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Kinder-Krankheit mit Hustattacken
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Viele Keuchhusten-Fälle in Heilbronn und Hohenlohe: Warum sich gerade mehr Menschen anstecken

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Im Raum Heilbronn und in Hohenlohe steigt die Zahl der Keuchhusten-Fälle. Wie hoch der Anstieg ist und weshalb er für Mediziner nicht überraschend kommt.

Gerade für Säuglinge und Kleinkinder ist Keuchhusten gefährlich. Experten empfehlen, die Krankheit durch eine Impfung vorzubeugen.
Gerade für Säuglinge und Kleinkinder ist Keuchhusten gefährlich. Experten empfehlen, die Krankheit durch eine Impfung vorzubeugen.  Foto: Julian Stratenschulte

In einigen europäischen Ländern wie Dänemark und England sind die Fälle von Keuchhusten bereits angestiegen. Nun zeichnet sich ähnliches auch in Deutschland, Baden-Württemberg und der Region Heilbronn-Franken ab.

"Auch wir haben in unserer Kinderklinik in den letzten Wochen vermehrt Kinder mit Keuchhusten betreut", sagt Dr. Maurice Petrasch, Oberarzt der SLK-Kinderklinik, auf Nachfrage. Gerade für Kleinkinder ist die Erkrankung gefährlich. Denn statt den typischen Hustattacken kann es bei ihnen schnell zu Atemnot kommen. Was Eltern wissen müssen, hat die Heilbronner Stimme hier zusammengefasst.

Mehr Keuchhusten-Fälle in Hohenlohe und Heilbronn: So viele Menschen haben sich 2024 angesteckt

Im Hohenlohekreis verzeichnet das Gesundheitsamt bereits seit November 2023 einen Anstieg der Keuchhusten-Fälle bei den unter 18-Jährigen. Für die ersten Monate wurden bereits 39 Fälle allein in der Altersgruppe gemeldet. Das ist mehr als im Zeitraum von 2015 bis 2018 zusammen genommen. In Spanne wurden insgesamt 38 Fälle verzeichnet.

Auch im Landkreis Heilbronn ist der Anstieg an Keuchhusten-Fällen deutlich bemerkbar. Im ersten Quartal 2024 erkrankten 34 Menschen aller Altersstufen, im Vorjahr waren es im selben Zeitraum gerade einmal sechs. Das teilte das Landratsamt auf Nachfrage mit.

 

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Monate lange Symptome: So viele Keuchhusten-Fälle gibt es in Heilbronn

Schaut man sich allein den April 2024 an, stellt man mit Erschrecken fest, dass in diesen 30 Tagen allein 23 Keuchhusten-Fällen gemeldet wurden. Lediglich zweimal wurde Keuchhusten im Landkreis Heilbronn im selben Monat 2023 festgestellt, so das zuständige Gesundheitsamt.

Geringere Zahlen, aber dennoch einen Anstieg der Keuchhusten-Fälle, hat die Stadt Heilbronn festgehalten. Von Januar bis Ende März dieses Jahres erkrankten neun Personen im Stadtkreis an Keuchhusten. Im Vorjahreszeitraum wurde laut der Stadt nur eine Person mit Keuchhusten gemeldet. Doch woran liegt der Anstieg bei Keuchhusten?

Corona und Geflüchtete: Aus diesen Gründen steigt die Zahl der Keuchhusten-Fälle

Auch in der Vergangenheit trat Keuchhusten zyklisch auf, erklärt Doktor Petrasch. Alle vier bis sechs Jahr rechne man mit einem Anstieg der Infektionszahlen. "Hinzu kommt sicherlich die geschwächte Immunität nach der Corona-Pandemie", so der Mediziner.

Auch die Einreise von Geflüchteten habe einen Einfluss auf die Zahlen. Häufig seien Kinder und Erwachsene nicht geimpft und tragen somit die Keime immer weiter. Wer bereits geimpft wurde, ist vor Keuchhusten nicht gefeit. Laut des Landesgesundheitsamtes Baden-Württemberg lasse die Immunität nach. Eine Auffrischungsimpfung kann daher sinnvoll sein, besonders wenn sich Säuglinge oder Kleinkinder im Umfeld befinden. Denn für die kann eine Erkrankung tödlich enden.

Aus Petraschs Sicht ist Keuchhusten eine heimtückische Krankheit. Denn zu Beginn, wenn der Erkrankte kaum Beschwerden spürt, sei Keuchhusten besonders ansteckend. Außerdem bleiben die typischen Hustenanfälle bei Jugendlichen und Erwachsenen häufig aus, so das Landesgesundheitsamt.

Gerade für Säuglinge und Kleinkinder ist Keuchhusten gefährlich. Experten empfehlen, die Krankheit durch eine Impfung vorzubeugen.
Gerade für Säuglinge und Kleinkinder ist Keuchhusten gefährlich. Experten empfehlen, die Krankheit durch eine Impfung vorzubeugen.  Foto: Julian Stratenschulte
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