Heilbronner Familie in der Krise: Wenn Schulhefte zu teuer sind
Ein Familienvater von drei Kindern verliert seinen Vollzeitjob. Nun ist das Geld knapp. Sogar der Kauf von Unterrichtsmaterial stellt die Eltern vor hohe Hürden.

Gerade junge Familien stehen in der aktuellen Zeit vor besonderen Herausforderungen und unter großem wirtschaftlichen Druck. Vor allem, wenn die Kinder klein sind, muss ihre Betreuung organisiert werden. Eine Vollzeitbeschäftigung für beide Elternteile ist da oft schwierig zu realisieren. Verliert der Alleinverdiener dann auch noch seine Stelle, wird die Situation für alle Beteiligten rasch prekär. So erging es Adam Bischoff (alle Namen geändert) und seiner Familie aus dem Landkreis Heilbronn.
„Bischoff ist ein sehr engagierter Familienvater von drei Kindern“, berichtet Laura Rumig. Die Leiterin des Beratungsteams für Schwangerschaft, Familie und besondere Lebenssituationen bei der Diakonie Heilbronn betreut die Bischoffs und ist mit deren Lebensverhältnissen vertraut. Adam Bischoff hat im März dieses Jahres seine Vollzeitstelle verloren. Seither arbeitet er in einer Wäscherei in der Region, um das Familieneinkommen zumindest ein wenig aufzubessern. Rumig: „Darüber hinaus sucht der Vater nach weiterer Arbeit im Niedriglohnbereich.“
Familie mit Geldsorgen bei der Diakonie Heilbronn in Beratung
Seine Ehefrau Karina Bischoff kann aktuell nicht arbeiten, da das Kleinkind noch intensive Betreuung braucht und die Gebühren im Kindergarten die finanziellen Möglichkeiten der Familie deutlich übersteigen. Langfristig rechnen die Bischoffs damit, dass der Vater wieder in Vollzeit arbeitet.
Nach dem Austausch mit der Familie aus dem Landkreis Heilbronn berichtet Laura Rumig: „Derzeit kommen bei den Bischoffs viele Ausgaben zusammen – und die Schere zwischen Einkommen und Notwendigkeiten klafft deutlich auseinander. Am dringendsten war es aber zum Schuljahresbeginn im September, für die größeren Kinder Schulhefte, Stifte, Mäppchen, Schreibblöcke und Hefter zu kaufen, damit sie auch gut ausgestattet in den Unterricht starten können.“
Menschen in Not bezahlt Kindern Lernmaterial zum Schulstart
Der Verein Menschen in Not der Heilbronner Stimme, der aktuell in der 56. Runde aktiv ist, unterstützt die Diakonie Heilbronn und damit auch das Beratungsteam für Schwangerschaft, Familie und besondere Lebenssituationen jährlich mit einem Teil der eingenommenen Spenden. Dieses Geld wandert in einen Topf, aus dem das Diakonie-Team bei entsprechender Bedürftigkeit ihre Klienten je nach individueller Situation finanziell unterstützen kann.
Aus diesem Topf erhielt Familie Bischoff im Spätsommer 100 Euro, um die Geschwister mit neuem Unterrichtsmaterial auszustatten. Sehr zur Freude der Kinder, für die es überaus wichtig ist, am Schulleben teilhaben zu können.
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