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Dritter Verhandlungstag

Crystal-Meth-Prozess: Sagen die Angelkagten selbst aus?

  
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Von einem professionellem Vorgehen, falschen Identitäten und einer Scheinfirma in Frankreich war bisher beim Crystal-Meth-Prozess in Heilbronn die Rede. Heute startet der dritte Verhandlungstag.

Abwarten oder zugreifen? Die Kriminalpolizei des Heilbronner Präsidiums entscheidet sich am 11. Oktober 2022 nach über einem Jahr verdeckter Ermittlungen für Letzteres und liegt goldrichtig: In einer tonnenschweren Hydraulik-Presse auf einem Sinsheimer Parkplatz stoßen sie auf 200 Kilogramm Crystal Meth. Marktwert: an die 20 Millionen Euro.

Es ist ein Fall, der bundesweit Schlagzeilen gemacht hat. Mit jedem neuen Verhandlungstag kommt etwas mehr Licht ins Dunkel.

Was ist im Crystal-Meth-Prozess bisher bekannt?

Bei den Tatverdächtigen handelt es sich um einen 34 Jahre alten Heilbronner und einen 33-Jährigen aus dem Raum Sinsheim. Beide müssen sich seit dem 11. Juli vor dem Landgericht Heilbronn verantworten.

Wie professionell die Männer agiert haben, wird aus bisherigen Schilderungen deutlich. Sowohl eine Anwältin und bestellte psychiatrische Sachverständige als auch Zeugen haben sich vor Gericht zu Wort gemeldet. Von  falschen Identitäten und einer Scheinfirma war unter anderem die Rede. „Er hat seine Sache gut gemacht. Die Polizei hatte Schwierigkeiten, seine Straftaten nachzuvollziehen", sagte ein Oberkommissar des Heilbronner Polizeipräsidiums als Zeuge aus. 

 


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Nach tödlichem Autounfall Schuldgefühle mit Drogen betäubt

Auch wurde bereits einiges über die Vergangenheit des angeklagten Heilbronners bekannt, der bereits mehrmals mit Rauschgiftdelikten aufgefallen ist und einige Vorverurteilungen hinter sich hat. Mit etwa 13 Jahren nimmt er nach einer Stellungnahme seiner Anwältin das erste Mal Marihuana und trinkt Alkohol. Nach einem von ihm wegen Sekundenschlafs verursachten Unfall im Jahr 2010, bei dem zwei Menschen ums Leben kamen, soll er seine Schuldgefühle mit Alkohol und Kokain betäubt haben. „Ein paar Lines am Wochenende“ werden zu „ein paar Gramm täglich“. Es folgen Deals mit Drogen, Haftstrafen, kalter Entzug und Rückfälle. Ein zwischenzeitlicher Kredit von einer Bank wird „verzockt und verkokst“.

Zehn Zeugen sollen gehört werden, kündigt Lutz Hils, Pressesprecher des Heilbronner Landgerichts, an.

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