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Zweiter Verhandlungstag

Crystal-Meth-Prozess in Heilbronn: Anwältin des Angeklagten mit erster Aussage

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Im Oktober 2022 zieht die Heilbronner Kriminalpolizei 200 Kilogramm Crystal Meth aus dem Verkehr. Zwei Männer sind angeklagt, darunter ein Heilbronner. In den Fall kommt Bewegung.

Einer von zwei Angeklagten wird in einem Saal des Landgerichts Heilbronn zu seinem Platz geführt.
Einer von zwei Angeklagten wird in einem Saal des Landgerichts Heilbronn zu seinem Platz geführt.  Foto: Christoph Schmidt (dpa)

Im Oktober 2022 griffen Ermittler in Sinsheim zu – nach dem Fund von 200 Kilogramm Crystal Meth ging vor dem Landgericht Heilbronn der Prozess gegen die beiden mutmaßlichen Drogenhändler am Freitag in den zweiten Verhandlungstag. Nach Darstellung der Staatsanwältin sollen die beiden Angeklagten das Methamphetamin im Ausland bestellt haben.

Strafverteidigung gibt eine "geständige Verteidigungserklärung"

Nachdem sich die zwei Angeklagten beim Prozessauftakt nicht weiter äußern wollten, gab die Strafverteidigung des angeklagten Heilbronners am Freitag eine "geständige Verteidigungserklärung" ab, wie es Thomas Berkner, Leitender Richter der 3. Großen Strafkammer, formulierte.


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Demnach soll der 34-jährige Heilbronner in Spanien einen Mann kennengelernt haben, der angab, Geschäftsführer einer Firma mit Sitz in Bordeaux zu sein, die sich um den „diskreten Transport nicht ganz legaler Güter“ kümmert – die Scheinfirma, über die der Transport der Hydraulikpresse abgewickelt wurde, wie sich später bei den polizeilichen Ermittlungen herausstellen sollte.

200.000 Euro sollen dem Angeklagten angeboten worden sein

Polizisten stehen vor einer Hydraulikpresse, in der rund 200 Kilogramm Rauschgift sichergestellt wurden.
Polizisten stehen vor einer Hydraulikpresse, in der rund 200 Kilogramm Rauschgift sichergestellt wurden.  Foto: Bernd Weißbrod (dpa)

Schon damals habe der Geschäftsführer dem Angeklagten von "Schwierigkeiten bei einem Transport einer Hydraulikpresse" erzählt. Am 27. September 2022 habe er ihn dann erstmals um Mithilfe gebeten, eine Halle zur Zwischenlagerung zu organisieren, bis die Maschine weiter Richtung Osten transportiert werden könne.  

Laut Anwältin habe der angeklagte Heilbronner abgelehnt, weil er das Risiko als zu hoch einstufte. Er wusste von den versteckten Methamphetaminen. Nach mehreren Anrufen und einem Angebot von 200.000 Euro habe er die „fatale Entscheidung“ getroffen, zu helfen. 

 


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Auch Heilbronner Polizeioberkommissar sagt aus

Hier kommt ein anderer Mann ins Spiel, der gemeinschaftlich mit dem Heilbronner angeklagt ist. Dieser war Mitarbeiter bei einem Laden für Shisha-Bedarf in Sinsheim, vor dessen Parkplatz der Stoff letztendlich abgestellt wurde. Was sich in dem Sattelzug befand, soll der Mann aber nicht gewusst haben. „Es ist besser, nichts zu wissen“, soll der angeklagte Heilbronner ihm gesagt haben.

Am zweiten Verhandlungstag sagten mehrere Polizeibeamte des Heilbronner Präsidiums aus, unter anderem auch ein Oberkommissar. Der angeklagte Heilbronner habe professionell agiert. „Er hat seine Sache gut gemacht. Die Polizei hatte Schwierigkeiten, seine Straftaten nachzuvollziehen.“

Crystal Meth hat ein hohes Abhängigkeitspotenzial

Die Drogen aus Mexiko waren in einer 24 Tonnen schweren Hydraulikpresse versteckt, die speziell für den Transport des hochreinen Methamphetamins umgebaut worden sei. Per Schiff kam die Presse nach Antwerpen. Sie wurde dann per Lastwagen von Belgien nach Deutschland gebracht. Die Ermittler schätzten den Straßenverkaufswert der Drogen damals auf 15 bis 20 Millionen Euro.

Das synthetisch hergestellte Crystal Meth bezeichnet eine Kristallform von Methamphetamin, was wiederum eine Abwandlung des Aufputschmittels Amphetamin ist. Auch das seit den 90er Jahren als Partydroge genutzte Ecstasy ist aus Amphetamin abgeleitet. Meth hat ein höheres Abhängigkeitspotenzial als andere illegale Drogen, ist gleichzeitig aber recht billig.

 

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