Mehr Parkplätze in Altstadtnähe
Um die historischen Ortskerne zu beleben, investieren die Städte Neudenau und Möckmühl in Konzepte und Flächen. Gegen wildes Parken hilft dies allerdings wenig.

Viele Städte an Kocher und Jagst kämpfen mit dem gleichen Problem: Die pittoresken Ortskerne sind schön anzuschauen, aber für den Alltag reichlich unpraktisch. Wer in Altstadtnähe lebt oder arbeitet, kennt das Problem: Es fehlen Parkplätze.
Innenstadtgipfel soll zur Belebung des historischen Ortskerns beitragen
In Möckmühl hat dazu vor einigen Wochen ein groß angelegtes Treffen stattgefunden. Touristische Belebung mit Kunsthandwerk war einer der Vorschläge, die sich der neue Bürgermeister Simon Michler auf die Agenda geschrieben hat. Ob es gelingt, wieder einen Bäcker im Altstadt-Karree anzusiedeln, bleibt ungewiss.
Immer wieder bemängeln die Menschen fehlende Parkplätze. Konkret hat man nun in Möckmühl eine Verbesserung in Aussicht: Die Stadt hat eine Brachfläche beim Württemberger Hof gekauft. Direkt gegenüber dem Mühlturm sollen in der Bahnhofstraße möglichst „schnell und unkompliziert“ 30 Parkplätze entstehen. „Der Bedarf ist dafür sehr groß“, sagt Michler.
Es gibt auch Kritik: „Das ist viel Geld für einen Parkplatz.“
Andreas Neubert (FWV) hinterfragte im Gemeinderat den nicht öffentlich genannten Preis: „Das ist viel Geld für einen Parkplatz.“ Der Bürgermeister stellt nach dem Notartermin aber fest: „Für das Grundstück gab es viele Interessenten und wir haben keinen Euro mehr bezahlt als andere.“ Letztlich lag der Kaufpreis für die 680 Quadratmeter große Fläche „im niedrigen sechsstelligen Bereich“.
Für den Grunderwerb bekomme man 36 Prozent zurückerstattet, da die Fläche in einem Sanierungsgebiet liegt, der Bau der Parkplätze werde wiederum mit 250 Euro pro Quadratmeter bezuschusst.
Bei der Lokaltour wurde wildes Parken bemängelt
In Neudenau kam bei der Lokaltour der Heilbronner Stimme das Thema zugeparkte Straßen rund um die Altstadt auf. Bürgermeister Jochen Hoffer führt dies auf die veränderten Strukturen in der Gartenstraße und Umgebung zurück. „Es geht um Häuser, die früher als Ein- oder Zweifamilienhäuser genutzt wurden“, sagt Hoffer. Diese Häuser wurden inzwischen von den neuen Eigentümern so umgenutzt, dass „eine Vielzahl von wechselnden Personen mit vielen Autos in einzelnen Zimmern untergebracht sind“.
Baurechtlich werden wohl alle Vorgaben eingehalten, das wilde Parken sei aber ein „städtebaulicher Missstand“, erläutert Hoffer. Zuständig sei die Bußgeldstelle des Landratsamts. Was man selbst in der Hand habe, wolle man auch angehen, betont der Neudenauer Bürgermeister. „Wir haben ein Parkraumkonzept auf den Weg gebracht.“
„Das gemeinsame Ziel ist es, den Parkraum bestmöglich zu ordnen und aus dem Vorhandenen insgesamt das im Verhältnis Bestmögliche herauszuholen“, erläutert Hoffer. Es werde jedoch noch einige Zeit dauern, bis die ersten Ergebnisse im Gemeinderat präsentiert werden können.
In der Turmstraße habe man eine rund 1200 Quadratmeter große Fläche erworben, auf der die Schaffung von Parkraum rund um die Neudenauer Altstadt möglich ist. Auch die Ersteigerung der ehemaligen Krone hat Parkplätze direkt am Marktplatz gesichert.
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