Möckmühls Bürgermeister Simon Michler 100 Tage im Amt: das sind seine Pläne
Simon Michler ist als Bürgermeister von Möckmühl die ersten 100 Tage im Amt. Die Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat hat sich erheblich verbessert. Nun stehen etliche Großprojekte und Pläne an.

Seit Oktober 2024 ist Simon Michler Bürgermeister in Möckmühl. Die ersten 100 Tage im Amt sind vorüber. Nach der Einarbeitung geht es nun an die Umsetzung. Für ihn ist die wichtigste Nachricht aber: „Die Sachthemen stehen im Vordergrund.“
Nachdem im letzten Jahr zwischen Vorgänger Ulrich Stammer und dem Ortsparlament eher wenig voranging, haben sich der neu gewählte Gemeinderat und Bürgermeister erst mal in einer Klausur zusammen gesetzt. „Wir haben wichtige Absprachen zur Zusammenarbeit festgelegt“, informiert Michler. Er erlebe den Gemeinderat „offen und sachorientiert“.
Möckmühler Bürgermeister Simon Michler: das sind die Kindergarten-Pläne
So werde es bald mit der Sanierung der Alten Kelter wieder weiter gehen. Das Projekt war auf Eis gelegt worden, weil unklar war, ob ein Kindergarten neu gebaut wird oder die bestehenden Räume für mehr Kinder instand gesetzt werden. „Wir haben uns für die kleine Lösung entschieden.“ Der Kindergarten bleibt bei 42 Plätzen, die Räume werden komplett saniert. „Ein Neubau hätte uns fünf oder sechs Millionen Euro gekostet, und die Erweiterung hätte mehr Verkehr in die Innenstadt gebracht.“
Die fehlenden Plätze wolle man in einer zweiten Gruppe im Waldkindergarten anbieten. „Hier stehen schon zehn Kinder auf der Warteliste, der Bedarf ist also da.“ Zudem lasse sich diese Lösung schnell umsetzen.
Ein weiteres Projekt, das schon länger in der Warteschleife hängt, ist der Neubau des Bauhofs. Hier wolle man aber „nicht mit allerhöchster Priorität“ voran gehen und mit dem Gemeinderat erst mal einige Bauhöfe in der Umgebung besichtigen. „Man muss das Rad nicht neu erfinden“, meint Michler.
Kunsthandwerk und touristische Angebote in der Altstadt von Möckmühl
In der Innenstadt und beim Gewerbe will der Bürgermeister, „dass die Stadt stärker bei Immobilien koordiniert“. Interessenten und die passenden Gebäude zusammenbringen, das ist für ihn Wirtschaftsförderung. Ziel sei natürlich, wieder einen Bäcker in die Altstadt zu bekommen. Interessant sei der beim Innenstadtgipfel aufgekommene Vorschlag, Kunsthandwerk und touristische Angebote im historischen Ambiente stärker zu verknüpfen.
Vor den Toren des historischen Ensembles tut sich mit dem Neubau des Penny, der in einem Jahr fertig werden soll, und dem Edeka, der zwei Jahre Bauzeit veranschlagt hat, schon einiges. Im ehemaligen Schuhhaus Schmieg in der Züttlinger Straße soll es einen Mix aus Laden, Handwerkern und Arztpraxen geben. „Es kann sein, dass mehrere der acht Bewerber zum Zug kommen. Das Gebäude ist groß genug.“
Für die Wohnbebauung im Haag hat sich das Investorenteam neu aufgestellt
Für die neue Wohnbebauung im Haag zwischen Einkaufszentrum und Altstadt sei das „Investorenteam neu besetzt“ worden. Die Erschließung ist abgeschlossen, die Baugenehmigung sei vorhanden. „Es sollen jetzt sogar mehr Parkplätze angeboten werden als ursprünglich vorgesehen.“ Beim ehemaligen Krankenhaus werden neben einem Pflegeheim Wohnungen entstehen. Hier spricht Michler offen an, womit sich andere Bürgermeister im Jagsttal mitunter schwer tun: Es bestehe ein Bedarf für Mitarbeiter der Kaufland-Logistik. „Oft ist die Zusage für einen Arbeitsplatz an die Frage der passenden Wohnung gebunden.“ Auch im Brandhölzle sind noch einige Bauplätze im Angebot.
Es stehen noch weitere Projekte auf der Agenda: Im Teilort Züttlingen soll das Feuerwehrhaus für drei Millionen Euro neu gebaut werden. Auch die Grundschule muss für den Ganztagesbetrieb ab 2026 saniert und umgebaut werden. Auf einer Brache in der Bahnhofstraße entstehen weitere Parkplätze in Altstadtnähe. Bis April werden im Haushaltsplan die Aufgaben für 2025 definiert. „Wir haben einen Stau in den Aufgaben, müssen aber auch Prioritäten setzen“, meint Simon Michler

Mit Lovely ist nun auch die große Schwester der Zwillinge Dyoune und Dyouna in der Familie angekommen
Die Finanzsituation der Stadt bezeichnet Michler als „gut, es stehen aber auch einige Aufgaben an“. Nach 100 Tagen im Amt zieht der Bürgermeister für sich die Bilanz: „Es ist intensiv, macht aber auch viel Spaß.“ Persönlich sei das schönste Weihnachtsgeschenk gewesen, dass die Familie Michler mit der elfjährigen Lovely nun auch die große Schwester der Zwillinge Dyoune und Dyouna adoptieren konnte.
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