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Energiekrise

Spargel bis 20 Euro pro Kilo: Droht nun der Preisschock bei Lebensmitteln?

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Infolge des Iran-Kriegs steigen die Kosten nicht nur an der Tankstelle. Auch im Supermarkt könnte der Einkauf bald teuer werden. Experten aus der Region Heilbronn und Hohenlohe nennen die Gründe.


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Nicht nur an der Tankstelle, auch beim Einkauf droht bald der Preisschock: Laut dem Deutschen Landwirtschaftsverlag könnten die Folgen des Iran-Kriegs bald in deutschen Supermärkten ankommen. Die Welternährungsorganisation FAO stellt in einer aktuellen Risikobewertung die Folgen des Kriegs als globale Krise dar. Düngemittel fehlen, der Preis erhöht sich um ein Drittel. „Für die Landwirtschaft ist das ein Schock“, so die agrarheute-Redakteurin Anna-Maria Buchmann. „Steigen die Energiepreise, explodieren die Kosten auch beim Dünger.“

Durch die steigenden Spritpreise wird auch der Transport teurer, erklärt der Heilbronner Professor Carsten Kortum. Laut einem SWR-Bericht rechnet der Handelsexperte an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Heilbronn (DHBW) vor allem bei frischen Waren wie Obst und Gemüse mit Preissteigerungen. 

Lebensmittel werden teuer: Das sind die Gründe

Die Erklärung ist laut Kortum einfach: Was frisch ist, muss auch tagesaktuell geliefert werden. Das bedeute für die Erzeuger, aber auch zum Beispiel für die Spediteure: „Gestiegene Produktionskosten werden sehr schnell weitergegeben.“

Bei anderen Waren, so Kortum im SWR, gebe es meist längerfristige Lieferverträge. „Da kommt die Preissteigerung dann etwas später.“ Aber, auch hier werden die gestiegenen Kosten irgendwann weiter gegeben, ist sich der Heilbronner Professor sicher.

Spargel bis zu 20 Euro: Das liegt nicht nur an den Energiekosten

Besonders bei energieintensiven Produkten wie Milch und Backwaren oder Importwaren mit einem langen Lieferweg erwarten Experten steigende Preise. Bei Grundnahrungsmitteln wie Mehl oder Nudeln macht das vielleicht nur wenige Cent aus, beim Spargel gehen die Preise aber durch die Decke: Bis zu 20 Euro pro Kilo werden derzeit für das „königliche Gemüse“ aufgerufen. Hier sind nicht nur die Energiekosten mit ein Grund, auch der Mindestlohn spielt für die Spargelanbauer eine große Rolle. 

Spargel aus regionalem Anbau ist beliebt. Das "königliche Gemüse" ist zur Zeit aber noch sehr teuer.
Spargel aus regionalem Anbau ist beliebt. Das "königliche Gemüse" ist zur Zeit aber noch sehr teuer.  Foto: Jens Kalaene

Die Spargelsaison ist dieses Jahr mit Verzögerung gestartet. Grund ist das kältere Wetter. Nun gibt es die ersten Stangen aus den Folientunneln. Auch die Erdbeersaison startet jetzt allmählich. Kurze Transportwege und eine ungebrochene Lust auf die roten Früchte und die weißen oder grünen Stangen führt der Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer als Erfolgsrezepte an. Zumindest die Mengen sind kein Problem. 

Im Supermarkt kostet Spargel teilweise nur ein Drittel

Aber, das ist die Crux an der Sache, wenn im Supermarkt importierter Spargel teilweise für ein Drittel des Preises zu haben ist, greifen weniger qualitätsbewusste Verbraucher hier zu. Mit steigenden Temperaturen und einem höheren Angebot rechnet Jürgen Maurer, Vorsitzender des Bauernverbands Schwäbisch Hall-Hohenlohe-Rems, aber auch mit sinkenden Preisen. 

Auch hier lohnt sich ein genauer Blick: Der vermeintlich günstigere Spargel wird im Supermarkt in Einheiten zu 400 Gramm verkauft, während es im Hofladen 500 Gramm sind. Das kennt man bei anderen Lebensmitteln: Gleicher Preis für weniger Inhalt, der Fachbegriff hierfür ist „Shrinkflation“.

Auch der Döner wird teurer

Seit dem Jahr 2020 sind Lebensmittel in Deutschland um durchschnittlich mehr als 35 Prozent teurer geworden – stärker als die allgemeine Inflationsrate. Besonders betroffen sind Grundnahrungsmittel wie Brot, Milchprodukte, Fleisch, Speiseöle sowie Obst und Gemüse.

Aber auch der Döner ist teurer geworden: Laut statistischen Erhebungen kostete ein Döner im Jahr 2019 im bundesweiten Schnitt noch rund 5,40 Euro. Bis 2024 stieg der Durchschnittspreis auf etwa 8,90 Euro. Neben dem Einkauf zwingen auch höhere Mieten und Personalkosten viele Betriebe dazu, ihre Preise anzupassen. 

Nicht nur für Menschen mit schmalem Geldbeutel bedeutet das: Beim Einkauf wird der Spielraum enger. Für regionale Lebensmittel könnte sich aufgrund der kürzeren Transportwege allerdings wieder ein Preisvorteil ergeben, so die Hoffnung der Bauern, die Preisspirale vom Feld bis in den Supermarkt doch noch etwas aufzuhalten. 

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