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Weitere Container für Geflüchtete in Weinsberg

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Die Stadt Weinsberg schafft an der Weidachstraße weiteren Wohnraum für Geflüchtete. Zu diesem Zweck hat sie weitere Container gekauft.

Die ersten Geflüchteten leben inzwischen in der Weidachstraße. Um gewappnet zu sein, macht die Stadt weitere Container bezugsfertig.
Foto: Anja Krezer
Die ersten Geflüchteten leben inzwischen in der Weidachstraße. Um gewappnet zu sein, macht die Stadt weitere Container bezugsfertig. Foto: Anja Krezer  Foto: Krezer, Anja

Die Stadt Weinsberg schafft weiteren Wohnraum für Geflüchtete: Sie hat eine zweite Containeranlage gekauft. Die Anlage ist gebraucht und muss noch saniert werden. Wenn sie in Betrieb ist, hat die Kommune in den Containern an der Weidachstraße insgesamt Platz für 85 Flüchtlinge. Aktuell sind 20 Plätze belegt.

Mit 200.000 Euro sind die gebrauchten Container samt Sanierung im Haushaltsplan einkalkuliert. Voraussichtlich wird der Ansatz aber gar nicht voll benötigt. Die zweite Anlage soll im Mai betriebsbereit sein. Die ersten Container für rund 48 Menschen wurden im Herbst vergangenen Jahres aufgestellt. Sie waren Neuanschaffungen und kosteten 800.000 Euro. Hinzu kamen Nebenkosten in Höhe von rund 150.000 Euro.


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Auf Dauer ist es günstiger

Auf Dauer gerechnet, so die Kalkulation der Stadt, ist es günstiger, die Menschen in eigenen Unterkünften unterzubringen, statt welche zu mieten oder die sogenannte Fehlbelegerabgabe an den Landkreis Heilbronn zu überweisen. Diese Abgabe müssen Kommunen für jeden Geflüchteten zahlen, dem sie eigentlich eine Unterkunft stellen müssen, dies aber mangels Platz nicht tun können. 2022 bekam der Landkreis allein von der Stadt Weinsberg 200.000 Euro.

Der Standort hat mehrere Vorteile

Die Rathausverwaltung ist froh um den Standort an der Weidachstraße, den sie früher als Parkplatz an die Firma Fibro verpachtet hatte. Fibro benötigt ihn mittlerweile nicht mehr. Die Vorteile laut Verwaltung: Das Areal liegt nicht ganz außerhalb; die Stadtbahnhaltestelle ist fußläufig zu erreichen, Geschäfte sind es auch. Aktuell sind 20 Plätze belegt - vor allem mit Familien und Paaren aus dem Irak, aus Syrien und aus afrikanischen Ländern, sagt Claus Ehmann auf Stimme-Nachfrage. Ehmann verantwortet im Rathaus den Fachbereich Verwaltung. Nächste Woche sollen zehn weitere Menschen zugewiesen werden. Woher sie kommen, kann Ehmann nicht sagen. Das werde der Stadt kurzfristig mitgeteilt.


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Wenn auch die zweite Containeranlage betriebsbereit ist, stehen an der Weidachstraße 85 Plätze zur Verfügung. Ehmann geht davon aus, dass noch im Lauf dieses Jahres alle belegt sein werden. "Es gibt immer noch eine starke Flüchtlingsbewegung." Das Heilbronner Landratsamt muss derzeit pro Monat im Schnitt 280 Geflüchtete unterbringen: 130 aus der Ukraine, 150 aus anderen Ländern.

Mühlrainhalle bleibt als Unterkunft bestehen

Flüchtlinge aus der Ukraine sind in Weinsberg immer noch zahlreich privat untergebracht. 14 leben in der Mühlrainhalle, wo Platz für 32 Menschen ist. Fachbereichsleiter Ehmann geht davon aus, dass auch hier im Lauf des Jahres weitere Plätze belegt werden. Deshalb und um grundsätzlich einen gewissen Puffer zu haben, bleibe die Mühlrainhalle als Flüchtlingsunterkunft bestehen - trotz Containern.

Geflüchtete werden betreut

Die Geflüchteten sind in der Weidachstraße nicht sich selbst überlassen: Zwei Integrationsmanager mit jeweils 50 Prozent Stellenumfang, bezahlt vom Landkreis Heilbronn, unterstützen die Menschen bei ihren Anliegen im Alltag. Bei der Stadt Weinsberg sind weitere 100 Prozent für die Betreuung von Flüchtlingen angesiedelt, zurzeit vor allem für Ukrainer. Außerdem ist inzwischen ein Hausmeister angestellt, der sich sowohl um die Mühlrainhalle als auch um die Container in der Weidachstraße kümmert.


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Neu kalkuliert

Weil die Stadt Weinsberg in den zurückliegenden Jahren keine oder kaum eine Unterkunft für Obdachlose oder Flüchtlinge hatte, war die "Satzung über die Benutzung von Obdachlosen- und Flüchtlingsunterkünften" nicht mehr auf dem aktuellen Stand. Doch nun sind die Plätze vorhanden, und deshalb hat die Rathausverwaltung die Gebühren von der Allevo Kommunalberatung bis Ende 2024 neu kalkulieren lassen.

Der Allevo-Empfehlung schloss sich der Gemeinderat einstimmig an. Ab sofort erhebt die Stadt 261,85 Euro pro Wohnplatz und Kalendermonat. Nebenkosten sind einkalkuliert. Die Kosten übernimmt in der Regel das Jobcenter, also der Landkreis.

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