„Wir brauchen diese Buslinie zurück“: Eltern im Zwist mit Landratsamt Heilbronn
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Die Petition zum Erhalt der direkten Busverbindung von Massenbachhausen nach Eppingen wurde abgelehnt. Eltern und Schulleitung kritisieren den verlängerten Schulweg.
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Für die sieben Eltern aus Massenbachhausen ist es ein herber Rückschlag: Ihre Petition „Erhalt der direkten Busverbindung von Massenbachhausen/Massenbach zur weiterführenden Schule in Eppingen“ wurde vom Landratsamt abgelehnt.
Bei einer Gesprächsrunde, an der auch Massenbachhausens Bürgermeister Steffen Braun teilnahm, wurde das weitere Vorgehen diskutiert. „Wir brauchen diese Buslinie zurück“, forderte Simone Seiler-Schuler, Mutter einer Schülerin und Mitinitatorin der Petition. Die Erfolgsaussichten gelten jedoch als gering.
Bus nach Eppingen von Massenbachhausen fällt weg – Petition bleibt erfolglos
Im Zuge des neuen Nahverkehrsplans wird die Buslinie 673 umgeleitet. Künftig sollen Schüler stattdessen mit der Bahn fahren. Das stößt vor Ort auf wenig Verständnis.
Foto: Ferdinand, Ben
1458 Personen haben die Petition bislang unterschrieben. Die Unterschriftenliste überreichte Bürgermeister Braun persönlich dem Landratsamt. Die Antwort Mitte Januar fiel deutlich aus: „Nach eingehender Prüfung der in der Petition dargelegten Argumente hält der Landkreis an der geplanten Umstellung fest“, heißt es im Schreiben an die Petitionsinitiatoren, das der Redaktion vorliegt. Man sei überzeugt, dass das neue System aus Bus und Bahn nach kurzer Eingewöhnung funktioniere und angenommen werde.
Die Initiatoren sehen das anders. Hauptkritikpunkt ist die deutliche Verlängerung des Schulwegs. Für die Kinder aus Massenbachhausen und Massenbach, die das Schulzentrum Eppingen besuchen, fällt die bisherige Verbindung weg. Statt direkt mit der Linie 673 nach Eppingen zu fahren, müssen die Schüler nun zunächst mit dem Bus nach Leingarten, Gemmingen oder Schwaigern und von dort weiter mit der S-Bahn in die Große Kreisstadt.
Schüler kommen zu spät: Landratsamt Heilbronn bleibt bei Bus-Streichung trotz Kritik
Konkret bedeutet das: Statt wie bisher um 7:17 Uhr an der Schule anzukommen, erreichen die Schüler aus Massenbachhausen nach dem Umstieg von Bus auf Bahn erst um 7:26 Uhr den Bahnhof in Eppingen. Von dort sind es noch etwa 15 Minuten Fußweg bis zum Schulzentrum. Der Unterricht beginnt jedoch bereits um 7:45 Uhr.
Das Schulzentrum Eppingen am Berliner Ring hat einen Einzugsbereich, der weit über die Kraichgaustadt hinausreicht. Dort befinden sich das Hartmanni-Gymnasium, die Hellberg-Grund- und Gemeinschaftsschule sowie die Selma-Rosenfeld-Realschule – die größte Realschule im Landkreis Heilbronn.
Die Eltern vermuten, dass künftige Schulanfänger eher in Richtung Heilbronn orientiert werden. „Die Verbindung dorthin ist einfach zuverlässiger“, sagt eine Mutter. Dies möchte Schulleiter Müller nicht kommentieren.
„Das funktioniert nicht – die S-Bahn hat regelmäßig Verspätung“, kritisiert Seidler-Schuler. „Seit der Umstellung kommen unsere Kinder häufiger zu spät als pünktlich“, ergänzt ein Vater. Die Kinder würden gehetzt im Unterricht erscheinen – besonders problematisch bei Klassenarbeiten in der ersten Stunde. Auch Sicherheitsbedenken werden laut: „Ich habe viele Kinder schon über Gleise und Straßen rennen sehen, damit sie ihre Anschlüsse erreichen“, berichtet eine Mutter. Auf dem Rückweg bestehe selbes Problem.
Trotz Protesten keine Rückkehr des Schulbusses von Massenbachhausen nach Eppingen
Ulrich Müller, Schulleiter des Hartmanni-Gymnasiums in Eppingen, bestätigt die Probleme: „Zu Beginn der ersten Stunde fehlen regelmäßig Schüler.“ Seit der Umstellung beobachte er, dass mehr Eltern ihre Kinder mit dem Auto bringen. „Aus pädagogischer Sicht ist das fatal – so vermitteln wir, dass man auf dem Land ein Auto braucht und der ÖPNV unzuverlässig ist.“ Auch er spricht sich für Nachbesserungen aus. „Ich kann leider nur begrenzt Einfluss nehmen“, sagt Müller. Gespräche mit dem Landratsamt habe es bereits gegeben, dort habe man Verständnis signalisiert und sich um eine Lösung bemüht.
„Das Problem betrifft den gesamten Landkreis“, ordnet Bürgermeister Braun ein. „Zwar gibt es nominell mehr Verbindungen, doch die Taktung ist nicht überall sinnvoll.“ Er habe Verständnis für das Konzept des Landratsamts und den Sparzwang, ebenso aber für die Frustration der Eltern. „Ich kann nur meine Bedenken äußern – was ich mehrfach getan habe.“ Große Hoffnung auf Änderungen habe er jedoch nicht. Auch das Antwortschreiben des Landratsamts ließ kaum Spielraum.
Die betroffenen Eltern wollen dennoch nicht aufgeben. Sie planen, Vertreter des Landratsamts und des Kreistags einzuladen, gemeinsam mit den Kindern den Schulweg zu bestreiten. „Dann werden sie sehen, wie gut ihr System wirklich funktioniert“, so ein Vater.
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