaßlichen Abrechnungsbetrugs mit Corona-Teststationen festgenommen worden und sitzen zwischenzeitlich in Untersuchungshaft. Das gaben die Behörden in einer gemeinsamen Pressemitteilung am Freitagnachmittag bekannt. Zudem steht ein weiterer Mann im Verdacht, an der Tat beteiligt zu sein. Mindestens zwei der Beschuldigten kommen nach Informationen unserer Zeitung aus Lauffen.

Die Teststationen, die für den mutmaßlichen Betrug genutzt worden sein sollen, befanden sich nach Angaben der Polizei ebenfalls in Lauffen, aber auch in den Kreisen Baden-Baden, Stuttgart und Leinfelden-Echterdingen. Die Ermittler werfen den Beschuldigten vor, etwa 30.000 Tests gegenüber der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg abgerechnet, jedoch einen erheblichen Teil dieser Leistungen nicht erbracht zu haben. Der deutsche Staat sei damit um einen sechsstelligen Betrag geschädigt worden, heißt es im Pressebericht.


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Kritik an Vielzahl der Teststationen in der Region


Die tatverdächtigen Männer sind 32 bis 48 Jahre alt, die beschuldigte Frau ist 50 Jahre alt. Wie die Polizei weiter mitteilt, haben bereits am Montag, 21. Februar, acht Durchsuchungen von Wohnungen und Geschäftsräumen stattgefunden. Dabei beschlagnahmten die Ermittler umfangreiche Beweismittel - und außerdem Vermögenswerte wie Bargeld und eine Luxusuhr.

Ähnlicher Fall in der Region zuletzt in Öhringen

Die Problematik, dass die Abrechnung von Schnelltests für Betrugsdelikte anfällig ist, besteht bundesweit. Immer wieder kommen Ermittler Akteuren auf die Schliche. Zuletzt hatte es einen ähnlichen Fall in Öhringen gegeben.


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Polizei und Staatsanwaltschaft hatten bereits im Dezember mitgeteilt, dass der Betreiber eines Öhringer Schnelltestzentrums mit Abrechnungsbetrug mehr als eine Million Euro erbeutet haben soll. Der 28 Jahre alte Mann soll deutlich mehr Tests abgerechnet haben, als tatsächlich vorgenommen wurden. "Obwohl er lediglich wohl nur rund 5000 Tests durchgeführt hat, rechnete er bei der zuständigen Stelle fast 90.000 Testungen ab", hieß es in einer damaligen Pressemitteilung der Behörden. Eine Verdachtsmeldung auf Geldwäsche hatte die Ermittler auf die Spur des Mannes gebracht.

Kurz vor Weihnachten war die Wohnung des Mannes durchsucht worden und der Tatverdächtige festgenommen worden. Auch in diesem Fall stellten die Ermittler umfangreiche Vermögenswerte sicher. Der Haftbefehl gegen den geständigen Mann war nach der Vorführung beim Haftrichter gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt worden.


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