Bauernverband mit neuem Vorstand
Stefan Kerner aus Erlenbach übernimmt den Vorsitz der bäuerlichen Interessenvertretung für die Region Heilbronn-Ludwigsburg. Nach den jüngsten Neuwahlen ist der Vorstand verjüngt. Worin der Vorsitzende die größten Knackpunkte der kommenden Jahre sieht.

Die Vorstandsriege des Kreisbauernverbands (KBV) Heilbronn-Ludwigsburg tritt nach der jüngsten Delegiertenversammlung in Ilsfeld am Donnerstag verjüngt auf. Der neue Vorsitzende ist Stefan Kerner aus Erlenbach. Der 40-Jährige tritt die Nachfolge des Vaihingers Eberhard Zucker an, der nicht mehr für den Vorstand kandidierte. Der heute 60-Jährige hatte gemeinsam mit dem damaligen Vorsitzenden des Heilbronner Verbands Joachim Rukwied 2006 die Fusion des Heilbronner und des Ludwigsburger Verbands organisiert. Zucker war damals Vorsitzender des Ludwigsburger Pendants. Seit der Fusion im Jahr 2007 war Zucker Vorsitzender des KBV Heilbronn-Ludwigsburg. Für seine langjährigen Verdienste erhielt er auf der Delegiertenkonferenz den Ehrenvorsitz.
Welche Aufgaben auf den neuen Vorstand warten
Als Kerners Stellvertreter wurde Florian Petschel aus Marbach gewählt. Weitere geschäftsführende Vorstände sind Markus Läpple aus Ilsfeld, Andreas Schnepf aus Heilbronn-Böckingen und, neu im Gremium, Michael Kinzinger aus Vaihingen. "Einer muss formell den Vorsitz übernehmen, wir verstehen uns aber als Team, das die Aufgaben gemeinsam bewältigt", stellt der frisch gebackene Vorsitzende klar. Die Aufgabenteilung sei auch aus einem praktischen Grund notwendig: "Im Vorstand befinden sich nun einige zwischen 30 und 40 Jahren, wir sind allesamt vielbeschäftigte Familienväter."
Zu den Aufgaben, die vor den bäuerlichen Interessenvertretern liegen, zählt Kerner, neue, vor allem jüngere Mitglieder zu überzeugen. Der Verband könne dabei durchaus auf Erfolge verweisen, meint der neue Vorsitzende des KBV. So habe der Bauernverband auf Bundesebene erreicht, dass Landwirtschaft weiterhin ein eigenständiges Ministerium erhalten hat. Auch habe der Verband bei der Verlängerung der Saisonarbeitskräfte von jährlich 70 auf 115 Tage im Jahr 2019, beziehungsweise auf 102 Tage im Jahr 2020, hingewirkt. Nicht zuletzt könnten Mitglieder Beratung in steuerlichen, sozialen und rechtlichen Belangen beanspruchen.
Eher ein Wachrütteln als Konkurrenz
Der neue Vorstand will die Kommunikation nach innen wie nach außen modernisieren. "Dazu gehört, den Menschen unsere Arbeit über die Tageszeitungen und andere Medien transparent zu machen." Dass in den vergangenen Jahren neue bäuerliche Interessenvertreter, wie "Land schafft Verbindung" mit Treckerkorsos und anderen Aktionen große Medienpräsenz fanden, sieht Kerner nicht als Konkurrenz an. "Die Aktionen waren sogar gut, um wachzurütteln. Die kontinuierliche politische Arbeit Ebene, die hat dann doch der Bauernverband auf Bundes- und Landesebene gemacht", so Kerner. Die meisten Mitglieder von "Land schafft Verbindung" seien ohnehin gleichzeitig auch Mitglied im Bauernverband.
Der KBV werde sich den neuen Herausforderungen stellen. Dazu zählt Kerner die Transformation der Landwirtschaft in Richtung Nachhaltigkeit und Biodiversität. Aktuell hinzugekommen sei mit der Ukrainekrise auch das Thema Ernährungssicherung. Auch hier werde der Bauernverband auf allen Ebenen Lösungen erarbeiten. Wie Stefan Kerner ankündigt, wird am 5. Mai der deutsche Bauernpräsident Rukwied auf dem Bauerntag in Schwieberdingen zu diesen Themen mit den Gästen ins Gespräch kommen und sich den Fragen des Publikums stellen. "Dabei geht es auch um die geforderten Flächenstilllegungen ab 2023", kündigt der neue Vorsitzende des Heilbronn-Ludwigsburger Bauernverbandes an.
Wie sich die Mitgliederzahlen entwickelt haben
Stefan Kerner ist Landwirt in Erlenbach, verheiratet und Vater von drei Kindern. Auf seinen Ackerflächen baut er unter anderem Getreide, Ölsaaten und testweise auch die klimastabile Feldfrucht Kichererbsen an. Kerner ist Mitglied der Genossenschaftskellerei Heilbronn.
Der Kreisbauernverband Heilbronn-Ludwigsburg entstand im Jahr 2007 nach der Fusion der Kreisbauernverbände Heilbronn und Ludwigsburg. Zum 31. Dezember 202 1 waren im Verband 3172 Mitglieder organisiert, die eine landwirtschaftliche Nutzfläche von insgesamt 60 459 Hektar bewirtschaften. Kurz nach der Fusion waren im Verband etwa 4500 Mitglieder registriert. Er bietet seinen Mitgliedern unter anderem Beratung in rechtlichen, steuerlichen und sozialen Fragen an. Das Heilbronner Verbandsbüro befindet sich in der Gartenstraße 54.
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