Übelkeit nach einer OP: Wie die SLK-Kliniken Patienten schützen
Jung, weiblich, Nichtraucher: So sieht das Risikoprofil für PONV, Übelkeit und Erbrechen nach einer Operation, aus. SLK-Chefarzt Henry Weigt erklärt, was man präventiv tun kann.
PONV - diese Abkürzung steht in der Medizin für Übelkeit und Erbrechen nach einer Operation (englisch postoperative nausea and vomitting). Betroffen davon ist etwa jeder dritte Patient, der bei einem Eingriff mit Inhalationsanästhetika, also den gängigen Narkosemitteln in Gasform, in den Schlaf versetzt wird.
„Gefährlich ist das in der Regel nicht“, sagt SLK-Chefarzt Henry Weigt. Ausnahme: Große Bauchraum-OPs, bei denen die Nähte durch heftiges Erbrechen wieder aufzuplatzen drohen. Aber der Zustand sei unangenehm und Patienten mit PONV müssten länger im Aufwachraum überwacht werden, „das bindet also auch Personal und hat ökonomische Auswirkungen“.

Übelkeit und Erbrechen nach Narkose: Im SLK-Verbund werden pro Jahr rund 30.000 Vollnarkosen gemacht
Deshalb setzt das Zentrum für Anästhesie und Operative Intensivmedizin, dem Weigt vorsteht, auf medikamentöse Prophylaxe, „die bekommt bei uns jeder“. 30.000 Vollnarkosen werden nach Angaben von Weigt pro Jahr im SLK-Verbund gemacht, 22.000 davon am größten Klinikum, dem Gesundbrunnen in Heilbronn. Wenn ein Patient besonders gefährdet sei, könne auch Akupunktur helfen.
Bei Patienten, bei denen PONV schon einmal aufgetreten ist, setzt das Klinikum auf Tiva (totale intravenöse Anästhesie), zum Beispiel mit dem bekannten Narkosemittel Propofol. Diese Art der Anästhesie ermöglicht auch ein schnelles Erwachen des Patienten und wird häufig bei ambulanten Eingriffen eingesetzt.
Risikoprofil für PONV: Frauen, Nichtraucher und Reisekranke besonders gefährdet
Es gibt ein klares Risikoprofil für PONV. Besonders gefährdet sind Frauen, vor allem jüngere. Der Risikoscore wird erhöht durch Reiseübelkeit, Raucher sind seltener betroffen als Nichtraucher.
Ist PONV bei früheren Operationen schon einmal aufgetreten, erhöht das die Wahrscheinlichkeit, dass man erneut davon betroffen sein kann.
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