Mülltrennung in Heilbronn: Ohne Beratung wird das neue System zum Streitfall
Viele Vorgaben geben noch kein gutes System. Beim Vermeiden, Trennen und Verwerten von Rest- und Wertstoffen ist Streit vorprogrammiert. Daher braucht es eine gute Beratung, meint unser Autor.
Das Ziel beim neuen Heilbronner System ist es, dass weniger Restmüll in die Tonne kommt. 433 Kilogramm sind es laut Statistischem Bundesamt pro Kopf. In Volumen wird künftig aber nur eine Mindestmenge von fünf Litern pro Person und Woche angenommen.
Streit im Mehrfamilienhaus: Die Tonne ist schon wieder voll
Bei einem Wohnhaus mit 100 Menschen bedeutet das: Ein 1100-Liter-Container, der alle 14 Tage zur Leerung rausgestellt wird, muss reichen. Nun weiß man ja, dass schon in mancher WG das mit dem Müll eines der Dinge ist, die nicht so recht funktionieren.
Nicht nur die Frage, wer bringt den Müll raus, kann zu Streit führen. Sondern vor allem: Was ist mein Müll, und was ist dein Müll? Auf das Mehrfamilienhaus bezogen heißt: Die Tonne ist schon wieder voll, und es sind jede Menge Sachen drin, die eigentlich nicht reingehören.
Müllvermeidung: Ohne Disziplin und Anstrengung wird es nicht gehen
Es ist ehrgeizig, die Menge an Restmüll zu reduzieren. Aber ohne Disziplin und Anstrengung wird es nicht gehen. Sonst steigen die Müllgebühren weiter, und es wird für alle teurer.
Wenn die Abfallwirtschaft in Stadt und den Landkreise hoffentlich bald die Vielzahl an Reklamationen rund um den Behältertausch abgearbeitet hat, sollten sich die Müll-Experten wieder viel Zeit für die Beratung nehmen. Der Service und das Know-how, das bislang auf den Recyclinghöfen vorhanden war, darf nicht einfach in die Tonne getreten werden.
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